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Stündlich aktualisiert

Politik · Streit um Rente

Union weist SPD-Vorstoß zu Rentengipfel zurück

In der schwarz-roten Koalition verschärft sich der Streit über die Rentenreform. CDU-Ministerpräsident Gordon Schnieder lehnt zusätzliche Gespräche mit den Ländern ab.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Der Streit über die Rentenreform belastet die schwarz-rote Koalition.
Symbolbild: Der Streit über die Rentenreform belastet die schwarz-rote Koalition. KI-generiert

Der Streit über die Rentenreform belastet die schwarz-rote Koalition weiter. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder hat den Vorschlag von SPD-Fraktionschef Matthias Miersch zurückgewiesen, zur Lösung der Blockade auch die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder einzubeziehen. Schnieder sagte im ARD-„Bericht aus Berlin“, es sei nicht Aufgabe der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten, „die Arbeit des SPD-Fraktionsvorsitzenden zu erledigen“. n-tv berichtete ebenfalls über die deutliche Absage des CDU-Politikers.

SPD will zusätzliche Gespräche

Miersch hatte angesichts der festgefahrenen Debatte über das Rentenpaket dafür geworben, den Kreis der Beteiligten zu erweitern. Nach seiner Vorstellung könnten neben den Bundestagsfraktionen auch die Länderchefs in den Prozess eingebunden werden, bevor das Kabinett abschließend entscheidet. Eine genaue Form sei noch zu klären, die Fraktionen müssten aber beteiligt sein.

Der SPD-Fraktionschef sieht die Reform als eines der zentralen Vorhaben der Regierung. Im ARD-„Bericht aus Berlin“ begründete er seinen Vorschlag damit, dass Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten in politischen Verfahren Gewicht hätten. Es gehe darum, eine belastbare Grundlage für ein Gesetz zu schaffen. Miersch verwies zudem darauf, dass sich auch CDU-geführte Länder und CSU-Chef Markus Söder mit eigenen Ideen einbringen könnten.

Im Kern dreht sich der Konflikt um die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. Eine von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hat nach Angaben von tagesschau.de vorgeschlagen, diese Regelung zu beenden. Teile der Union unterstützen eine solche Änderung. Aus der SPD kommt dagegen Widerstand, auch Miersch lehnt ein Ende der abschlagsfreien Rente nach langer Beitragszeit ab.

Schnieder sieht Bundestagsfraktionen in der Pflicht

Schnieder hält zusätzliche Gespräche mit den Länderchefs nicht für den richtigen Weg. Der CDU-Politiker verwies darauf, dass es einen Koalitionsausschuss und einen Koalitionsvertrag gebe. Das Rentenpaket liege bereits im parlamentarischen Verfahren. Änderungen seien dort möglich, zuständig seien nun aber die Bundestagsfraktionen.

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz machte zugleich deutlich, dass er Reformbedarf sieht. Das Rentensystem müsse neu aufgestellt werden, weil es in der bisherigen Form nicht mehr trage. Schnieder nannte Beitragsstabilität als Ziel, idealerweise sogar niedrigere Beiträge. Gleichzeitig müsse klar sein, dass die Altersversorgung verlässlich bleibe.

Damit verschärft sich der Ton zwischen den Koalitionspartnern. Während die SPD auf eine breitere politische Absicherung setzt, will die Union die Debatte stärker im Bundestag halten. Schnieder richtete die Verantwortung ausdrücklich an Miersch und dessen Fraktion. Die SPD müsse ihre Position in den eigenen Reihen klären.

Weitere Konflikte in der Koalition

Der Rentenstreit fällt in eine Phase, in der die Union ohnehin unter Druck steht. Die CDU berät bei einer Führungsklausur in Berlin über ihren Kurs. Hintergrund sind schwache Umfragewerte, verlorene Landtagswahlen und Kritik an Kanzler und Parteichef Friedrich Merz. Schnieder forderte, die Partei müsse weniger über Personen sprechen und sich stärker um konkrete Alltagsprobleme kümmern.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Stromsteuer. Schnieder verlangte, die Entlastung müsse nicht nur für die Industrie gelten, sondern für alle. Im Koalitionsvertrag sei günstige Energie zugesagt worden. Dieses Versprechen müsse eingehalten werden. Er verwies auf Menschen mit steigenden Lebenshaltungskosten und Betriebe, die bisher nicht ausreichend entlastet seien.

Miersch zeigte sich trotz der Spannungen überzeugt, dass die Bundesregierung nicht vorzeitig auseinanderbricht. Der SPD-Politiker verwies auf ein weiterhin vorhandenes Grundvertrauen in der Koalition. Er grenzte die Lage von der Endphase der früheren Ampel-Regierung ab, die an internen Konflikten gescheitert war.

Einordnung

Die Auseinandersetzung zeigt, wie schwierig zentrale Reformvorhaben für die schwarz-rote Koalition geworden sind. Die SPD will beim Rentenpaket verhindern, dass soziale Leistungen gekürzt werden. Die Union dringt stärker auf Veränderungen, um Beiträge und Finanzierbarkeit in den Griff zu bekommen. Schnieders Absage an einen Rentengipfel macht deutlich: Der nächste Konflikt wird nicht auf Länderebene gelöst, sondern im Bundestag und in den Koalitionsgremien.