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Stündlich aktualisiert

Politik · Krieg gegen die Ukraine

Ukraine kämpft mit Stromausfällen und Starlink-Sorgen

Russische Angriffe treffen die Energieversorgung der Ukraine. Zugleich belasten Probleme bei Starlink und Aufklärungsdaten die Debatte über westliche Hilfe.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Eine ukrainische Stadt im Winterdämmerlicht steht für Stromausfälle und beschädigte Energieversorgung.
Symbolbild: Eine ukrainische Stadt im Winterdämmerlicht steht für Stromausfälle und beschädigte Energieversorgung. KI-generiert

Die Ukraine gerät vor dem Winter weiter unter Druck. Russische Luftangriffe haben Energieanlagen getroffen, in betroffenen Gebieten fallen Strom und Wasser aus. Gleichzeitig wächst an der Front die Sorge über Einschränkungen beim Satellitendienst Starlink, der für Kommunikation und Aufklärung wichtig ist. Präsident Wolodymyr Selenskyj wirbt deshalb verstärkt um Unterstützung aus Europa.

Angriffe auf Energieanlagen

Nach Angaben der tagesschau setzte Russland bei den jüngsten Angriffen zahlreiche Raketen und mehr als 100 Drohnen ein. Ziel waren vor allem Teile der ukrainischen Energieversorgung. Die Folgen sind in Städten wie Kiew unmittelbar spürbar: Wohnungen bleiben dunkel, Wasserleitungen funktionieren zeitweise nicht, Reparaturtrupps müssen nach Einschlägen unter schwierigen Bedingungen arbeiten.

Die Attacken treffen die Ukraine in einer Phase, in der sich die Bevölkerung auf sinkende Temperaturen vorbereitet. Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in der Ukraine, Matthias Schmale, schilderte die Situation als „wirklich verzweifelt“. Er berichtete von beschädigten Kraftwerken in Sichtweite seines Büros und davon, dass viele Menschen am Morgen ohne Wasser auskommen mussten. Die Versorgungslage wird damit nicht nur zu einem militärischen, sondern auch zu einem humanitären Problem.

Selenskyj verwies bei einem Besuch in London auf die Bereitschaft seines Landes zu einer Waffenruhe. Zugleich machte er deutlich, dass von einer Entspannung bei Angriffen auf Energieanlagen keine Rede sein könne. Er nannte zudem Schwierigkeiten bei Starlink und bei Aufklärungsdaten. Diese Punkte verschärfen die Frage, wie verlässlich einzelne Formen westlicher Unterstützung für die Ukraine bleiben.

Starlink wird zum Risikofaktor

Nach einem Bericht der WELT ist die Verunsicherung unter ukrainischen Soldaten nach einer Drosselung des Satellitennetzwerks groß. Offiziere warnten demnach vor schweren Folgen, falls Russland die Lage an einem besonders empfindlichen Frontabschnitt ausnutzt. Starlink spielt für Einheiten an der Front eine zentrale Rolle, weil darüber Verbindungen auch dort möglich sind, wo andere Kommunikationswege ausfallen oder gestört werden.

Elon Musk wies laut WELT die Verantwortung für die Drosselung zurück. Für die ukrainische Seite bleibt jedoch entscheidend, dass Störungen bei Kommunikation und Aufklärung direkt militärische Abläufe berühren können. Wenn Daten langsamer ankommen oder Verbindungen abbrechen, kann das die Koordination von Einheiten erschweren. In einem Krieg, in dem Drohnen, Artillerie und schnelle Lagebilder eng zusammenhängen, ist technische Verfügbarkeit ein strategischer Faktor.

Die Debatte hat auch eine politische Dimension. Auf dem EU-Gipfel soll es darum gehen, wie Europa die Ukraine stärker unterstützen kann, auch mit Blick auf eine geringere Abhängigkeit von den USA. Selenskyj sucht dabei zusätzliche Zusagen, während die Angriffe auf die Energieversorgung den Zeitdruck erhöhen.

Bevölkerung bereitet sich vor

In der Ukraine versuchen viele Menschen, sich auf weitere Ausfälle einzustellen. Rund um Kiew steigt offenbar die Nachfrage nach Häusern mit Gasheizung. Der Makler Roman Slavutski berichtete, entsprechende Objekte außerhalb der Hauptstadt seien schnell vermietet. Viele Menschen wollten nicht in Wohnungen bleiben, die bei Strom- und Wasserausfällen besonders anfällig sind.

Zugleich wächst die innenpolitische Kritik an der Vorbereitung auf den Winter. In Kiew steht Bürgermeister Vitali Klitschko unter Druck. Fachleute sehen aber auch Defizite bei der Zentralregierung um Selenskyj. Die Diskussion dreht sich darum, ob Städte, Gemeinden und staatliche Stellen ausreichend vorgesorgt haben, um Energieausfälle abzufedern und die Infrastruktur widerstandsfähiger zu machen.

Europas Unterstützung rückt in den Fokus

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, wie eng militärische Lage, Energieversorgung und internationale Hilfe verbunden sind. Russland setzt die ukrainische Infrastruktur weiter unter Beschuss, während die Regierung in Kiew für zusätzliche Unterstützung wirbt. Für Europa gewinnt die Frage an Gewicht, wie dauerhaft Hilfe organisiert werden kann, wenn zugleich Unsicherheit über einzelne technische und politische Beiträge aus den USA besteht.

Für die Menschen in der Ukraine zählt vor allem, ob Strom, Wasser und Heizung in den kommenden Monaten stabil bleiben. Die Angriffe auf Energieanlagen zielen genau auf diese Verwundbarkeit. Je näher der Winter rückt, desto stärker wird die Belastungsprobe für Bevölkerung, Armee und internationale Partner.