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Sport · Frauen-Nationalteam

Kössler führt DFB-Frauen zu 4:2 gegen Australien

Die deutschen Fußballerinnen starten mit einem 4:2 gegen Australien in die WM-Saison. Melissa Kössler trifft doppelt und setzt ein klares Zeichen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Fußballerinnen feiern auf einem beleuchteten Spielfeld einen Treffer.
Symbolbild: Fußballerinnen feiern auf einem beleuchteten Spielfeld einen Treffer. KI-generiert

Die deutschen Fußballerinnen haben die neue WM-Saison mit einem 4:2 gegen Australien eröffnet. Melissa Kössler erzielte vor 26.352 Fans ihre ersten beiden Treffer für die A-Nationalmannschaft, danach trafen Camilla Küver und Sjoeke Nüsken. Gegen den WM-Halbfinalisten von 2023 zeigte das Team von Bundestrainer Christian Wück trotz personeller Probleme eine starke Reaktion auf einen unruhigen Beginn und entschied eine wilde Schlussphase für sich.

Kössler prägt die erste Halbzeit

Australien kam zunächst besser in die Partie. Schon in der Anfangsminute wurde es gefährlich, als Sam Kerr nach einem Angriff über die deutsche linke Seite Torhüterin Ena Mahmutovic prüfte. Die Gäste wirkten in dieser Phase direkter, Deutschland brauchte einige Minuten, um Ordnung und Zugriff zu finden.

Mit zunehmender Spielzeit stabilisierte sich die Auswahl um Kapitänin Janina Minge. Der erste deutsche Treffer fiel in der 23. Minute. Carlotta Wamser brachte den Ball an den zweiten Pfosten, dort war Deutschland in Abschlussposition. Kössler drückte den Ball über die Linie und feierte ihr erstes Länderspieltor.

Nur sieben Minuten später legte die Angreiferin nach. Elisa Senß setzte Kössler in Szene, diese verschaffte sich Raum und schloss vom Strafraum ab. Australiens Torhüterin Mackenzie Arnold konnte den Einschlag nicht verhindern. Das 2:0 passte zu einer Phase, in der Deutschland immer mehr Druck entwickelte. Die Sportschau hob den gelungenen Auftritt der Mannschaft von Christian Wück hervor.

Kurz vor der Pause verlor Deutschland jedoch an Klarheit. Australien nutzte Fehler in der Defensive, Kerr traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte per Kopf zum Anschluss. Damit ging ein Spiel in die Pause, das zunächst nach deutscher Kontrolle ausgesehen hatte.

Australien drängt, Deutschland hält dagegen

Nach dem Seitenwechsel war Australien nahe am Ausgleich. Bei einer Ecke wurde es im deutschen Strafraum unübersichtlich, Mahmutovic bekam den Ball erst im Nachfassen unter Kontrolle. Zuvor war ein Abschluss von Clare Wheeler an die Unterkante der Latte gegangen. Später musste Sarai Linder nach einer Standardsituation kurz vor der Linie eingreifen.

Wück wechselte mehrfach und brachte unter anderem Marie Müller und Nicole Anyomi. Die neuen Kräfte belebten die deutsche Offensive. Anyomi kam frei vor Arnold zum Abschluss, die Torhüterin lenkte den flachen Versuch an den Pfosten. Auch Linda Dallmann und Zicai vergaben Möglichkeiten, bevor Deutschland doch wieder traf.

In der 83. Minute schlug Dallmann eine Ecke in den Fünfmeterraum. Küver behauptete sich und erzielte das 3:1. Die Partie blieb dennoch offen. Holly McNamara verkürzte in der dritten Minute der Nachspielzeit auf 3:2, nur eine Minute später sorgte Nüsken nach einer Ecke für den Endstand.

Wück lobt Einsatz, mahnt aber an

Der Bundestrainer zeigte sich mit der Energie seiner Mannschaft zufrieden und stellte Kösslers Leistung heraus. Zugleich kritisierte er den Gegentreffer vor der Pause. Tagesschau.de zitierte Wück mit der Einschätzung, die Szene sei ein „großer Lehrmoment“ gewesen, weil Deutschland Australien trotz 2:0-Führung wieder herankommen ließ.

Die Partie hatte für Wück auch deshalb Bedeutung, weil ihm zahlreiche Spielerinnen fehlten. Kapitänin Giulia Gwinn fällt wegen einer Außenbandverletzung im linken Sprunggelenk aus. Sechs weitere Spielerinnen mussten verletzungsbedingt passen. Stammtorhüterin Ann-Katrin Berger wurde geschont, Mittelstürmerin Lea Schüller fehlte wegen eines Infekts.

Nachnominiert wurden Nicole Anyomi und die 18 Jahre alte Luzie Zähringer, Kapitänin der U19-Nationalmannschaft. Zähringer blieb ohne Einsatz, Lisa Baum vom FC Arsenal gab dagegen ihr Debüt im A-Team.

Signal vor dem nächsten Test

Der Sieg gilt als gelungener Auftakt auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien, die vom 24. Juni bis 25. Juli ausgetragen wird. Für Deutschland war vor allem wichtig, dass die Mannschaft trotz Ausfällen, Wechseln und zwischenzeitlicher Druckphasen des Gegners offensiv Lösungen fand.

Bereits am Dienstag folgt der nächste Test. Dann trifft die DFB-Auswahl in Bremen auf Japan. Nach dem Erfolg gegen Australien geht Deutschland mit Rückenwind in dieses Spiel, muss aber die defensiven Nachlässigkeiten aus beiden Halbzeiten aufarbeiten.