Sport · Champions League
BVB verliert in Bodø und lässt Punkte liegen
Borussia Dortmund hat in der Champions League einen Rückschlag kassiert. Der BVB verlor am Mittwochabend beim norwegischen Vizemeister FK Bodø/Glimt 0:1 (0:0). Fredrik Sjövold erzielte in der 52. Minute den entscheidenden Treffer. Nach dem Auftaktsieg gegen den FC Villarreal blieb Dortmund damit im zweiten Spiel der Ligaphase ohne Punkt.
Späte Reaktion nach Rückstand
Dortmund fand auf dem Kunstrasen in Bodø lange kaum Zugriff. Die Gastgeber bestimmten über weite Strecken das Tempo und kamen schon vor der Pause zu klaren Möglichkeiten. Sondre Brunstad Fet zielte knapp vorbei, Ole Didrik Blomberg verpasste wenig später eine Hereingabe von Jens Petter Hauge nur knapp.
Der BVB dagegen blieb in der ersten Hälfte offensiv weitgehend wirkungslos. Viele Angriffe endeten früh, Abstimmungen passten nicht, auch im Spiel gegen den Ball fehlte die nötige Schärfe. Waldemar Anton sagte bei DAZN: „Das war deutlich zu wenig.“ Der Nationalspieler sprach außerdem davon, dass in mehreren Bereichen die Intensität gefehlt habe.
Nach dem Seitenwechsel nutzte Bodø/Glimt eine Dortmunder Unordnung in der Abwehr. Sjövold traf zur Führung, die zu diesem Zeitpunkt nicht überraschend kam. Erst danach erhöhte Dortmund den Druck. Trainer Niko Kovač brachte unter anderem Serhou Guirassy, Felix Nmecha, Julian Ryerson und Ethan Nwaneri. Die Einwechslungen belebten das Spiel, doch Nmecha und Guirassy verpassten den Ausgleich. Auch die späte Drangphase änderte am Ergebnis nichts mehr.
Kovač rotiert vor Reise-Wochen
Kovač hatte seine Startelf deutlich verändert. Insgesamt fünf neue Spieler begannen im Vergleich zum jüngsten Bundesliga-Spiel bei Werder Bremen. Unter anderem standen Fábio Silva, Samuele Inacio und Konstantinos Karetsas vorne in der Anfangsformation. Nico Schlotterbeck war gar nicht mit nach Norwegen gereist, er wurde nach seinen jüngsten Sprunggelenksproblemen geschont.
Der Trainer begründete die Umstellungen mit der Belastung durch mehrere Auswärtsspiele binnen kurzer Zeit. Neben dem Champions-League-Auftritt in Nordnorwegen steht für Dortmund auch die Reise nach Aserbaidschan zum Spiel bei Sabah FK an. Zusammengerechnet kommen für den BVB in dieser Phase mehr als 11.000 Flugkilometer zusammen.
Zugleich spielte der Belag eine Rolle. Kovač sagte bei DAZN, kleinere Spieler kämen auf Kunstrasen seiner Einschätzung nach etwas besser zurecht. Diese Idee zahlte sich jedoch zunächst nicht aus. Die Dortmunder Offensive wirkte vor den Wechseln zu harmlos, Bodø/Glimt war im kurzen Passspiel sicherer und gewann viele zweite Bälle.
Bodø bleibt unangenehm
Der Spielort liegt weit im Norden Norwegens, rund 80 Kilometer oberhalb des Polarkreises. Extreme Bedingungen trafen Dortmund diesmal zwar nicht an: Es herrschten Temperaturen um neun Grad, Regen und starker Wind blieben aus. Der Kunstrasen und die Spielweise der Gastgeber wurden dennoch zur Herausforderung.
Die Süddeutsche Zeitung erinnerte daran, dass Bodø/Glimt in den vergangenen Jahren bereits mehrere große europäische Gegner zu Hause besiegt hatte. In der Vorsaison gewannen die Norweger in ihrem Stadion gegen Manchester City, Inter Mailand und Sporting Lissabon. Erst im Achtelfinale war damals Schluss.
Auch der Spiegel ordnete die Dortmunder Niederlage in einen größeren deutschen Zusammenhang ein. Einen Tag zuvor hatte Bayern München in Stavanger ebenfalls Probleme bekommen; damit fiel das deutsch-norwegische Champions-League-Duell dieser Woche aus Sicht der Bundesligisten enttäuschend aus. Gegen Bayern hatte Bodø/Glimt zum Start der Ligaphase allerdings deutlich 0:5 verloren.
Stuttgart gewinnt parallel
Für Dortmund ist die Niederlage auch deshalb ärgerlich, weil der Start in die Champions-League-Saison zuvor gelungen war. Gegen Villarreal hatte der BVB 3:2 gewonnen, in Bodø blieb nun die Chance ungenutzt, sich früh in der Tabelle der Ligaphase besser zu positionieren.
Der Deutschlandfunk meldete am selben Abend ein anderes Ergebnis mit deutscher Beteiligung: Der VfB Stuttgart gewann auswärts bei Slovan Bratislava 3:0. Während Stuttgart damit einen klaren Erfolg feierte, muss Dortmund die Reise aus Nordnorwegen ohne Zählbares verarbeiten.
Für Kovač, dessen Vertrag kurz vor dem Spiel bis 2029 verlängert worden war, folgt nun eine anspruchsvolle Phase. Die Partie in Bodø zeigte, dass Schonung und Rotation zwar nachvollziehbar sein können, aber auf Champions-League-Niveau sofort Folgen haben. Dortmund steigerte sich erst, als mehrere Stammkräfte auf dem Platz standen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Bodø/Glimt den entscheidenden Vorsprung bereits erarbeitet.