Sport · Bundesliga
Leipzig zerlegt Frankfurt mit Nkunku-Hattrick
RB Leipzig hat Eintracht Frankfurt im Bundesliga-Abendspiel mit 6:0 geschlagen und nach dem schwierigen Saisonstart ein deutliches Zeichen gesetzt. Christopher Nkunku erzielte drei Tore, Ezechiel Banzuzi, Antonio Nusa und Tidiam Gomis trafen ebenfalls. Leipzig verbessert sich durch den klaren Heimsieg auf Rang fünf, Frankfurt steht nach der nächsten schweren Niederlage auf Platz 13.
Frühstart bringt Leipzig Kontrolle
Die Partie war praktisch sofort in Leipziger Richtung gelenkt. Banzuzi traf bereits in der ersten Minute, nachdem er am langen Pfosten frei zum Abschluss kam. Nur wenig später erhöhte Nkunku auf 2:0. Frankfurt, das in den vorherigen vier Ligaspielen jeweils früh getroffen hatte, geriet diesmal selbst früh unter Druck.
Leipzig spielte in der Anfangsphase mit hohem Tempo und nutzte die Lücken in der Frankfurter Defensive konsequent. Die Gäste brauchten lange, um überhaupt Stabilität in die Partie zu bekommen. Nach etwa 20 Minuten kam die Eintracht besser ins Spiel, doch die Chancen blieben ungenutzt. Ritsu Doan, Ansgar Knauff und Jonathan Burkhardt scheiterten nach Angaben der Welt jeweils am Leipziger Torhüter Marten Vandevoordt.
Als Frankfurt auf den Anschluss drängte, entschied Leipzig die Begegnung noch vor der Pause. Nkunku traf in der 41. Minute zum 3:0 und legte drei Minuten später seinen dritten Treffer nach. Zur Halbzeit führte RB bereits 4:0. Der Spiegel ordnet den Dreierpack als ersten Bundesliga-Hattrick in der Leipziger Vereinsgeschichte ein.
Nkunku und Nusa prägen das Spiel
Nkunku war der auffälligste Spieler des Abends. Der von Milan ausgeliehene Angreifer stand zweimal richtig, als Frankfurts Torhüter Noah Atubolu zunächst parierte, die Abpraller aber nicht geklärt wurden. Auch Nusa war an mehreren Leipziger Angriffen entscheidend beteiligt. Er bereitete den zweiten Treffer vor und setzte nach der Pause selbst den nächsten Akzent.
Frankfurts Trainer Adi Hütter reagierte zur Halbzeit und stellte seine Mannschaft um. Elias Baum und Younes Ebnoutalib kamen ins Spiel, die Eintracht agierte fortan mit Viererkette. Der Effekt blieb gering. In der 54. Minute lief Nusa nach einem Ballgewinn über rund 30 Meter Richtung Tor und traf zum 5:0 in die kurze Ecke.
Leipzig konnte sich danach sogar vergebene Großchancen leisten. Banzuzi setzte den Ball aus kurzer Distanz deutlich zu hoch. Nach gut einer Stunde nahm Trainer Martin Demichelis mit Nkunku und Nusa seine prägenden Offensivspieler vom Feld. Kurz vor Schluss sorgte Gomis mit einem Solo für den Endstand. Im Stadion waren 47.800 Zuschauerinnen und Zuschauer.
Demichelis gewinnt Zeit
Für Demichelis ist der Sieg sportlich und atmosphärisch wichtig. Leipzig war mit nur zwei Siegen aus den ersten vier Ligaspielen in die Saison gestartet. Eine schnelle Trennung vom argentinischen Trainer stand intern zwar nicht bevor, der Druck war vor dem Frankfurt-Spiel aber gestiegen. In den Tagen zuvor war öffentlich auch über eine mögliche Rückkehr von Julian Nagelsmann nach Leipzig spekuliert worden.
Mit dem 6:0 verschafft sich Demichelis vorerst Ruhe. Am Dienstag steht für Leipzig das Champions-League-Spiel gegen die PSV Eindhoven an. Das ZDF beschreibt den Auftritt als gelungene Einstimmung auf die kommende Aufgabe in der Königsklasse. Zudem bleibt Leipzig in seiner Bundesliga-Geschichte im Oktober zu Hause ungeschlagen.
Frankfurts Probleme werden größer
Für Frankfurt ist das Ergebnis der nächste Rückschlag unter Hütter. Laut ZDF hat die Eintracht nur eines ihrer ersten fünf Ligaspiele gewonnen. Schon in der Vorsaison hatte Frankfurt in Leipzig deutlich verloren, damals ebenfalls mit 0:6. Die erneute Niederlage verschärft die Lage, weil die Mannschaft nach dem frühen Rückstand zwar kurzzeitig Chancen hatte, aber defensiv über weite Strecken anfällig blieb.
In der Tabelle spiegelt sich der Unterschied deutlich wider: Leipzig hält wieder Anschluss an die obere Region, Frankfurt bleibt im unteren Mittelfeld hängen. Für Hütter geht es nun darum, die Defensive zu stabilisieren und den frühen Negativtrend zu stoppen.