Sport · Nations League
Klopp feiert ersten Sieg mit der DFB-Elf
Jürgen Klopp hat seinen ersten Sieg als Bundestrainer erreicht. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewann am Donnerstagabend in München in der Nations League 2:0 gegen Serbien. Tom Bischof traf vor der Pause, Florian Wirtz erhöhte nach dem Wechsel und war mit zwei direkten Torbeteiligungen die prägende Figur. Nach den zuvor schwierigen Wochen wirkt der Erfolg wie ein Neustart, auch wenn bereits am Sonntag in Griechenland die nächste Prüfung wartet.
Bischof und Wirtz entscheiden die Partie
Im dritten Spiel unter Klopp zeigte Deutschland gegen Serbien eine deutlich aktivere Vorstellung. Das ZDF berichtete, Serbien sei mit dem 0:2 noch glimpflich davongekommen, weil die DFB-Auswahl zahlreiche Möglichkeiten herausspielte. Bischof brachte die Gastgeber in der 39. Minute in Führung. Wirtz erzielte in der 61. Minute den zweiten Treffer und bestätigte damit seine starke Rolle in der Offensive.
Klopp setzte in München auf ein Team mit mehreren jüngeren Spielern. Im Tor stand Urbig, davor begannen Treu, Thiaw, Anton und Mittelstädt. Im Mittelfeld spielten Pavlovic, Bischof und Wirtz, vorn starteten Gnabry, Woltemade und Scherhant. Serge Gnabry führte die Mannschaft zunächst als Vertreter von Joshua Kimmich aufs Feld, wurde aber zur Pause durch Said El Mala ersetzt. Danach übernahm Wirtz die Kapitänsbinde.
Für die Nationalmannschaft war der Abend auch deshalb wichtig, weil der Tiefpunkt der jüngeren Vergangenheit noch nachwirkte. Das frühe WM-Aus gegen Paraguay hatte die Stimmung belastet. Gegen Serbien trat das Team wieder griffiger auf, eroberte viele Bälle früher zurück und kam dadurch häufiger in gute Positionen.
Wirtz erklärt den Klopp-Effekt
Wirtz beschrieb den Auftritt anschließend als Ergebnis einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Im Gespräch mit RTL/ntv und Sky sagte er laut n-tv, Klopp habe das Team im Gegenpressing deutlich weitergebracht. Die Spieler seien in den Zweikämpfen sehr „bissig“ gewesen und hätten den Ball oft gemeinsam attackiert.
Der 23-Jährige hob außerdem Klopps Umgang mit der Mannschaft hervor. Der Bundestrainer gebe vielen Spielern das Gefühl, gebraucht zu werden. Wirtz sagte bei RTL/ntv und Sky, Klopp sei darin „wirklich ein Meister“. Für ihn selbst sei es leichter, seine Qualitäten zu zeigen, wenn die Mannschaft nach Ballverlusten sofort Druck entwickle und anschließend kontrolliert in Ballbesitz komme.
Trotz des Erfolgs blieb Wirtz vorsichtig. Entscheidend sei nicht ein einzelner guter Abend, sondern Beständigkeit. Deutschland müsse solche Leistungen wiederholen, sonst verliere der Sieg schnell an Bedeutung. Diese Einschätzung passt zur Ausgangslage: Klopp hat zwar seinen ersten Erfolg verbucht, doch die Mannschaft steht weiter am Anfang einer neuen Phase.
Gnabry reist nicht mit nach Griechenland
Vor dem Spiel am Sonntag in Thessaloniki verändert sich der Kader. Wie die Sportschau berichtete, verzichtet Klopp gegen Griechenland auf Gnabry. Der Münchner hatte in allen drei bisherigen Nations-League-Spielen dieser Länderspielphase mitgewirkt und stand gegen Serbien erstmals seit seiner schwereren Verletzung wieder in der Startelf. Klopp hatte die Auswechslung zur Halbzeit bereits mit „Belastungssteuerung“ erklärt und Gnabrys Leistung gelobt.
Nach Angaben von ZDFheute gehört Gnabry nicht zum 23-köpfigen Aufgebot für die Reise nach Griechenland. Für ihn rückt Felix Keidel von der SV Elversberg in den Spieltagskader. Der Neuling war gegen Serbien noch nicht dabei. Keidel kann im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden und auch beide Außenverteidigerpositionen übernehmen.
Durch Gnabrys Abreise ist Wirtz nun der erfahrenste Nationalspieler im verbliebenen Kader. Er kommt auf 47 Länderspiele. Die Mannschaft trainiert am Samstagvormittag noch in Herzogenaurach und reist anschließend nach Thessaloniki weiter.
Nächster Test in Thessaloniki
Das Spiel in Griechenland schließt die aktuelle Länderspielpause ab. Für Klopp und sein Team geht es auch um eine Reaktion auf das 0:1 im Hinspiel. Wirtz erwartet eine deutlich schwierigere Atmosphäre als zuletzt in München, sieht die Mannschaft aber darauf vorbereitet. Viele Spieler kennen hitzige Auswärtsspiele aus ihren Vereinen.
Der Sieg gegen Serbien gibt Klopp Rückenwind, löst aber nicht alle Fragen. Deutschland zeigte Tempo, Druck gegen den Ball und mehr Selbstvertrauen im Angriff. Ob daraus Stabilität entsteht, entscheidet sich erst in den kommenden Spielen. Der Auftritt am Sonntag wird deshalb zum direkten Gradmesser für den neuen Kurs unter Klopp.