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Stündlich aktualisiert

Politik · Konflikt im Jemen

Viele Verletzte nach Angriff auf Flughafen von Riad

Der internationale Flughafen King Khalid nahe Riad ist offenbar erneut angegriffen worden. Mehrere Menschen wurden schwer verletzt, Flugverbindungen fielen aus.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Flughafen im Nahen Osten nach einem Sicherheitsvorfall.
Symbolbild: Ein Flughafen im Nahen Osten nach einem Sicherheitsvorfall. KI-generiert

Der internationale Flughafen King Khalid bei Riad ist am Samstag offenbar erneut Ziel eines schweren Angriffs geworden. Nach Angaben eines Krankenhausvertreters gegenüber der Nachrichtenagentur AFP wurden zahlreiche Menschen verletzt, mindestens fünf von ihnen mussten auf einer Intensivstation behandelt werden. Die Bundesregierung warnte Reisende vor der Nutzung des Flughafens. Auch andere Staaten gaben entsprechende Hinweise heraus. Die Verantwortung für den Angriff wurde zunächst der jemenitischen Huthi-Miliz zugeschrieben.

Verletzte am Flughafen

Wie die Tagesschau unter Berufung auf AFP berichtete, wurden mehrere Verletzte mit Rettungshubschraubern in Kliniken gebracht. Die meisten Betroffenen sowie alle fünf Schwerverletzten sollen saudische Staatsangehörige sein. Augenzeugen schilderten demnach eine Explosion und einen Einschlag auf dem Flughafengelände.

Der Tagesspiegel berichtete unter Berufung auf Diplomatenkreise, die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz habe am Nachmittag gegen 15 Uhr Ortszeit eine Rakete auf den Airport abgefeuert. Eine AFP-Quelle sagte demnach: „Die Huthi greifen zivile Ziele an.“ Von offizieller saudischer Seite lag zunächst keine öffentliche Bestätigung eines Angriffs oder einer Räumung des Flughafens vor.

Mehrere Personen vor Ort berichteten dennoch, der Flughafen sei evakuiert worden. Der Airport selbst veröffentlichte eine kurze Mitteilung an Passagiere. Reisende sollten vor der Anfahrt ihren Flugstatus bei der jeweiligen Fluggesellschaft prüfen. Nach Angaben der Plattform Flightradar24 wurden Maschinen mit Ziel Riad an andere Flughäfen umgeleitet. Die letzte Landung wurde dort für 14.05 Uhr Ortszeit registriert. Kuwait Airways teilte mit, Flüge von und nach Riad wegen der Schließung des Flughafens und der Sicherheitslage zu streichen.

Berlin rät von Nutzung ab

Das Auswärtige Amt in Berlin rät bis auf Weiteres dringend davon ab, den Flughafen Riad zu nutzen. Die Behörde verweist auf die Gefahr weiterer Luftangriffe in Saudi-Arabien und mögliche Störungen im Flugverkehr. Nach Angaben von Deutschlandfunk und weiteren Berichten warnten auch mehrere andere Länder ihre Staatsangehörigen, darunter die USA und Kanada. Genannt wurden zudem Großbritannien beziehungsweise Spanien.

Die US-Botschaft in Riad erklärte, sie habe Kenntnis von Vorgängen am Flughafen. Für Reisende bedeutet die Lage erhebliche Unsicherheit: Neben gestrichenen Flügen sind Umleitungen und kurzfristige Änderungen im Flugplan möglich. Der King Khalid International Airport ist der wichtigste Flughafen der saudischen Hauptstadt und ein zentraler Knotenpunkt für Inlands- und internationale Verbindungen.

Serie von Angriffen

Der Flughafen war bereits in den vergangenen Tagen wiederholt angegriffen worden. Die Huthi-Miliz bekannte sich zu früheren Attacken, darunter zu einem Angriff am Mittwoch, bei dem ein sudanesischer Staatsangehöriger getötet und acht weitere Menschen verletzt wurden. Auch am Donnerstag wurde der Flughafen getroffen; dazu bekannte sich die Miliz ebenfalls. Für den mutmaßlichen Angriff am Samstag lag zunächst keine Erklärung der Huthi vor.

Deutschlandfunk berichtete, dass in der vergangenen Woche bei Raketenangriffen auf den Flughafen mehrere Menschen ums Leben kamen. Die erneute Attacke fügt sich in eine Reihe von Angriffen auf saudische Ziele ein, die sich zuletzt deutlich verschärft hat. Nach Angaben der Tagesschau setzten die Huthis in den vergangenen Monaten verstärkt Drohnen und Raketen gegen Flughäfen, Ölanlagen und weitere zivile Ziele in Saudi-Arabien ein.

Eskalation im regionalen Konflikt

Die Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren große Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Zuletzt brachte sie auch weite Abschnitte der Küste an der Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle. Diese Wasserstraße ist strategisch und wirtschaftlich wichtig, weil über sie ein bedeutender Teil des internationalen Seehandels läuft.

Saudi-Arabien führt eine Militärkoalition an, die die international anerkannte jemenitische Regierung im Kampf gegen die Huthis unterstützt. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat sich auch der Konflikt im Jemen weiter verschärft. Riad sieht die Huthi-Miliz als von Teheran unterstützt an. Die Angriffe auf den Flughafen der saudischen Hauptstadt erhöhen den Druck auf die Regierung in Riad und verschärfen zugleich die Risiken für den zivilen Luftverkehr in der Region.