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Stündlich aktualisiert

Sport · Olympia-Bewerbung

München hat sechs Rivalen im Rennen um Olympia 2036

Das IOC führt München als deutschen Kandidaten für Olympia 2036. Konkurrenz kommt aus Katar, Indien, Südkorea, Ungarn, der Türkei und Südafrika.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: München bewirbt sich um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036.
Symbolbild: München bewirbt sich um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036. KI-generiert

München muss sich im internationalen Rennen um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036 gegen Bewerbungen aus sechs Ländern behaupten. Das Internationale Olympische Komitee führt neben dem deutschen Kandidaten auch Katar, Indien, Südkorea, Ungarn, die Türkei und Südafrika als Interessenten. Wie die Sportschau berichtet, können bis Ende Oktober noch weitere Bewerber ihr konkretes Interesse anmelden. Danach soll die Liste für 2036 geschlossen werden.

IOC legt nächsten Fahrplan fest

Im November sollen die Interessenten ihre Konzepte vor der zuständigen Auswahlkommission des IOC vorstellen. Der nächste wichtige Schritt folgt im März 2027. Dann entscheidet das IOC, welche Bewerbungen in die zweite Stufe des Verfahrens kommen. Diese Phase trägt beim IOC die Bezeichnung „Strategischer Dialog“.

Eine endgültige Vergabe ist erst deutlich später geplant. Im Dezember 2028 will das IOC den Kreis der bevorzugten Gastgeber verkleinern. Diese Bewerber sollen anschließend in den „zielgerichteten Dialog“ gehen. Die Entscheidung über Olympia und Paralympics 2036 soll bei einer IOC-Generalversammlung Mitte 2029 fallen.

Für München bedeutet die neue IOC-Liste mehr Planungssicherheit, aber auch erheblichen Wettbewerb. Der Deutsche Olympische Sportbund hatte die deutsche Bewerbung nicht nur für 2036, sondern auch für die Ausgaben 2040 und 2044 beim IOC hinterlegt. Sollte 2036 ein asiatischer Bewerber den Zuschlag erhalten, bliebe München damit automatisch auch für die folgenden beiden Austragungen im deutschen Rennen.

Rivalen mit sehr unterschiedlichen Konzepten

Deutschlandfunk berichtete, dass Katar mit Doha antritt. Indien setzt demnach auf Ahmedabad, die Türkei auf Istanbul und Ungarn auf Budapest. Für Südkorea ist der konkrete Austragungsort noch nicht festgelegt. Südafrika verfolgt ein Konzept mit mehreren Städten.

Unter den außereuropäischen Bewerbern gelten Katar und Indien als besonders beachtet. Katar bringt Erfahrung mit einem Großereignis ein, weil das Land 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft ausgerichtet hat. Wegen der hohen Temperaturen wäre bei Sommerspielen in Katar eine Verlegung in eine kühlere Jahreszeit wahrscheinlich. Zugleich wird die Region wegen des Iran-Kriegs derzeit als politisch schwieriger Standort eingeordnet.

Bei Indien richtet sich der Blick auf Ahmedabad. Die Millionenstadt soll 2030 die Commonwealth Games ausrichten und verfügt über ein Cricket-Stadion mit 132.000 Plätzen. Cricket ist in Indien besonders populär und steht auch bei den Spielen 2028 in Los Angeles im olympischen Programm. Zugleich gab es zuletzt Zweifel daran, ob Finanzierung und Umsetzung der indischen Pläne bis 2036 gesichert sind.

München braucht Garantien und Detailpläne

München hatte sich im nationalen Verfahren gegen das Projekt Köln-Rhein-Ruhr durchgesetzt. Hamburgs Pläne scheiterten zuvor an einem Bürgerentscheid. Berlin zog seine Bewerbung kurz vor der Entscheidung des DOSB zurück, nachdem Olympia-Unterstützer im Senat bei der Abgeordnetenhauswahl abgewählt worden waren, wie die Welt berichtete.

Für die nächste Phase müssen München und der DOSB dem IOC nun genauere Planungen und finanzielle Zusagen vorlegen. Die Münchner Bewerbung bezifferte die Gesamtkosten zuletzt auf rund zehn Milliarden Euro. Etwa fünf Milliarden Euro für die Organisation sollen vor allem durch Einnahmen aus Eintrittskarten gedeckt werden. Die weiteren Kosten betreffen Infrastrukturprojekte.

Europäische Konkurrenz kommt nach der IOC-Liste vor allem aus Istanbul und Budapest. Istanbul hat bereits mehrfach vergeblich versucht, Olympische Spiele zu erhalten. Ungarn hatte über Budapest schon länger Interesse an Sommerspielen gezeigt. Madrid wurde zuletzt ebenfalls als möglicher Bewerber gehandelt, steht aber derzeit nicht auf der IOC-Liste.

Für die deutsche Bewerbung ist die Auswahl des IOC damit nur ein Zwischenschritt. München bleibt im Rennen um 2036, muss sich aber zugleich auf einen langen Prozess einstellen. Entscheidend wird sein, ob das Konzept sportlich, finanziell und politisch genügend Rückhalt erhält, um in die nächste Auswahlstufe zu kommen.