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Stündlich aktualisiert

Politik · Krieg in der Ukraine

Russische Angriffe treffen Ukraine schwer

Nach russischem Beschuss meldet die Ukraine viele Tote in Saporischschja. Parallel geraten Gespräche mit den USA durch einen Diesel-Deal mit Moskau unter Druck.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Eine nächtliche Straße in einer ukrainischen Stadt während eines Luftalarms.
Symbolbild: Eine nächtliche Straße in einer ukrainischen Stadt während eines Luftalarms. KI-generiert

Russland hat die Ukraine erneut schwer angegriffen. Für Saporischschja meldete die Ukraine laut FAZ zuletzt mindestens 20 Todesopfer; zuvor war von zwölf Toten die Rede gewesen. Währenddessen endeten Beratungen ukrainischer und amerikanischer Vertreter in Miami früher als erwartet, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Vereinbarung mit Kremlchef Wladimir Putin über russische Diesellieferungen bekanntgegeben hatte.

Viele Tote in Saporischschja

Die Angriffe trafen erneut eine Region, die seit langem regelmäßig unter russischem Beschuss steht. Die Tagesschau berichtete am Abend von vielen Toten bei russischen Attacken in der Ukraine. In den Meldungen zu Saporischschja stieg die Zahl der Opfer im Laufe des Tages deutlich an. Die Angaben zeigen, wie unübersichtlich die Lage unmittelbar nach schweren Angriffen bleibt.

Saporischschja liegt im Südosten der Ukraine und gehört zu den Gebieten, die seit Beginn der russischen Invasion immer wieder Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen werden. Russland führt den Krieg seit mehr als vier Jahren gegen das Nachbarland. Ein bedingungsloser Waffenstillstand kam bislang nicht zustande; entsprechende Angebote lehnte Moskau wiederholt ab.

Gespräche in Miami enden vorzeitig

Parallel zu den Angriffen liefen in Florida politische Beratungen über Wege zu einem Kriegsende. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte unter anderem Geheimdienstchef Kyrylo Budanow, Rustem Umerow und Fraktionschef David Arachamija in die Vereinigten Staaten geschickt. Auf amerikanischer Seite nahmen Steve Witkoff und Jared Kushner teil.

Nach FAZ-Angaben berieten beide Seiten rund acht Stunden. Es ging demnach um mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine sowie um territoriale Fragen. Anschließend wurde das Treffen vorzeitig beendet. In diese Phase fiel Trumps Ankündigung, Russland werde Diesel an die USA und an den Weltmarkt liefern.

Trump hatte die Ukraine zuvor öffentlich aufgefordert, Angriffe auf russische Raffinerien zu stoppen. Das Portal Axios berichtete unter Berufung auf einen ukrainischen Verhandler, Witkoff und Kushner hätten Kiew am Freitag gewarnt, Trump könne die Weitergabe amerikanischer Geheimdienstinformationen beenden, falls die Attacken auf russische Raffinerien fortgesetzt würden.

Streit über Diesel und Sanktionen

Die Dieselvereinbarung stößt in Kiew und in Europa auf Kritik. Selenskyj warf Trump vor, Moskau entgegenzukommen. Die Ukraine sei bereit, auf Angriffe gegen russische Raffinerien zu verzichten, solange Russland die ukrainische Energieversorgung nicht attackiere. Zugleich warnte er, Einnahmen aus Kraftstoffexporten könnten Moskaus Kriegskasse stärken.

Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kritisierte den Diesel-Deal, weil Russland dadurch zusätzliche Mittel für den Krieg erhalten könne. Großbritannien und die Bundesregierung halten den Meldungen zufolge an Sanktionen gegen Russland fest.

ZDFheute berichtete unter Berufung auf die russische Staatsagentur Tass, Moskau habe sein Exportverbot für Diesel teilweise aufgehoben. Demnach dürfen zunächst 500.000 Tonnen auf den Weltmarkt gebracht werden. Russische Ölkonzerne sollen dafür rasch Lieferverträge mit ausländischen Partnern abschließen.

In den Vereinigten Staaten wurde zugleich eine befristete Genehmigung für Importe von russischem Diesel erteilt. Eigentlich unterliegen russische Energieunternehmen wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine amerikanischen Sanktionen.

Europäische Sorge vor Eskalation

Der Krieg wird in Europa zunehmend auch als Sicherheitsfrage für den gesamten Kontinent diskutiert. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte bei einem Besuch in Kiew, Deutschlands Unterstützung diene nicht nur der territorialen Unversehrtheit der Ukraine, sondern auch eigenen Interessen. Bei der jährlichen Anhörung der deutschen Nachrichtendienste im Bundestag warnte BND-Präsident Martin Jäger, Russland betrachte Deutschland als Hauptgegner und führe einen Schattenkrieg gegen die Bundesrepublik.

Diese Einschätzungen stehen vor dem Hintergrund russischer Drohungen und weitreichender Machtansprüche. Putin stellte den Krieg gegen die Ukraine zuletzt als Auseinandersetzung mit dem Westen dar und kritisierte besonders europäische Staaten. Für die Ukraine bedeutet das: Während sie unter anhaltendem Beschuss steht, ringen ihre Partner weiter um den Kurs zwischen militärischer Unterstützung, Sanktionen und neuen Gesprächen über ein mögliches Ende des Krieges.