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DFB-Frauen in Topf eins, Bahnrad-Team holt Bronze
Die deutschen Fußballerinnen haben mit dem 2:1 gegen Japan ihren Aufwärtstrend bestätigt und sich eine günstige Ausgangsposition für die WM-Auslosung gesichert. Das Team von Bundestrainer Christian Wück steht in der Weltrangliste inzwischen auf Rang drei und wird bei der Ziehung für die Weltmeisterschaft in Brasilien in Topf eins geführt. Auch auf der Bahn gab es einen deutschen Erfolg: Clara Schneider, Lea Sophie Friedrich und Pauline Grabosch gewannen bei der WM in Shanghai Bronze im Teamsprint.
Sieg gegen Japan stärkt WM-Perspektive
Im Bremer Weserstadion musste die DFB-Auswahl zunächst einem Rückstand hinterherlaufen. Momoko Tanikawa brachte Japan in der 15. Minute in Führung. Die deutsche Antwort folgte noch vor der Pause: Klara Bühl legte für Linda Dallmann auf, die in der 28. Minute zum Ausgleich traf. Nach dem Seitenwechsel entschied Bühl die Partie selbst und erzielte in der 73. Minute das 2:1.
Für die deutsche Mannschaft ist der Erfolg sportlich bedeutsam, weil er den jüngsten Kurs untermauert. Seit dem EM-Halbfinale gegen Spanien im Juli des vergangenen Jahres hat das Team zwölf Spiele bestritten. Nur einmal blieb es dabei ohne Torerfolg, erneut gegen Spanien. Hinzu kam ein 0:0 gegen Österreich in der WM-Qualifikation. Die übrigen Partien wurden gewonnen.
Wück wertete die Entwicklung laut F.A.Z. als Zeichen, dass sein Team international Boden gutmacht. Er sagte dazu kurz: „Wir kommen näher.“ Die Platzierung in Topf eins verhindert bei der Auslosung am 11. Dezember in Rio de Janeiro frühe Gruppenduelle mit Spanien und den USA, die in der Rangliste noch vor Deutschland stehen.
Bühl rückt in den Mittelpunkt
Eine Schlüsselrolle gegen Japan spielte Bühl. Die Angreiferin des FC Bayern bereitete ein Tor vor und erzielte den Siegtreffer. Ihre eigene Leistung ordnete sie im Anschluss mit einer Bewertung zwischen sieben und siebeneinhalb von zehn ein. Sie sah gute Ansätze, blieb aber zugleich zurückhaltend.
Auch im Team erhielt Bühl viel Anerkennung. Sjoeke Nüsken verwies auf Bühls regelmäßige Leistungen in der Bundesliga. Wück hob ihre technischen Fähigkeiten besonders hervor und bezeichnete sie im Zusammenhang mit ihrer Bedeutung für die Mannschaft als Spielerin von internationalem Format. Neben Bühl überzeugte auch Jule Brand, die wieder auf dem rechten Flügel eingesetzt wurde. Gemeinsam setzten die Außenbahnen die japanische Defensive wiederholt unter Druck.
Nüsken sprach nach dem Spiel von viel Energie und Widerstandskraft. Wichtig war aus deutscher Sicht, dass die Mannschaft den frühen Rückstand verarbeitete und nicht die Ordnung verlor. Wück betonte zudem, dass Ausfälle in der Abwehr kompensiert werden mussten. Giulia Gwinn, Rebecca Knaak und Kathrin Hendrich standen nicht zur Verfügung.
Bronze zum WM-Auftakt auf der Bahn
Bei den Bahnrad-Weltmeisterschaften in Shanghai meldeten sich die deutschen Teamsprinterinnen mit einer Medaille zurück. Nach Angaben der Sportschau setzten sich Schneider, Friedrich und Grabosch im kleinen Finale gegen ein russisches Team durch, das unter neutralem Status antritt. Die deutsche Zeit lag bei 46,276 Sekunden.
Der Erfolg beendet eine Phase ohne WM-Medaille in dieser Disziplin. Zwischen 2020 und 2023 hatten Grabosch, Friedrich und Emma Hinze viermal nacheinander den Titel gewonnen. In den beiden folgenden Jahren blieb das deutsche Team ohne Medaille. Hinze pausiert nach der Geburt ihres Sohnes und plant ihr Comeback bei der Heim-EM in Berlin im kommenden Februar.
Ganz zufrieden konnte das Team trotz Bronze nicht sein. Friedrich hatte bereits vor dem Wettbewerb darauf hingewiesen, dass dem Trio auf der Startposition derzeit eine besonders schnelle Anfahrerin fehlt. In Shanghai bestätigte sich dieses Problem. Gegen die stärksten Nationen China und Großbritannien reichte es nicht für den Finaleinzug.
Einordnung vor WM und Olympiazyklen
Die kommenden Monate werden für beide Teams richtungsweisend. Die Fußballerinnen richten den Blick auf die Weltmeisterschaft in Brasilien. Nach F.A.Z.-Informationen ist Ende November eine Reise nach Südamerika geplant, bei der Spiele gegen die USA und Brasilien im Gespräch sind. Offiziell sprach Wück allgemein von Tests auf sehr hohem Niveau.
Auch im Bahnradsport zählt jedes Ergebnis mit Blick auf kommende Großereignisse. Die deutschen Männer erlebten in Shanghai dagegen einen Rückschlag. Henric Hackmann, Nik Schröter und Luca Spiegel verpassten als Neunte der Qualifikation den weiteren Wettbewerb im Teamsprint und verloren damit wichtige Punkte im Rennen um die Olympia-Teilnahme.