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Sport · Nations League

Klopp stellt Deutschland in Griechenland neu auf

Die DFB-Auswahl spielt heute in Thessaloniki gegen Griechenland. Für Jürgen Klopp geht es um Punkte, Personaltests und die Ausgangslage für kommende Turniere.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Fußballstadion unter Flutlicht vor einem wichtigen Länderspiel.
Symbolbild: Ein Fußballstadion unter Flutlicht vor einem wichtigen Länderspiel. KI-generiert

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steht heute in Thessaloniki unter Druck. Nach dem 0:1 gegen Griechenland vor einer Woche braucht das Team von Bundestrainer Jürgen Klopp in der Nations League ein gutes Ergebnis, um den Anschluss an die Spitze zu halten. Anstoß im Toumba-Stadion ist um 20.45 Uhr. Klopp setzt dabei weiter auf personelle Prüfungen, aber auch auf klare Entscheidungen: Jonas Urbig bleibt im Tor, Joshua Kimmich gehört nicht zum zweiten Aufgebot.

Druck in Thessaloniki

Deutschland liegt vor dem vierten Gruppenspiel nur auf Rang drei. Griechenland führt die Gruppe mit sieben Punkten an, dahinter stehen die Niederlande mit fünf Zählern. Die DFB-Auswahl hat vier Punkte, Serbien ist noch ohne Punkt. Ein erneuter deutscher Verlust gegen Griechenland würde den Kampf um Platz eins erheblich erschweren. Auch der Weg ins Viertelfinale der Nations League würde komplizierter.

Wie die Welt berichtet, überträgt RTL das Spiel im Free-TV. Die Sendung beginnt demnach bereits um 19.05 Uhr mit einer Gesprächsrunde zur bisherigen Klopp-Zeit. Ab 20.00 Uhr folgt die Berichterstattung aus Thessaloniki.

Sportlich geht es nicht nur um eine Reaktion auf Klopps erste Niederlage als Bundestrainer. Die Partie beeinflusst auch die Planung für das kommende Länderspieljahr. Im November folgen für Deutschland noch die Spiele in Serbien und gegen die Niederlande. Sollten Teams punktgleich abschließen, entscheidet die direkte Bilanz. Deshalb hat das Rückspiel gegen Griechenland für die Tabelle besonderes Gewicht.

Urbig bleibt, Kimmich fehlt

Klopp vertraut im Tor erneut Jonas Urbig. Der 23 Jahre alte Torhüter des FC Bayern München hatte beim 2:0 gegen Serbien sein Debüt gegeben. Weil Urbig in München hinter Manuel Neuer nur wenig Spielzeit erhält, soll er nun weiter internationale Praxis sammeln. Klopp begründete die Entscheidung damit, dass die anderen Torhüter regelmäßig im Verein spielen.

Deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommt die Situation um Joshua Kimmich. Der Kapitän war in den ersten beiden Partien dieses Lehrgangs dabei, beim 1:1 gegen die Niederlande und beim 0:1 gegen Griechenland. Für die zweite Hälfte der Nations-League-Phase gehört er nicht zum Kader. Laut Sportschau und BR24 wurde Klopp vor dem Spiel erneut auf Kimmich angesprochen. Der Bundestrainer sagte dazu: „Ich gebe zu dem Thema auf.“

Klopp erklärte zugleich, dass die Nationalmannschaft mehr als nur wenige Mittelfeldspieler brauche. Er wolle unterschiedliche Profile sehen: Führung, Laufstärke, Kreativität und weitere Elemente. Aleksandar Pavlovic dürfte in Thessaloniki wieder beginnen. Beim Sieg gegen Serbien hatte er mit Tom Bischof und Florian Wirtz im Mittelfeld überzeugt.

Neue Rollen auf den Flügeln

Neben dem Zentrum rücken auch die Außenbahnen stärker in den Fokus. Der Spiegel ordnet vor dem Spiel ein, dass Klopp moderne Spielgestaltung verstärkt über die Flügel denkt. Dabei stehen auch neue Namen im Blickfeld, darunter Derry Scherhant. Für die DFB-Auswahl geht es damit nicht nur um eine Startelf für Griechenland, sondern um die Frage, welche Spielertypen künftig gebraucht werden.

Klopp nutzt die Nations-League-Spiele sichtbar als Testfeld. Die Kader wurden nicht für alle Partien gleich zusammengesetzt, mehrere Profis erhielten nur einen Teil des Lehrgangs. Das sorgt für Diskussionen, eröffnet aber auch Chancen für Spieler, die unter früheren Bundestrainern weniger im Vordergrund standen.

Folgen für 2027 und 2028

Der Tagesspiegel beschreibt unter Berufung auf dpa, wie stark die Platzierung in der Gruppe auf die nächsten Monate wirkt. Wird Deutschland noch Gruppensieger, würde das Team im März im Viertelfinale gegen einen Gruppenzweiten antreten und hätte im Rückspiel Heimrecht. Nach aktuellem Stand kämen dafür etwa England, Belgien oder Dänemark infrage. Der Einzug ins Finalturnier der Nations League hätte auch Einfluss auf den Ablauf der EM-Qualifikation.

Als Gruppenzweiter wäre Deutschland ebenfalls im Viertelfinale, müsste das Rückspiel aber auswärts bestreiten. Die möglichen Gegner wären nach derzeitiger Lage deutlich schwieriger, etwa Spanien, Frankreich oder Portugal. Platz drei könnte zu Rechenspielen um den Verbleib in der A-Liga führen. In ungünstigen Fällen drohten Abstiegsduelle mit Teams aus der B-Liga.

Ein letzter Platz wäre sportlich und strategisch ein Rückschlag. Deutschland könnte bei der Auslosung der EM-Qualifikation am 6. Dezember in Belfast seinen Status unter den besten zwölf Teams verlieren. Für Klopp ist das Spiel in Griechenland deshalb mehr als ein Nations-League-Abend: Es ist ein Test für Personal, Hierarchie und die Richtung bis zur EM 2028.