Sport · Fußball-Nationalteam
DFB-Team muss gegen Australien und Japan auf Gwinn verzichten
Giulia Gwinn steht der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in den kommenden beiden Länderspielen nicht zur Verfügung. Die 27 Jahre alte Kapitänin verletzte sich am Samstag beim 1:0 des FC Bayern München bei Eintracht Frankfurt am linken Sprunggelenk und sagte die Partien gegen Australien und Japan ab, wie der DFB laut ZDF am Sonntagabend mitteilte. Bundestrainer Christian Wück berief Sarai Linder vom VfL Wolfsburg nach. Eine genaue Diagnose soll nach weiteren Untersuchungen in München folgen.
Verletzung in der Schlussphase
Gwinn musste im Bundesliga-Topspiel in Frankfurt kurz vor dem Ende ausgewechselt werden. Sie war in einer Spielsituation umgeknickt, wurde auf dem Rasen versorgt und verließ das Feld anschließend mit sichtbaren Problemen. Auf der Bank wurde ihr linker Knöchel bandagiert.
Für den FC Bayern bedeutet der Ausfall ebenfalls eine Schwächung. Laut Sportschau bestätigte der Verein, dass Gwinn der Mannschaft von Trainer José Barcala zunächst fehlen wird. Wie lange die Außenverteidigerin pausieren muss, hängt von den Untersuchungen ab, die für Montag in München angesetzt wurden.
Die Absage trifft das Nationalteam unmittelbar vor zwei Heimspielen. Deutschland empfängt Australien am Freitag in Karlsruhe. Am 13. Oktober folgt in Bremen die Begegnung mit Japan. Beide Partien gelten als sportliche Standortbestimmung für das Team von Wück.
Linder rückt in den Kader
Mit Sarai Linder reagiert der Bundestrainer auf die Lücke in der Defensive. Die Wolfsburgerin gehört nun zum Aufgebot für die beiden Spiele. Wück muss in der Abwehr ohnehin umstellen: Kathrin Hendrich vom 1. FC Köln und Rebecca Knaak von Manchester City stehen verletzt nicht zur Verfügung.
Gwinn war erst vor wenigen Wochen nach einer Schulteroperation auf den Platz zurückgekehrt. Im April hatte sie sich in einem Länderspiel gegen Österreich die Schulter ausgekugelt, im Mai folgte der Eingriff. Dadurch verpasste sie im Juni die beiden entscheidenden WM-Qualifikationsspiele gegen Norwegen und Slowenien.
Vor diesem Hintergrund sollte die aktuelle Länderspielphase auch ein weiterer Schritt zurück in die DFB-Elf werden. Gwinn hatte sich zuletzt wieder in guter Form gezeigt und beim FC Bayern wichtige Spielpraxis gesammelt.
Bayern gewinnt, Sorge bleibt
Sportlich setzte der FC Bayern seine Serie in der Bundesliga fort. Der Meister gewann in Frankfurt durch ein frühes Tor von Klara Bühl. n-tv berichtete von 5.750 Zuschauerinnen und Zuschauern im ausverkauften Stadion am Brentanobad. Für die Münchnerinnen war es der sechste Sieg im sechsten Ligaspiel dieser Saison.
Bühl traf in der 18. Minute nach einem Gegenangriff. Frankfurt kam offensiv kaum durch, Bayern kontrollierte weite Phasen der Partie. In der Tabelle baute München den Abstand auf Frankfurt aus. Wolfsburg liegt nach einem 2:1 gegen den Hamburger SV drei Punkte hinter Bayern.
Die Münchnerinnen sind damit seit 48 Ligaspielen ungeschlagen. Bühl sagte laut n-tv: „Wir freuen uns über jeden Sieg.“ Die Nationalspielerin verwies zudem auf das Selbstvertrauen, das solche Ergebnisse bringen. Für Bayern waren die vergangenen Wochen dennoch anspruchsvoll. In der Champions League gab es ein 2:2 gegen Manchester City und ein 3:0 bei Benfica Lissabon, im DFB-Pokal ein knappes 2:1 bei Borussia Mönchengladbach.
Wiederholte Rückschläge für Gwinn
Gwinns Karriere ist bereits mehrfach durch schwere Verletzungen unterbrochen worden. Im September 2020 riss sie sich das Kreuzband im rechten Knie, im Oktober 2022 folgte ein Kreuzbandriss im linken Knie. Beim EM-Auftaktspiel 2025 in der Schweiz erlitt sie zudem eine Innenbandverletzung im linken Knie.
Trotz dieser Pausen kehrte Gwinn jeweils zurück und blieb eine zentrale Spielerin für Verein und Nationalmannschaft. Der erneute Ausfall kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sie sich nach der Schulterverletzung wieder stabilisiert hatte. Für den DFB verschiebt sich damit die geplante Rückkehr seiner Kapitänin. Für Bayern steht vorerst die medizinische Klärung im Mittelpunkt.