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Sport · Bundesliga-Rekord

Neuer patzt: Augsburg trifft so früh wie nie gegen Bayern

Robin Fellhauer bringt den FC Augsburg gegen Bayern nach wenigen Sekunden in Führung. Manuel Neuer leitet den Rekordtreffer mit einem missglückten Ballkontakt ein.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein früher Treffer kann ein Bundesligaspiel sofort in eine andere Richtung lenken.
Symbolbild: Ein früher Treffer kann ein Bundesligaspiel sofort in eine andere Richtung lenken. KI-generiert

Robin Fellhauer hat gegen den FC Bayern den frühesten Treffer der Bundesliga-Geschichte erzielt. Der Augsburger nutzte unmittelbar nach dem Anstoß einen Fehler von Manuel Neuer und schob zum 1:0 ein. Die Bundesliga und Opta bestätigten laut Tagesspiegel eine Rekordzeit von acht Sekunden, n-tv nennt 8,4 Sekunden.

Neuers erster Kontakt wird teuer

Der Angriff begann aus Münchner Sicht harmlos. Bayern spielte den Ball nach dem Anstoß zurück in Richtung des eigenen Tores. Neuer bekam ihn von Luis Díaz und wollte die Situation spielerisch lösen. Dabei legte sich der Torhüter den Ball zu weit vor.

Fellhauer setzte Neuer sofort unter Druck. Der Bayern-Schlussmann versuchte, den Ball über den heranlaufenden Augsburger zu heben. Der Versuch misslang. Der Ball prallte an Fellhauers Rücken, der Augsburger blieb in der Aktion und hatte danach freie Bahn.

Neuer konnte nicht mehr eingreifen. Fellhauer lief am Torhüter vorbei und brachte den Ball im leeren Tor unter. Für Bayern war die Partie damit praktisch mit dem ersten eigenen Aufbauversuch in Rückstand geraten.

Nach dem Fehler reagierte Neuer sichtbar entschuldigend. Mitspieler und Trainer Vincent Kompany suchten anschließend den Kontakt zu ihm. Auf Augsburger Seite überwog dagegen die ungläubige Freude über einen historischen Moment.

Fellhauer nutzt den Moment

Für Fellhauer war es ein Treffer, der vor allem durch seine Entschlossenheit entstand. Er spekulierte auf Neuers erste Aktion, lief den Torhüter konsequent an und blieb nach dem abgefälschten Rettungsversuch aufmerksam. Aus dem Pressing wurde binnen Sekunden ein Tor.

Der Treffer zählt unabhängig von der leicht unterschiedlichen Zeitangabe als schnellstes Tor, das die Bundesliga bislang erlebt hat. Entscheidend ist: Noch nie wurde in der höchsten deutschen Spielklasse früher ein Treffer registriert.

Der Spielzug zeigt zugleich, wie riskant der Aufbau über den Torhüter unmittelbar nach dem Anstoß sein kann. Bayern suchte die kontrollierte Eröffnung, Augsburg störte früh und wurde sofort belohnt. Ein technischer Fehler reichte, um die Rekordmarke zu verschieben.

Frühere Bestmarken abgelöst

Die bisherige Marke lag bei neun Sekunden. Sie wurde von Karim Bellarabi und Kevin Volland gehalten. Bellarabi traf 2014 für Bayer Leverkusen bei Borussia Dortmund. Volland erzielte 2015 für die TSG Hoffenheim gegen Bayern ein ebenso frühes Tor.

Auch bei Vollands damaligem Rekordtreffer stand Neuer im Bayern-Tor. Für den Münchner Torhüter ist der neue Tiefpunkt deshalb besonders auffällig: Zweimal war er bei historischen Blitzstarts des Gegners direkt beteiligt. 2015 konnte Bayern die Partie trotz des frühen Gegentors noch drehen und gewann 2:1.

Fellhauer steht nun vor beiden früheren Rekordhaltern. Der Augsburger Treffer verbessert die Bestmarke um den entscheidenden Sekundenbruchteil beziehungsweise nach offizieller Rundung um eine Sekunde. Damit rückt ein seltenes Ereignis in den Mittelpunkt eines Bundesligaspiels: Ein Tor, das fällt, bevor sich die Partie überhaupt sortiert hat.

Ein Rekord mit Signalwirkung

Für Augsburg ist der Treffer ein außergewöhnlicher Eintrag in die Ligageschichte. Für Bayern bleibt vor allem der missratene Start hängen. Ein früher Rückstand gegen einen aggressiv anlaufenden Gegner verändert sofort die Dynamik eines Spiels, besonders wenn der Fehler vom eigenen Torhüter ausgeht.

Neuer gilt seit Jahren als Torwart, der aktiv am Spielaufbau teilnimmt. Genau diese Stärke wurde in der Szene zum Risiko. Augsburg erkannte den Moment, Fellhauer setzte nach, und aus einem Rückpass wurde ein historischer Treffer.

Der Rekord dürfte unabhängig vom weiteren Verlauf der Begegnung Bestand als markantes Bundesliga-Ereignis haben. Ein Tor nach acht Sekunden oder 8,4 Sekunden ist kaum planbar. In Augsburg reichte eine einzige Ballaktion, um eine jahrzehntealte Rangliste neu zu ordnen.