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Stündlich aktualisiert

Sport · Abschied in Buenos Aires

Messi verabschiedet sich mit Tor und Tränen

Lionel Messi hat sein letztes Länderspiel für Argentinien bestritten. Beim 3:0 gegen Benin prägte er den Abend sportlich und emotional.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Fußballstadion nach einem emotionalen Abschiedsspiel.
Symbolbild: Ein Fußballstadion nach einem emotionalen Abschiedsspiel. KI-generiert

Lionel Messi hat seine Karriere in der argentinischen Nationalmannschaft am Dienstagabend Ortszeit in Buenos Aires beendet. Beim 3:0 gegen Benin bereitete der 39-Jährige zwei Treffer vor und erzielte per Elfmeter selbst das letzte Tor. Im ausverkauften Estadio Monumental wurde der Abschied des Weltmeisters von 2022 zu einer nationalen Huldigung, begleitet von Tränen auf den Rängen, in der Mannschaft und bei Messi selbst.

Ein Abschiedsspiel mit Messis Handschrift

Sportlich blieb die erste Halbzeit ohne Tor. Kurz nach der Pause brachte Nicolás Otamendi Argentinien nach einer Ecke von Messi in Führung. In der 61. Minute erhöhte Nico Paz nach weiterer Vorarbeit des Kapitäns auf 2:0. Zehn Minuten später verwandelte Messi einen Strafstoß zum Endstand. Es war sein 126. Treffer im 208. und letzten Länderspiel.

Die Sportschau zeigte Messis Abschiedsrede im Stadion. n-tv zitierte ihn mit den Worten: „Nicht mehr dabei zu sein, wird mir sehr wehtun.“ Außerdem sagte er: „Für die Nationalmannschaft zu spielen, ist das Schönste, was einem passieren kann.“ Schon vor dem Spiel hatte Messi in einem Video erklärt, dieses Trikot sei für ihn Traum, Stolz und Leben gewesen.

Die Partie war weniger ein gewöhnliches Freundschaftsspiel als eine Abschiedszeremonie. Beim Aufruf seines Namens brandete im Monumental-Stadion Jubel auf. Messis Familie verfolgte die Szenen sichtbar bewegt. Auch Mitspieler standen ergriffen daneben, als der Kapitän seine letzten Minuten im Nationaltrikot absolvierte.

Buenos Aires feiert seinen Kapitän

Bereits die Fahrt der Mannschaft zum Stadion wurde zur Feier. Entlang der gesperrten Strecke warteten Fans, um den Bus der Auswahl zu begrüßen. Der taz zufolge waren die Eintrittskarten in weniger als eineinhalb Stunden vergriffen; auf dem Schwarzmarkt wurden demnach bis zu 1.500 Dollar verlangt.

Im Stadion erinnerten große Gesten an Messis Bedeutung für das Land. Auf dem Rasen lag ein überdimensionales himmelblau-weißes Trikot mit seiner Nummer 10 und einem Dankesgruß. Überall waren Fahnen und Smartphones zu sehen. Viele Anhängerinnen und Anhänger hatten Trikots mit Messis Namen getragen, andere hielten Schilder hoch.

Auch außerhalb des Stadions reagierte Argentinien intensiv. Medien des Landes überhöhten den Abschied zum historischen Moment. Ehemalige Weggefährten und Rivalen meldeten sich weltweit zu Wort. Ronaldinho, der Messi einst beim FC Barcelona begleitete, schrieb, Messi habe Menschen Freude am Fußball gegeben. Auch frühere Größen aus Brasilien würdigten ihn.

Vom schwierigen Beginn zur Vollendung

Messis Weg in der Nationalmannschaft begann 2005 gegen Ungarn mit einem bitteren Moment: Kurz nach seiner Einwechslung sah er Rot. Später folgten große Turniere, Enttäuschungen und harte Kritik. Besonders schwer wogen die Niederlagen in Endspielen, darunter das WM-Finale 2014 gegen Deutschland sowie Copa-América-Finals gegen Chile.

2016 erklärte Messi nach einer weiteren Finalniederlage zunächst seinen Rücktritt aus der Auswahl, kehrte aber bald zurück. Der endgültige Wandel kam unter Trainer Lionel Scaloni. 2021 gewann Argentinien die Copa América, 2022 folgte der WM-Titel in Katar, 2024 ein weiterer Copa-Erfolg. Die FAZ zitierte Scaloni nach dem Abschiedsspiel mit dem Satz: „Diese Aura habe ich bei niemandem gesehen.“

Messi war seit der WM 2006 sechsmal bei Weltmeisterschaften dabei. Er stand mehrfach in WM-Endspielen und wurde zum Gesicht einer Mannschaft, die lange an den Erwartungen des eigenen Landes litt. Vor dem Abschiedsspiel erhielt er zudem die Ehrendoktorwürde der Universität von Buenos Aires. Die Universität würdigte damit unter anderem Leistung, Ausdauer und die Art, wie Messi Argentinien vertreten habe.

Argentiniens Umbruch beginnt

Mit Messis Abschied verliert Argentinien nicht nur seinen Kapitän, sondern auch die zentrale Figur einer außergewöhnlich erfolgreichen Phase. Nico Paz und andere jüngere Spieler stehen nun für die nächste Generation. Zugleich endet eine Ära, in der Messi sportlich und emotional zur verbindenden Figur eines oft gespaltenen Landes wurde.

Abseits der Feier gibt es auch Kritik am Umfeld solcher Freundschaftsspiele. Die taz berichtete über Vorwürfe aus Burkina Faso zur finanziellen Gestaltung von Partien gegen Argentinien. Gegen Verbandschef Claudio Tapia und weitere Funktionäre laufen demnach mehrere gerichtliche Untersuchungen in Argentinien und den USA, unter anderem wegen mutmaßlicher Geldwäsche, Veruntreuung und Steuerfragen.

Der Abend in Buenos Aires blieb dennoch vor allem Messis Abschied. Nach mehr als zwei Jahrzehnten im Nationaltrikot ging er auf eine letzte Ehrenrunde. Laut FAZ sagte er ins Mikrofon: „Ich liebe euch, ich werde euch vermissen.“