Sport · Bundesliga am Freitag
BVB gibt gegen Bremen spät ein 2:0 aus der Hand
Borussia Dortmund hat am Freitagabend in der Bundesliga einen späten Rückschlag kassiert. Der BVB führte gegen Werder Bremen nach Treffern von Daniel Svensson und Nico Schlotterbeck mit 2:0, musste aber noch ein 2:2 hinnehmen. Ludovit Reis brachte Bremen in der 88. Minute zurück, Niclas Füllkrug glich in der Nachspielzeit gegen seinen früheren Klub aus. Für Dortmund endete damit die Serie von vier Siegen zum Saisonstart.
Dortmund kontrolliert, Bremen hält dagegen
Die Partie am fünften Spieltag brauchte lange, bis sie Tempo aufnahm. Dortmund hatte mehr Ballbesitz und bestimmte über weite Strecken die Richtung, fand gegen die kompakte Bremer Ordnung aber zunächst kaum Lücken. Werder stand tief, verteidigte aufmerksam und suchte über Füllkrug gelegentlich den Weg nach vorn.
Nach rund einer halben Stunde kamen die ersten Abschlüsse. Serhou Guirassy brachte einen Kopfball nach einer Ecke auf das Bremer Tor, Karl Hein war sicher zur Stelle. Kurz darauf versuchte es Ludovit Reis für Werder knapp am Dortmunder Tor vorbei. Auf der anderen Seite meldete sich Marcel Sabitzer bei seinem ersten Startelfeinsatz der Saison mit einem Freistoß an. Die beste Dortmunder Gelegenheit vor der Pause hatte Maximilian Beier, dessen Versuch Hein stark abwehrte.
Bremen musste früh umstellen. Amos Pieper konnte verletzungsbedingt nicht weiterspielen, für ihn kam Oskar Wojcik in die Abwehr. Die Gäste ließen sich davon nicht aus der Ordnung bringen.
Hein hält Werder im Spiel
Nach der Pause wurde Dortmund deutlich zwingender. Nico Schlotterbeck und Ethan Nwaneri prüften Hein aus der Distanz, der Bremer Torhüter reagierte jeweils aufmerksam. In der 54. Minute hätte Werder dennoch führen können. Füllkrug lief nach einem langen Ball auf das Dortmunder Tor zu, setzte sich gegen Joane Gadou durch, scheiterte aber an Gregor Kobel.
Danach erhöhte der BVB den Druck. Hein rettete erneut gegen Nwaneri, wenig später klärte Werder nach einer Ecke auf der Linie. Nwaneri brachte den Ball anschließend spektakulär per Fallrückzieher im Tor unter, doch Schiedsrichter Christian Dingert hatte zuvor ein Foul geahndet. Dortmunds Trainer Niko Kovac zeigte sich darüber im Sportschau-Interview unzufrieden: „Das war für mich kein Foul, das war gar nichts.“
In der 80. Minute fiel dann doch die Führung. Beier gewann in der eigenen Hälfte den Ball, Dortmund schaltete schnell um, und Svensson traf zum 1:0. Nur fünf Minuten später erhöhte Schlotterbeck per Kopf auf 2:0. Zu diesem Zeitpunkt sprach vieles für den fünften Dortmunder Sieg im fünften Ligaspiel.
Füllkrug setzt den späten Schlusspunkt
Bremen gab die Partie trotzdem nicht auf. Reis verkürzte in der 88. Minute mit einem präzisen Abschluss und sorgte für eine offene Schlussphase. In der zweiten Minute der Nachspielzeit stand Füllkrug nach einer Freistoßflanke richtig und köpfte zum 2:2 ein. Für den früheren Dortmunder war es ein besonderer Treffer, zugleich sein viertes Tor im vierten Spiel nacheinander.
Füllkrug sagte bei Sky, er mache das Tor „für uns und nicht gegen sie“. Entscheidend sei für ihn, dass Werder einen Punkt mitnehme. Auch gegenüber der Sportschau stellte er den Nutzen für die Mannschaft in den Vordergrund und sprach davon, dass Bremen seine gute Phase fortsetzen wolle.
Kovac ärgerte sich über die Schlussminuten. Der BVB habe den Gegner lange beherrscht, sagte er der Sportschau. Die letzten Minuten seien schmerzhaft gewesen; ein solches Spiel dürfe Dortmund nicht mehr hergeben. Auch Schlotterbeck haderte mit den Nachlässigkeiten, lobte aber Füllkrugs Kopfballstärke.
Folgen für beide Teams
Dortmund verliert durch das Remis zwei sicher geglaubte Punkte und muss am Wochenende damit rechnen, in der Tabelle überholt zu werden. Nach vier Siegen aus vier Spielen ist der perfekte Start vorbei. Für den BVB beginnt zugleich eine belastende Phase mit weiteren Aufgaben in Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal.
Werder bleibt dagegen im Aufwärtstrend. Schon gegen Augsburg hatte Bremen einen 0:2-Rückstand noch gedreht. Auch in Dortmund zeigte die Mannschaft Moral und ist nun seit vier Ligaspielen ungeschlagen. Am nächsten Spieltag spielt Dortmund bei Union Berlin, Bremen empfängt den SC Paderborn.