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Stündlich aktualisiert

Politik · Personalie im Weißen Haus

Trump-Sprecherin Zacharia gibt Amt nach wenigen Tagen ab

Katie Zacharia verlässt den Posten als Sprecherin von US-Präsident Donald Trump. Fragen zu ihrem Lebenslauf und ihrem ersten Auftritt hatten den Druck erhöht.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein leerer Presseraum steht für den abrupten Wechsel auf dem Sprecherposten im Weißen Haus.
Symbolbild: Ein leerer Presseraum steht für den abrupten Wechsel auf dem Sprecherposten im Weißen Haus. KI-generiert

Katie Zacharia scheidet nach nur wenigen Tagen als Pressesprecherin von US-Präsident Donald Trump aus. Ein ranghoher Regierungsvertreter bestätigte ihren Abgang der Deutschen Presse-Agentur, wie tagesschau.de berichtet. Trump stellte den Vorgang öffentlich als Entscheidung dar, über die Zacharia selbst nachdenken solle. Mehrere US-Medien meldeten dagegen, sie sei entlassen worden. Auslöser der Affäre sind Zweifel an Angaben zu ihrer juristischen Qualifikation sowie ein schwacher erster Auftritt im Presseraum des Weißen Hauses.

Druck wegen juristischer Angaben

Zacharia war erst zu Wochenbeginn in das Amt gestartet. Kurz darauf rückte ihr beruflicher Hintergrund in den Mittelpunkt. Sie hatte in einem Fernsehinterview eingeräumt, eine Anwaltsprüfung nicht bestanden zu haben. Trotzdem hatte sie sich als Juristin mit anwaltlicher Bezeichnung präsentiert.

In den USA ist die Unterscheidung zwischen verschiedenen Begriffen für Juristinnen und Juristen heikel. Zacharia erklärte, ihr sei gesagt worden, sie könne sich als „lawyer“ bezeichnen, nicht aber als „attorney“. Letzterer Begriff setzt eine Zulassung zur Anwaltschaft voraus. Der Begriff „lawyer“ wird teils weiter verwendet, kann aber ebenfalls problematisch sein, wenn damit eine Zulassung nahegelegt wird. Trump hatte sie bei ihrer Vorstellung selbst als „attorney“ bezeichnet.

ZDFheute berichtet zudem, dass die Organisation Campaign for Accountability eine Beschwerde bei der kalifornischen Anwaltskammer eingereicht hat. Sie verlangt demnach eine Prüfung der Vorwürfe. Damit wuchs der politische Druck auf Zacharia bereits vor Ablauf ihrer ersten Arbeitswoche erheblich.

Trump spricht von Medienkritik

Trump äußerte sich vor Journalistinnen und Journalisten vor dem Weißen Haus zu Zacharias Zukunft. Er sagte, er habe ihr sinngemäß geraten, die Entscheidung noch einmal zu überdenken. In einem kurzen wörtlichen Auszug erklärte er: „Denk darüber nach“, wie ZDFheute berichtete. Ob sie weitermache, wolle er ihr überlassen.

Der Präsident machte zugleich die Medien für die Lage mitverantwortlich. Zacharia sei in den vergangenen Tagen schlecht behandelt worden und habe gelitten. Er wolle lediglich, dass sie zufrieden sei, sagte Trump. Laut Fox News erklärte er außerdem, bei der Suche nach einer Nachfolge bestehe keine Eile.

Diese Darstellung steht neben Berichten aus den USA, wonach Zacharia ihren Posten nicht freiwillig verliert. Die „New York Times“ und CNN meldeten laut ZDFheute, sie sei entlassen worden. Auch AFP erfuhr demnach aus dem Weißen Haus, dass Zacharia ausscheidet. Ein eigenes öffentliches Statement Zacharias wurde zunächst nicht bekannt.

Holpriger Start im Briefingraum

Zacharias erster Auftritt als Sprecherin dauerte weniger als eine Viertelstunde. Dabei unterliefen ihr mehrere Versprecher, und sie wirkte nicht sicher vorbereitet. Das verstärkte nach Einschätzung mehrerer Beobachter Zweifel, ob sie für den exponierten Posten geeignet sei.

Vor ihrem Wechsel ins Weiße Haus hatte Zacharia für Trumps Medienunternehmen gearbeitet, zu dem die Plattform Truth Social gehört. Trump hatte sie bei ihrer Ernennung ausdrücklich als treue Unterstützerin seiner Bewegung gelobt. Sie folgte auf Karoline Leavitt, die ihren Rückzug mit familiären Gründen erklärt hatte.

Nach Angaben von ZDFheute schilderte Zacharia selbst, wie kurzfristig die Personalentscheidung zustande kam. Trump habe sie angerufen, anschließend sei sie zu einem Treffen geflogen, habe das Angebot angenommen und sei wenige Tage später im Büro erschienen. Der Wechsel in eine der sichtbarsten Kommunikationsrollen der US-Regierung verlief damit ungewöhnlich schnell.

Ungewöhnlich kurze Amtszeit

Die Personalie sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil sie in die Reihe rascher Wechsel im Umfeld Trumps passt. Welt.de fasst Zacharias Abgang als Scheitern nach fünf Tagen zusammen. Damit wäre ihre Amtszeit noch kürzer als jene von Anthony Scaramucci, der 2017 in Trumps erster Präsidentschaft als Kommunikationsdirektor weniger als elf Tage im Amt blieb.

Für das Weiße Haus entsteht damit erneut eine Vakanz auf einem Schlüsselposten. Die Pressesprecherin oder der Pressesprecher vertritt die Linie des Präsidenten täglich gegenüber den Medien, erklärt Entscheidungen und reagiert auf Krisen. Im Fall Zacharia wurden ausgerechnet Glaubwürdigkeitsfragen zum Grund für das schnelle Ende.