Sport · 2. Bundesliga
Hertha baut perfekte Serie gegen Fürth aus
Hertha BSC bleibt in der 2. Bundesliga ohne Punktverlust und hat die Tabellenführung ausgebaut. Die Berliner besiegten die SpVgg Greuther Fürth im Olympiastadion mit 2:1, nachdem es zur Pause noch torlos gestanden hatte. Laut Tagesspiegel/dpa liegt Hertha nach dem siebten Erfolg im siebten Spiel nun vier Punkte vor dem 1. FC Nürnberg. Der Abstand auf den 1. FC Magdeburg auf Rang vier beträgt bereits acht Zähler.
Pedersen eröffnet die Partie
Die Entscheidung fiel erst im zweiten Durchgang. Mads Pedersen brachte Hertha in der 65. Minute in Führung. Für den dänischen Außenverteidiger war es das erste Tor im Berliner Trikot. Paul Seguin erhöhte in der 80. Minute mit einem Distanzschuss. Fürth kam durch Jannis Heuer in der 90. Minute noch zum Anschlusstreffer, mehr gelang den Gästen aber nicht.
Die Partie vor 58.018 Zuschauerinnen und Zuschauern entwickelte sich lange nicht so klar, wie es die Tabellenlage erwarten ließ. Beide Mannschaften boten dem Gegner Räume an, beide vergaben gute Möglichkeiten. Hertha hatte in der ersten Halbzeit mehrere Szenen, um früh in Führung zu gehen. Jon Dagur Thorsteinsson, Oluwaseun Adewumi, Kevin Sessa und Luca Schuler nutzten ihre Chancen nicht. Auf der anderen Seite kamen auch die Fürther durch Omar Sillah und Shinta Appelkamp gefährlich vor das Tor.
Kurz vor der Pause musste Fürths Torwart Florian Hellstern zudem bei einem wuchtigen Versuch von Linus Gechter aus großer Entfernung eingreifen. Auch Adewumi stellte ihn nach einem schnellen Vorstoß noch einmal vor Probleme. Fürth blieb seinerseits über Umschaltmomente und Standards gefährlich.
Leitl sieht trotz Sieg Mängel
Hertha-Trainer Stefan Leitl zeigte sich nach dem Spiel keineswegs rundum zufrieden. Die Kulisse und das Ergebnis hob er hervor, das Auftreten seiner Mannschaft dagegen nicht. Laut dpa sagte Leitl, der Beginn habe ihm „überhaupt nicht gefallen“. Auch die zwölf Eckbälle für Fürth störten den Berliner Coach, weil seine Mannschaft damit zu viele Standards zuließ.
Pedersen passte mit seinem Auftritt zu diesem gemischten Eindruck. Der Torschütze brachte Hertha auf Kurs, bewertete seine eigene Leistung aber zurückhaltend. Leitl schilderte nach dem Abpfiff, Pedersen habe ihm sinngemäß gesagt, er habe schlecht gespielt, aber getroffen. Der Trainer nahm das mit Humor, blieb in der Sache jedoch kritisch.
Ein wichtiger Moment kam kurz vor dem Berliner Führungstor. Fürth jubelte zunächst über einen Treffer von Sillah, doch der Videoassistent griff ein. Die Szene wurde wegen einer knappen Abseitsstellung zurückgenommen. Wenig später nutzte Hertha die eigene Chance, Pedersen traf aus spitzem Winkel. Danach bekam Berlin mehr Kontrolle, ehe Seguin den Vorsprung ausbaute.
Fürth bleibt ohne Erfolg in Berlin
Für die SpVgg Greuther Fürth setzte sich eine negative Serie fort. Der Club wartet weiter auf einen Sieg im Olympiastadion. Trotz einer ordentlichen Zahl an Gelegenheiten und des späten Kopfballtors reichte es erneut nicht für einen Punkt. In der Tabelle steht Fürth mit sechs Punkten nur knapp oberhalb der Abstiegsregion.
Hertha dagegen festigt früh in der Saison die Rolle als Spitzenmannschaft. Sieben Siege aus sieben Spielen sind eine klare Ansage an die Konkurrenz, auch wenn Leitl aus dem Auftritt viele Arbeitsaufträge ableitet. Der Vorsprung auf Nürnberg verschafft den Berlinern Luft, der Abstand zu Magdeburg zeigt zudem, dass sich Hertha im oberen Bereich bereits absetzt.
Frühe Lage im Aufstiegsrennen
Die Berliner treten derzeit mit einer seltenen Mischung auf: Die Ergebnisse sind makellos, spielerisch bleibt aber Raum für Verbesserung. Gerade diese Kombination dürfte im Verein nüchtern bewertet werden. Der Sieg gegen Fürth zeigte, dass Hertha auch an Tagen gewinnt, an denen nicht alles sauber läuft.
Für die Einordnung bleibt entscheidend, dass die Saison noch jung ist. Dennoch zählt jeder Abstand in einer Liga, die traditionell eng bleibt. Hertha hat sich nach der Länderspielpause keine Schwäche erlaubt und den Druck auf die Verfolger erhöht. Der nächste Schritt besteht nun darin, die Serie nicht nur über Ergebnisse, sondern auch über stabilere Leistungen zu bestätigen.