Sport · Nations League
Deutschland bleibt in Griechenland ohne Tor
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der Nations League erneut Punkte gegen Griechenland liegen lassen. Vier Tage nach dem 2:0 gegen Serbien spielte das Team von Bundestrainer Jürgen Klopp am Sonntagabend in Thessaloniki 0:0. Deutschland dominierte vor allem vor der Pause, nutzte seine Möglichkeiten aber nicht. In der Gruppe steht die DFB-Auswahl vor den letzten beiden Vorrundenspielen auf Rang drei, drei Punkte hinter den ungeschlagenen Teams aus Griechenland und den Niederlanden.
Starker Beginn ohne Ertrag
Klopp veränderte seine Startelf im Vergleich zum Sieg in München auf drei Positionen. David Raum begann links in der Abwehr, Lennart Karl rückte auf die rechte Offensivseite, Jonathan Burkardt spielte im Sturmzentrum. Im Tor blieb Jonas Urbig, obwohl auch ein weiterer Wechsel auf dieser Position erwartet worden war.
Urbig wurde sofort gefordert. Nach nicht einmal zwei Minuten kam Georgios Masouras aus kurzer Distanz zum Kopfball, doch der Torhüter verhinderte den frühen Rückstand. Danach übernahm Deutschland klar die Kontrolle. Florian Wirtz lenkte viele Angriffe aus dem Zentrum, Derry Scherhant sorgte über links für Tempo, Raum suchte ebenfalls den Abschluss.
Die Sportschau nannte zur Pause deutliche Werte: 76 Prozent Ballbesitz, 13:1 Abschlüsse und 23:2 Aktionen im gegnerischen Strafraum aus deutscher Sicht. Ein reguläres Tor entstand daraus nicht. Burkardt traf zwar nach Vorarbeit von Scherhant, doch der Videoassistent griff ein. Tom Bischof hatte den Ball zuvor unabsichtlich mit der Hand berührt. Schiedsrichter Clement Turpin erkannte den Treffer deshalb nicht an.
Nach der Pause fehlt die Linie
Griechenland brachte zur zweiten Halbzeit Konstantinos Karetsas, der zunächst auf der Bank gesessen hatte, und kam besser in die deutsche Hälfte. Die Gastgeber unterbrachen den Rhythmus häufiger, Deutschland verlor an Präzision und Tempo. Klopp reagierte mit Said El Mala und Nick Woltemade, später kamen weitere Wechsel hinzu. Klare Chancen blieben nun aber selten.
Erst in der Schlussphase erhöhte die DFB-Elf noch einmal den Druck. Philipp Treu und El Mala kamen in aussichtsreiche Situationen, der Ball ging jedoch nicht ins Tor. ZDFheute fasste die Partie als Spiel zusammen, in dem Deutschland besonders in der ersten Hälfte zahlreiche Möglichkeiten ausließ.
Klopp hob im Sportschau-Interview die Leistung vor der Pause hervor und sagte, für ihn sei „die Basis gelegt“. Zugleich verwies er auf das zentrale Problem: Deutschland müsse solche Angriffe auch vollenden. Scherhant sagte der ARD, es tue weh, dass kein Treffer gefallen sei, sah aber zugleich viele gute Ansätze.
Urbig setzt ein positives Zeichen
Für Urbig war das Spiel trotz des fehlenden Sieges ein wichtiger Auftritt. Nach der frühen Parade blieb er ein sicherer Faktor und hielt die Partie in der Anfangsphase offen. In der Sportschau wertete der Torhüter das 0:0 dennoch als „Schritt nach vorne“.
Sportlich bleibt die Bilanz gemischt. Deutschland zeigte gegen Griechenland, dass Klopps Mannschaft über hohes Pressing, Ballgewinne und schnelle Kombinationen Druck aufbauen kann. Gleichzeitig zeigte sich erneut, wie teuer fehlende Effizienz in engen Nations-League-Spielen wird. Nach dem 0:1 im ersten Duell mit Griechenland blieb auch das zweite Aufeinandertreffen ohne deutschen Sieg.
Viertelfinale nicht mehr sicher
Die Ausgangslage in der Gruppe ist vor dem November kompliziert. Nur die ersten beiden Teams erreichen die K.o.-Runde. Deutschland liegt hinter Griechenland und den Niederlanden, die beide ungeschlagen sind. Am 13. November spielt die DFB-Auswahl in Serbien, drei Tage später folgt das Heimspiel gegen die Niederlande.
Der Umbau unter Klopp bleibt damit ein Thema. Die erste Halbzeit in Thessaloniki lieferte Argumente für den eingeschlagenen Weg: mutiges Pressing, viele Ballgewinne, mehrere junge Spieler mit Verantwortung. Das Ergebnis und der Leistungsabfall nach der Pause zeigen aber, dass Stabilität und Abschlussqualität noch nicht verlässlich zusammenkommen. Für den Gruppenerfolg wird Deutschland im November nicht nur gute Phasen brauchen, sondern auch Tore.