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Stündlich aktualisiert

Sport · DFB-Torwartfrage

Baumann hält an Chance im DFB-Team fest

Oliver Baumann denkt trotz Ausbootung nicht an einen Rückzug aus der Nationalmannschaft. Der Hoffenheimer will Bundestrainer Jürgen Klopp weiter überzeugen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Torwarthandschuhe vor einem Fußballtor stehen für die offene Konkurrenz im DFB-Team.
Symbolbild: Torwarthandschuhe vor einem Fußballtor stehen für die offene Konkurrenz im DFB-Team. KI-generiert

Oliver Baumann gibt seine Hoffnung auf die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nicht auf. Der 36 Jahre alte Torhüter der TSG 1899 Hoffenheim sieht sich weiter leistungsfähig genug für den DFB-Kreis und will die Entscheidung über seine Zukunft nicht selbst vorwegnehmen. Bundestrainer Jürgen Klopp hatte ihn in der jüngsten Länderspielphase nicht nominiert, doch Baumann versteht das nicht als endgültiges Signal.

Entscheidung liegt bei Klopp

Baumann sagte im Interview mit RTL/ntv und Sky auf die Frage nach einem möglichen Rücktritt aus der Auswahl: „Warum hätte ich sollen?“ Ein solcher Schritt käme für ihn einem Ausweichen gleich. Er fühle sich körperlich in der Lage, einer Nationalmannschaft zu helfen, erklärte der Hoffenheimer Kapitän.

Damit setzt Baumann auf sportliche Argumente. Er wolle in Hoffenheim weiter konstant auftreten und so zeigen, dass er für den DFB weiterhin infrage komme. Die Entscheidung darüber sieht er aber beim Bundestrainer. Klopp habe in einem Gespräch mit ihm die Perspektive eines Umbruchs und das Alter des Torhüters angesprochen, Baumann zufolge aber keinen endgültigen Schlussstrich gezogen.

In der vergangenen Länderspielphase setzte Klopp auf andere Namen. Neben der Nummer eins Marc-André ter Stegen standen Jonas Urbig, Alexander Nübel, Finn Dahmen und Noah Atubolu im Aufgebot. Nach Angaben von n-tv kamen alle außer Atubolu zum Einsatz. Baumann blieb außen vor, hält den Konkurrenzkampf aber offen.

Duell mit Nübel in Hoffenheim

Für Baumann rückt nun zunächst der Vereinsfußball in den Mittelpunkt. Am Donnerstag trifft die TSG Hoffenheim in der Europa League auf Besiktas Istanbul. Dort steht ihm mit Alexander Nübel ein direkter Konkurrent um einen Platz im DFB-Torwartkreis gegenüber. Der 30-Jährige gehört weiter zum Kreis unter Klopp und spielt seit dieser Saison für den türkischen Club.

Der Tagesspiegel berichtete unter Berufung auf dpa, dass die Partie um 21.00 Uhr beginnt. Für Baumann ist das Aufeinandertreffen auch sportlich reizvoll, weil er Nübel aus der gemeinsamen Arbeit im Nationalteam kennt. Über das Verhältnis zwischen beiden Torhütern äußerte er sich respektvoll. Sie hätten einander Erfolge gegönnt, zudem habe ihm das Training mit Nübel Freude gemacht.

Baumann versucht damit, die Debatte um seine Rolle nicht zu personalisieren. Er stellt seine eigene Leistung in den Vordergrund und will Klopp die Auswahl erschweren. Wenn der Bundestrainer am Ende anders entscheide, müsse er das akzeptieren. Selbst den Weg freizumachen, kommt für ihn aber nicht infrage.

Verhältnis zu Nagelsmann geklärt

Ein weiterer Teil der Torwartgeschichte reicht zurück in die Zeit vor der Weltmeisterschaft in Nordamerika. Damals hatte der frühere Bundestrainer Julian Nagelsmann Manuel Neuer zurückgeholt und Baumann in der Hierarchie zurückgestuft. Diese Entscheidung traf Baumann hart. Er sagte nun erneut, sie habe ihn verletzt und verärgert, außerdem habe er sie nicht nachvollziehen können.

Trotzdem beschreibt Baumann das Verhältnis zu Nagelsmann als intakt. Er habe „überhaupt kein Problem mit Julian“, sagte er in dem Interview. Beide hätten nach der WM miteinander gesprochen und die Angelegenheit offen geklärt. Auch zu Neuer äußerte er sich zurückhaltend. Enttäuschung richte sich für ihn nicht gegen eine Person, sondern gegen die Situation.

Offene Torwartfrage beim DFB

Baumanns Aussagen zeigen, dass die Torwartfrage hinter ter Stegen weiter Bewegung hat. Klopp hat zuletzt mehrere Kandidaten getestet und Baumann nicht berücksichtigt. Der Hoffenheimer gehört mit 36 Jahren zu den erfahrensten deutschen Torhütern, sieht sein Alter aber nicht als Ausschlusskriterium.

Für den TSG-Kapitän bleibt der Weg zurück nur über starke Leistungen im Verein. Das Europa-League-Spiel gegen Besiktas bietet ihm dafür eine Bühne. Ein Rücktritt aus der Nationalmannschaft ist für Baumann vorerst keine Option.