Sport · Abschied in Zenica
Dzeko verabschiedet sich aus Bosniens Nationalteam
Edin Dzeko hat seine Laufbahn in der Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina beendet. Der 40 Jahre alte Angreifer des FC Schalke 04 kam am Freitagabend beim 1:1 gegen Schweden in der Nations League zu seinem 152. Länderspiel. In Zenica trug er noch einmal die Kapitänsbinde, ehe er in der 62. Minute ausgewechselt wurde. Teamkollegen bildeten für ihn ein Spalier, die Zuschauer verabschiedeten ihn mit langem Applaus.
Letzter Auftritt als Kapitän
Das Spiel endete ohne Sieger, zur Pause hatte es 0:0 gestanden. Für Bosnien-Herzegowina war das Ergebnis an diesem Abend aber nur ein Teil der Geschichte. Im Mittelpunkt stand Dzeko, der seit Jahren das Gesicht der Auswahl ist und sein letztes Länderspiel schon vor dem Anpfiff zu einem besonderen Moment machte.
Beinahe hätte er sich selbst noch mit einem Tor verabschiedet. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte brachte Dzeko den Ball im schwedischen Tor unter. Der Treffer wurde jedoch nicht gegeben, weil der Ball zuvor die Torauslinie überschritten hatte. Damit blieb seine Bilanz im Nationaltrikot bei 73 Treffern.
Sarajevo und Zenica feiern Dzeko
Die Würdigungen hatten nicht erst im Stadion begonnen. In Sarajevo hing der FAZ zufolge bereits seit dem Vortag ein überdimensionales Trikot mit Dzekos Rückennummer 11 an einem Gebäude in der Innenstadt. Darauf stand „Danke Diamant“, eine Anspielung auf den Spitznamen des Stürmers.
Auch die Gastronomie griff die Zahl 11 auf. Mehrere Restaurants boten am Spieltag eine Portion mit elf statt der üblichen zehn Cevapi an. Im Stadion in Zenica begann die Ehrung lange vor dem Anstoß. Die Fans riefen immer wieder seinen Namen und machten deutlich, welche Bedeutung Dzeko für den bosnischen Fußball hat.
152 Spiele, 73 Tore, zwei WM-Teilnahmen
Dzeko hatte im Juni 2007 gegen die Türkei sein Debüt für Bosnien-Herzegowina gegeben. In den folgenden fast zwei Jahrzehnten wurde er zum Rekordspieler und Rekordtorschützen der Auswahl. Besonders prägend waren die Teilnahmen an den Weltmeisterschaften 2014 und 2026. Beide Turniere nannte Dzeko rückblickend die größten Erinnerungen mit der Nationalmannschaft.
Vor dem Spiel sprach der Stürmer über die Bedeutung des Nationaltrikots. „Nichts in meiner Karriere ist mit dem Stolz zu vergleichen“, sagte Dzeko laut Sportschau mit Blick auf seine Einsätze für Bosnien-Herzegowina. Für sein Land aufzulaufen, bezeichnete er als „emotionalstes Privileg“, das ihm der Fußball gegeben habe.
Dzeko spielte zuletzt beim Bundesliga-Aufsteiger FC Schalke 04. Seine Vereinskarriere ist von dem Abschied aus der Nationalmannschaft nicht betroffen. Für Bosnien-Herzegowina endet dagegen eine Ära, die sportlich eng mit seinem Namen verbunden ist.
Abschied ohne Bruch
Dzeko kündigte an, die Auswahl künftig als Anhänger zu begleiten. Zugleich äußerte er Vertrauen in die nächste Generation. Die verbleibenden Spieler könnten seinen Weg fortsetzen, sagte er. Seine Mannschaft beschrieb er als intakte Gruppe, die ihn noch zu einem längeren Verbleib bewegen wollte.
Zum Abschied betonte Dzeko, dass seine Verbindung zur Nationalmannschaft nicht ende. Er gehe nur vom Platz, nicht aus dem Umfeld des Teams. Für Bosnien-Herzegowina bleibt die Aufgabe, die Rolle seines langjährigen Kapitäns auf mehrere Schultern zu verteilen. Dzekos Zahlen markieren dabei den Maßstab: 152 Länderspiele, 73 Tore und zwei Weltmeisterschaften.