Sport · Champions League
Leipzig bezwingt Eindhoven und atmet auf
RB Leipzig hat in der Champions League den ersten Sieg der laufenden Ligaphase geholt und den Fehlstart in Como vorerst abgefedert. Die Mannschaft von Trainer Martín Demichelis gewann am Dienstagabend zu Hause gegen die PSV Eindhoven mit 1:0. Brajan Gruda erzielte in der 75. Minute das entscheidende Tor, nachdem Leipzig lange an PSV-Torwart Matej Kovar gescheitert war. Auf der anderen Seite hatte Maarten Vandevoordt bereits in der ersten Halbzeit einen Strafstoß von Ivan Perisic abgewehrt.
Gruda entscheidet die Partie spät
Drei Tage nach dem deutlichen 6:0 in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt nahm Leipzig den Schwung zunächst sichtbar mit. Vor 43.187 Zuschauerinnen und Zuschauern kam Ridle Baku früh zu einer großen Gelegenheit, doch Kovar reagierte stark. Eindhoven brauchte etwas Anlaufzeit, setzte Leipzig dann aber mit hohem Pressing unter Druck und kam selbst zu gefährlichen Momenten.
Die wichtigste Szene der Anfangsphase gehörte Vandevoordt. Nach einem Handspiel von Baku entschied Schiedsrichter Nicholas Walsh nach Ansicht der Bilder auf Elfmeter. Perisic trat an, zielte zentral, doch Leipzigs Torhüter lenkte den Ball mit dem Fuß ab. Damit verhinderte der Belgier den frühen Rückstand in einer Phase, in der Eindhoven mehr Zugriff bekam.
Leipzig fand vor der Pause wieder besser in die Partie. Besonders Antonio Nusa über links und Gruda über rechts sorgten für Tempo. Gruda scheiterte nach einer Einzelaktion an Kovar, kurz vor dem Halbzeitpfiff legte er für Neil El Aynaoui ab. Dessen Abschluss ging deutlich über das Tor.
Torhüter prägen lange das Spiel
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung offen. Leipzig kam durch Nusa zu einer guten Chance, erneut parierte Kovar. Eindhoven antwortete mit einer Gelegenheit für Sven Mijnans, der aus aussichtsreicher Position verzog. Die Sportschau wertete den Leipziger Erfolg wegen der stärkeren zweiten Halbzeit als verdient.
Demichelis’ Team erhöhte mit zunehmender Dauer den Druck. Nach einer Ecke rettete Kovar zunächst gegen Gruda und anschließend gegen Willi Orban. Leipzig blieb aber dran. Eine weitere Standardsituation brachte schließlich die Entscheidung: Eindhoven bekam den Ball nicht sauber aus der Gefahrenzone, Gruda nahm ihn an und schlenzte aus der Distanz. Der Ball wurde noch abgefälscht und landete unhaltbar im Tor.
PSV jubelte wenig später kurz über den vermeintlichen Ausgleich. Der Treffer von Pascal Obispo in der 82. Minute wurde jedoch wegen Abseits nicht anerkannt. In der Schlussphase brachte Eindhoven mehrere Bälle in den Leipziger Strafraum, doch die Gastgeber verteidigten den knappen Vorsprung bis zum Abpfiff.
Wichtige Punkte nach dem Fehlstart
Für Leipzig hatte der Abend auch tabellarisch Bedeutung. Nach dem 1:4 zum Auftakt bei Como 1907 stand der Bundesligist bereits früh unter Druck. Mit dem Heimsieg gegen den niederländischen Meister verschafft sich RB in der Ligaphase Luft. n-tv ordnete den Erfolg als wichtigen Schritt nach dem missglückten Start ein.
Der Tagesspiegel verwies zudem auf eine lange Wartezeit: 629 Tage lagen demnach zwischen diesem Sieg und dem vorherigen Leipziger Erfolg in der Königsklasse, einem 2:1 gegen Sporting Lissabon im Januar 2025. Für Gruda war der Abend besonders wichtig, weil er nach überstandener Bauchmuskelverletzung wieder in der Startelf stand und direkt zum Matchwinner wurde.
Auch abseits des Rasens gab es einen prominenten Beobachter. Roger Schmidt, neuer Fußballchef im Red-Bull-Konzern, besuchte erstmals in dieser Funktion ein Spiel im Leipziger Stadion. Der frühere PSV-Trainer sprach vor der Partie bei DAZN über seine Zeit in Eindhoven und bezeichnete den Verein als prägende Station.
Bayern und Real warten
Leipzig bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Am Samstag folgt in der Bundesliga das Auswärtsspiel beim FC Bayern München. Danach geht es in der Champions League weiter zu Real Madrid. Der Sieg gegen Eindhoven kommt deshalb zu einem wichtigen Zeitpunkt: Er stärkt das Selbstvertrauen vor zwei schweren Aufgaben und nimmt der Mannschaft zumindest vorerst den größten Druck in Europa.