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Stündlich aktualisiert

Sport · Bundesliga-Rheinderby

Köln gewinnt Derby, Gladbach-Fans sorgen für Eklat

Der 1. FC Köln schlägt Borussia Mönchengladbach 2:1. Nach dem Siegtor wird die Partie wegen Ausschreitungen im Gästeblock kurz unterbrochen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Fußballstadion unter Flutlicht nach einem hitzigen Derby.
Symbolbild: Ein Fußballstadion unter Flutlicht nach einem hitzigen Derby. KI-generiert

Der 1. FC Köln hat das Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach 2:1 gewonnen und damit Trainer René Wagner spürbar entlastet. Isak Johannesson und Saïd El Mala trafen für den FC, Joe Scally erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich. Überschattet wurde die Partie am fünften Bundesliga-Spieltag von Ausschreitungen im Gladbacher Block nach dem Kölner Siegtor. Für Borussia-Trainer Alexander Blessin endete das Debüt mit der nächsten Niederlage; Mönchengladbach bleibt ohne Punkt Tabellenletzter.

El Mala entscheidet die Partie

Köln startete nicht dominant, nutzte aber die Fehler des Gegners konsequenter. In der 26. Minute landete ein Gladbacher Klärungsversuch nach einem Freistoß zentral vor Johannesson. Der Mittelfeldspieler nahm die Gelegenheit an und schoss den Ball unhaltbar in den Winkel. Für ihn war es der erste Saisontreffer.

Gladbach kam vor der Pause zurück. Eine Hereingabe von Lukas Ullrich wurde von Kölns Jahmai Simpson-Pusey unglücklich weitergeleitet, Scally stand frei und köpfte zum 1:1 ein. Sein Jubel vor der Kölner Kurve sorgte für Unruhe im Stadion.

Nach dem Seitenwechsel übernahm Köln stärker die Kontrolle. Gladbachs Daiki Hashioka spielte El Mala den Ball in den Lauf, doch Jan Leszczynski rettete zunächst stark. Der 19 Jahre alte polnische Innenverteidiger hatte zuvor bereits auf der Linie geklärt. In der 67. Minute war auch er machtlos: El Mala traf aus der Distanz und stellte auf 2:1.

Unterbrechung nach Pyrotechnik

Nach El Malas Treffer eskalierte die Lage im Gästebereich. Der Tagesspiegel berichtete, einige Gladbacher Anhänger hätten randaliert und Leuchtraketen in Richtung Kölner Zuschauerbereiche abgefeuert. Die Begegnung wurde deshalb für kurze Zeit angehalten.

Sportlich blieb die Schlussphase für Borussia enttäuschend. Die Gäste entwickelten nach dem zweiten Kölner Tor kaum noch Druck nach vorn. Köln verteidigte den Vorsprung und brachte den Derby-Sieg über die Zeit.

Verletzung trübt den Kölner Erfolg

Trotz des Sieges musste der FC einen weiteren Rückschlag verkraften. Ellyes Skhiri verletzte sich kurz vor der Halbzeit in einem Zweikampf mit Florian Neuhaus und wurde mit einer Trage vom Feld gebracht. Anschließend kam er ins Krankenhaus.

Für Köln ist das besonders bitter, weil bereits Thijs Dallinga wegen eines Kreuzbandrisses ausfällt. Auch Ragnar Ache stand gegen Gladbach nicht zur Verfügung. Wagner musste damit auf beide etatmäßigen Mittelstürmer verzichten.

Vor dem Spiel hatte der Kölner Trainer bei DAZN angekündigt, sein Team wolle „von Minute eins an aggressiv spielen“. In der Anfangsphase war davon wenig zu sehen. Gladbach hatte zunächst mehr Ballaktionen, kam daraus aber kaum zu klaren Möglichkeiten. Beide Mannschaften wirkten lange verunsichert, viele Aktionen waren ungenau.

Gladbachs Fehlstart verschärft sich

Für Blessin begann seine Arbeit bei Borussia Mönchengladbach mit einer Niederlage im wichtigsten Nachbarschaftsduell. Er setzte bei seinem ersten Spiel wieder auf eine Dreierkette. Der kurzfristig ausgefallene Ko Itakura wurde durch Hashioka ersetzt, Kapitän Tim Kleindienst fehlte weiterhin. Vorn spielte Isac Lidberg, der vor dem Kölner Führungstor unglücklich klärte.

Die FAZ verwies darauf, dass Gladbach zuletzt vor elf Jahren mit fünf Niederlagen in eine Bundesligasaison gestartet war. Damals gelang dem Klub später noch der Sprung auf Platz vier. Die aktuelle Lage wirkt deutlich angespannter: Nach fünf Spielen steht Borussia ohne Zähler und mit bereits 17 Gegentoren am Tabellenende.

Köln hat nun sieben Punkte aus fünf Partien. Für Wagner kommt der Derby-Sieg nach wachsender Kritik zur rechten Zeit. Gladbach dagegen muss unter Blessin schnell Antworten finden, denn der Trainerwechsel hat zumindest im ersten Anlauf keine Wende gebracht.