Sport · Champions League
BVB verliert in Bodø und rutscht ins Tabellenmittelfeld
Borussia Dortmund hat in der Champions League einen Rückschlag kassiert. Der BVB verlor am Mittwochabend beim norwegischen Vizemeister FK Bodø/Glimt mit 0:1 und blieb nach dem Auftaktsieg gegen den FC Villarreal diesmal ohne Punkte. Fredrik Sjövold traf in der 52. Minute für die Gastgeber. In der Ligaphase fiel Dortmund damit laut FAZ auf Rang 18 zurück.
Kovač nimmt die Niederlage mit auf seine Kappe
Für Niko Kovač begann der 55. Geburtstag mit deutlichem Ärger über die Leistung seiner Mannschaft. Einen Tag nach der Vertragsverlängerung bis 2029 hatte der Trainer seine Startelf an mehreren Stellen verändert. Unter anderem kamen Konstantinos Karetsas, Joey Veerman und Samuele Inácio neu hinein. Auch Ramy Bensebaini stand von Beginn an auf dem Platz. Nico Schlotterbeck wurde geschont.
Kovač sah seine Mannschaft lange ohne Zugriff. Die FAZ zitierte ihn nach der Partie mit den Worten: „Wir haben zu Recht verloren.“ Vor allem vor dem Gegentor habe Dortmund zu wenig von dem gezeigt, was für ein Auswärtsspiel unter diesen Bedingungen nötig gewesen wäre. Später sagte er zur Aufstellung: „Das nehme ich dann auch auf meine Kappe.“
Der BVB fand in der ersten Hälfte kaum Tempo im eigenen Spiel. Bodø/Glimt kam dagegen besser mit dem Untergrund zurecht und hatte vor der Pause die klareren Möglichkeiten. Sondre Brunstad Fet verfehlte nach rund 20 Minuten knapp das Ziel, später kam Ole Didrik Blomberg nach einer Hereingabe von Jens Petter Hauge nicht entscheidend an den Ball.
Erst die Wechsel beleben Dortmund
Nach dem Seitenwechsel fiel der Treffer, der sich aus Sicht der Gastgeber angedeutet hatte. In der Dortmunder Abwehr fehlte bei der Aktion zum 0:1 die Abstimmung, Sjövold nutzte die Gelegenheit. Kurz darauf reagierte Kovač mit einem Vierfachwechsel. Julian Ryerson, Felix Nmecha, Ethan Nwaneri und Serhou Guirassy kamen ins Spiel.
Danach wurde Dortmund deutlich aktiver. Nmecha und Guirassy näherten sich dem Ausgleich an, doch die Gäste blieben im Abschluss ohne Erfolg. Waldemar Anton sprach im DAZN-Interview, über das die Süddeutsche Zeitung berichtete, von einem schwachen ersten Durchgang und sagte: „Nein, wir suchen keine Ausreden.“ Es habe an der nötigen Entschlossenheit gefehlt.
Die Bedingungen im Norden Norwegens waren nicht so extrem wie befürchtet. Im Stadion rund 80 Kilometer nördlich des Polarkreises herrschten Temperaturen um neun Grad, Regen und eisiger Wind blieben aus. Schwieriger war für Dortmund der Kunstrasen. Die Gastgeber spielten darauf zunächst sicherer, während der BVB viele Bälle früh verlor und im Aufbau ungenau blieb.
Bodø bleibt ein schwerer Ort für Favoriten
Bodø/Glimt hat sich in den vergangenen Jahren den Ruf erarbeitet, selbst große europäische Klubs vor Probleme zu stellen. In der vergangenen Champions-League-Saison gewann der Klub zu Hause unter anderem gegen Manchester City, Inter Mailand und Sporting Lissabon. Damals erreichten die Norweger das Achtelfinale.
Auch im aktuellen Wettbewerb hatten sie vor dem Duell mit Dortmund bereits einen Weg durch die Qualifikation hinter sich. Gegen Union Saint-Gilloise und NEC Nijmegen setzte sich Bodø/Glimt durch. Zum Start der Ligaphase gab es allerdings beim FC Bayern ein klares 0:5. Gegen den BVB folgte nun die erste norwegische Antwort auf deutscher Ebene.
Der Erfolg passt in eine Entwicklung, die norwegische Vereine international sichtbarer gemacht hat. Die FAZ verweist dabei auf zwei Faktoren: den starken Ausbau von Kunstrasenplätzen seit den frühen 2000er-Jahren und eine veränderte Talentförderung. Durch die Plätze wurde regelmäßiges Training auch in kälteren Monaten leichter. Zugleich investierten Verband und Vereine stärker in Ausbildung und Nachwuchsarbeit.
Nächste Auswärtsspiele warten schon
Für Dortmund bleibt kaum Zeit zur Aufarbeitung. Am Samstag steht in der Bundesliga das Spiel bei Union Berlin an, am Dienstag folgt die Reise nach Aserbaidschan zum Sabah FK. Kovač hatte die Belastung mit den vielen Reisen bereits vor der Partie als Grund für die Rotation genannt.
Sportlich ist die Aufgabe nun klar. Dortmund muss in Berlin wieder mehr Zweikampfstärke und Präzision zeigen. In Bodø reichte eine späte Druckphase nicht, um den schwachen Start zu korrigieren.