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Stündlich aktualisiert

Politik · US-Zwischenwahlen

Trump wird für Republikaner zum Risiko vor den Midterms

Einen Monat vor den US-Midterms geraten Trumps Republikaner stärker unter Druck. Schlechte Zustimmungswerte, hohe Preise und neue Umfragen nähren Sorgen vor Verlusten im Kongress.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Wahllokal in den USA steht für den politischen Druck vor den Zwischenwahlen.
Symbolbild: Ein Wahllokal in den USA steht für den politischen Druck vor den Zwischenwahlen. KI-generiert

Einen Monat vor den US-Zwischenwahlen wächst der Druck auf Donald Trump und seine Partei. Der Präsident steht am 3. November zwar nicht selbst zur Wahl, doch seine schwachen Zustimmungswerte belasten die Republikaner. Neue Umfragen deuten auf weitere Verluste hin. Im Abgeordnetenhaus rechnen Wahlbeobachter inzwischen mit einem Machtwechsel zu den Demokraten, während der Senat weiter umkämpft bleibt.

Hohe Preise belasten Trump

Für viele Wählerinnen und Wähler zählt vor allem, was sie im Alltag bezahlen müssen. Lebensmittel, Benzin und Energie sind teurer geworden. ZDFheute berichtet, dass das Verbrauchervertrauen im September auf den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren gefallen ist. Damit liegt die Stimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher sogar unter dem Niveau während der Corona-Pandemie.

Die gesamtwirtschaftlichen Daten zeichnen kein einheitlich schlechtes Bild. Die US-Wirtschaft wächst weiter, allerdings langsamer als in der Amtszeit von Joe Biden. Die Arbeitslosenquote liegt weiter auf einem vergleichbaren Niveau. Die Inflation ist zuletzt wieder deutlicher gestiegen. Für die politische Wirkung zählt jedoch weniger die Statistik als die persönliche Wahrnehmung: Wer an der Zapfsäule oder im Supermarkt mehr zahlt, macht dafür häufig die Regierung verantwortlich.

Der Politikwissenschaftler David Doherty von der Loyola University Chicago beschreibt dieses Muster bei ZDFheute als rückblickende Wahlentscheidung. Wählerinnen und Wähler bewerten demnach Amtsinhaber danach, wie sie die Lage des Landes erleben. Trumps frühere Versprechen, die wirtschaftliche Lage rasch zu verbessern, erhöhen nun den Erwartungsdruck.

Republikaner rücken vorsichtig ab

Trump versucht, die Wahl dennoch auf seine Person zu ziehen. Laut tagesschau.de forderte er seine Partei wiederholt auf, so zu tun, als sei er selbst Kandidat. Bei einem Parteitag in Dallas sagte er demnach: „Ich stehe auf dem Zettel.“ Für republikanische Kandidatinnen und Kandidaten kann diese Nähe inzwischen zum Problem werden.

Erste Bewerberinnen und Bewerber suchen sichtbar Abstand. Der Republikaner Mike Rogers aus Michigan, der in den Senat einziehen will, fordert in einem Wahlspot sinkende Preise und ein schnelles Ende des Kriegs mit Iran. Die Abgeordnete Maria Salazar aus Florida kritisiert in Wahlvideos das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE und sagt an Trump gerichtet, seine Migrationspolitik sei „zu weit gegangen“.

Solche Signale zeigen, dass Teile der Partei eine zu enge Bindung an Trump für riskant halten. Besonders heikel ist die Lage dort, wo knappe Rennen über die Mehrheit im Kongress entscheiden. Trumps Popularitätswerte sind für die Republikaner deshalb nicht nur ein nationales Stimmungsbarometer, sondern ein konkretes Wahlkampfrisiko.

Umfragen verschlechtern die Lage

Der Wahlforscher Kyle Kondik von der University of Virginia sieht die Republikaner klar in der Defensive. Gegenüber tagesschau.de sagte er, seit Beginn des Kriegs mit Iran gingen Trumps Werte zurück. Als entscheidenden Grund nennt er die Lebenshaltungskosten, besonders bei Lebensmitteln und Benzin.

Für das Abgeordnetenhaus erwartet Kondik, dass die Republikaner ihre Mehrheit verlieren. Offen sei vor allem, wie groß der Vorsprung der Demokraten ausfällt. Seit Anfang September hätten sich die Werte der Demokraten verbessert, während die Republikaner weiter nachgegeben hätten. Beim Senat fällt die Einschätzung weniger eindeutig aus. Dort bleibt der Ausgang offen.

Neben der Wirtschaft spielen weitere Themen eine Rolle. Doherty verweist auf Sorgen über die Folgen Künstlicher Intelligenz für den Arbeitsmarkt. Kondik sieht Trump auch bei diesem Thema nicht auf der Linie vieler Bürgerinnen und Bürger. In Umfragen spricht sich eine Mehrheit für klare Regeln aus, zugleich gibt es Proteste gegen große Rechenzentren von KI-Unternehmen.

Warum die Midterms zählen

Bei den Midterms entscheiden die Amerikanerinnen und Amerikaner über die Mehrheiten im Kongress für die zweite Hälfte von Trumps Amtszeit. Verliert seine Partei das Abgeordnetenhaus, könnten Demokraten die politische Agenda des Präsidenten stärker blockieren und Untersuchungen vorantreiben. Bleibt der Senat offen, hängt viel von wenigen Rennen in einzelnen Bundesstaaten ab.

Für Trump sind die Zwischenwahlen damit ein Test seiner politischen Zugkraft. Für die Republikaner geht es um mehr als einzelne Mandate: Sie müssen zeigen, ob sie trotz Unzufriedenheit über Preise, Inflation und Trumps Kurs ihre Anhängerschaft mobilisieren können. Gerade diese Mobilisierung gilt als kritischer Punkt. Unzufriedene Republikaner müssen nicht automatisch zu den Demokraten wechseln. Es kann bereits reichen, wenn sie zu Hause bleiben.