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Sport · Ironman auf Hawaii

Philipp holt Silber, Lange gibt bei Hawaii-Abschied auf

Laura Philipp läuft bei der Ironman-WM auf Hawaii auf Rang zwei. Patrick Lange beendet sein letztes WM-Rennen vorzeitig, Vincent Luis überrascht bei den Männern.

Presseonline-Redaktion · · 4 Min. Lesezeit

Symbolbild: Die Ironman-WM auf Hawaii steht für extreme Bedingungen zwischen Meer, Hitze und Lavafeldern.
Symbolbild: Die Ironman-WM auf Hawaii steht für extreme Bedingungen zwischen Meer, Hitze und Lavafeldern. KI-generiert

Laura Philipp hat bei der Ironman-WM auf Hawaii Silber gewonnen und damit erneut ein deutsches Ausrufezeichen auf Big Island gesetzt. Die 39-Jährige aus Heidelberg musste nach einem Rückstand früh im Rennen viel Boden gutmachen, lief im Marathon aber noch bis auf Platz zwei nach vorn. Weltmeisterin wurde die US-Amerikanerin Taylor Knibb. Bei den Männern endete das letzte Hawaii-Rennen von Patrick Lange bitter: Der dreimalige Champion stieg auf der Radstrecke aus. Den Titel holte überraschend der Franzose Vincent Luis.

Philipp dreht das Rennen im Marathon

Die Frauen absolvierten 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und einen Marathon über 42,195 Kilometer. Philipp verlor im Pazifik zunächst Zeit auf die Spitze. Laut ZDF hatte sie mit schwierigen Bedingungen im Wasser zu kämpfen und kam mit deutlichem Rückstand aus ihrer schwächsten Disziplin. Auf dem Rad verbesserte sie sich schrittweise, der entscheidende Teil ihres Rennens begann aber erst beim Laufen.

Dort nutzte Philipp ihre Stärke auf der Marathonstrecke. Während mehrere Konkurrentinnen abbauten, blieb sie stabil und rückte Platz um Platz nach vorn. Je nach Zwischenstand wurde sie beim Wechsel in den abschließenden Abschnitt um Rang acht beziehungsweise im Bereich der Top Ten geführt. Im Ziel lag nur Knibb vor ihr, die nach 8:36:29 Stunden gewann. Dritte wurde die Schweizerin Julie Derron.

Nach dem Rennen ordnete Philipp ihren Auftritt im ZDF knapp ein. Das Schwimmen sei kein guter Beginn gewesen, danach sei es aber stetig besser gelaufen. Sie sagte zudem, sie sei „extrem glücklich“; das Ergebnis fühle sich „fast wie ein Sieg“ an, wie die Sportschau berichtete.

Drama um Lövseth und Knibb

Der Kampf um Gold blieb bis in die Schlussphase offen. Taylor Knibb und die Britin Lucy Charles-Barclay hatten das Rennen zunächst stark geprägt. Charles-Barclay musste später aufgeben. Auch Knibb verlor im Marathon zwischenzeitlich an Tempo. Dadurch rückte die Norwegerin Solveig Lövseth in die beste Position.

Lövseth schien kurz vor dem Ziel auf dem Weg zum Titel. Dann brach ihr Rennen ein. Nach Angaben des ZDF bekam sie rund anderthalb Kilometer vor dem Ziel massive Probleme und benötigte zwischenzeitlich medizinische Hilfe. Knibb zog vorbei und sicherte sich den WM-Sieg, Philipp folgte als Zweite. Lövseth erreichte später noch das Ziel und wurde offiziell Achte. Jenny Jendryschik kam als weitere deutsche Starterin auf Platz 16.

Für Philipp ist es ein weiterer großer Erfolg auf der Langdistanz. Sie hatte 2024 den WM-Titel am damaligen Ausweichort Nizza gewonnen. Auf Hawaii stand sie bereits mehrfach weit vorn, nun gelang ihr dort erneut der Sprung auf das Podium.

Luis nutzt seine Chance

Bei den Männern sorgte Vincent Luis für eine Überraschung. Der 37 Jahre alte Franzose gewann in 7:47:27 Stunden vor Gustav Iden aus Norwegen und Matthew Marquardt aus den USA. Deutschlandfunk berichtete, dass Männer und Frauen erstmals seit 2019 wieder am selben Tag auf Big Island antraten.

Luis kam mit rund sechs Minuten Rückstand auf den führenden Magnus Ditlev in den Marathon. Danach veränderte sich das Rennen deutlich. Der favorisierte Kristian Blummenfelt konnte das Tempo nicht halten, Ditlev verlor etwa zehn Kilometer vor dem Ziel massiv an Kraft. Luis lief vorbei und behauptete seinen Vorsprung gegen Iden, der trotz einer vorherigen Zeitstrafe noch gefährlich nah kam.

Für Luis war es der erste WM-Titel über die Ironman-Distanz. Seine Entwicklung ist bemerkenswert, weil er erst in diesem Jahr erstmals eine Langdistanz bestritten hatte. Auf Hawaii blieb er in einem Rennen mit vielen Einbrüchen konstant genug, um die Favoriten hinter sich zu lassen.

Langes bitterer Abschied

Patrick Lange erlebte dagegen kein versöhnliches Ende seiner Hawaii-Karriere. Der 40-Jährige, dreimaliger Ironman-Weltmeister, gab sein letztes WM-Rennen vorzeitig auf. Die Sportschau berichtete von schweren Krämpfen, das ZDF schilderte seinen Ausstieg auf der Radstrecke nach Erschöpfung.

Bester Deutscher wurde Jonas Schomburg auf Rang sieben. Er hatte das Rennen zunächst mitgeprägt, fiel später aber zurück und arbeitete sich im Marathon wieder nach vorn. Im ZDF sagte Schomburg laut Sportschau: „Ich hatte Krämpfe auf dem Rad.“ Seine Botschaft danach lautete: „Aber ich habe nicht aufgegeben.“ Jan Stratmann wurde 15., Frederic Funk erreichte Rang 23.

Die WM lieferte damit aus deutscher Sicht zwei sehr unterschiedliche Geschichten. Philipp bestätigte ihre internationale Ausnahmestellung mit einem starken Finish. Lange verabschiedete sich auf der Insel, auf der er seine größten Erfolge gefeiert hatte, ohne Zieleinlauf aus dem WM-Rennen.