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Politik · Konflikt am Golf

Riad erneut beschossen, Huthis drohen Saudi-Arabien

Nach dem Angriff auf den Flughafen von Riad ist dort erneut ein Geschoss eingeschlagen. Die Huthi-Miliz warnt vor weiteren Attacken auf Saudi-Arabien.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Flughafen im Golfstaaten-Umfeld steht nach Angriffen unter erhöhter Sicherheitsbereitschaft.
Symbolbild: Ein Flughafen im Golfstaaten-Umfeld steht nach Angriffen unter erhöhter Sicherheitsbereitschaft. KI-generiert

Der internationale Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad ist am Sonntag erneut Ziel eines Angriffs geworden. Ein Geschoss traf nach Angaben der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition Terminal 4 und löste dort einen Brand aus. Zuvor hatte ein Angriff am Samstag zwölf Menschen getötet und 309 weitere verletzt. Die Huthi-Miliz aus dem Jemen droht mit einer Ausweitung ihrer Angriffe auf saudische Flughäfen.

Flughafen bleibt geschlossen

Die Militärkoalition erklärte, die Luftabwehr habe in der Nähe des Flughafens zusätzlich einen Marschflugkörper abgefangen und zerstört. Reporter der Nachrichtenagentur AFP und Einwohner Riads berichteten von zwei heftigen Explosionen. Der Flugbetrieb war bereits nach dem Angriff vom Samstag gestoppt worden und blieb auch am Sonntag ausgesetzt.

Die WELT berichtete unter Berufung auf saudiarabische Angaben, unter den zwölf Todesopfern vom Samstag seien vier Menschen aus Saudi-Arabien und acht aus anderen Staaten. Genannt wurden ein US-Bürger, zwei Menschen aus Bangladesch sowie jeweils eine Person aus Palästina, Ägypten, Jordanien, Syrien und dem Sudan. Mehrere Verletzte befinden sich demnach in kritischem Zustand.

Auch eine deutsche Regierungsreise ist betroffen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hält sich derzeit zu Konferenzen in Riad auf. Ihre für Montag vorgesehene Rückreise nach Berlin kann laut Berichten von Reuters und Bild nicht wie geplant stattfinden. Eine Sprecherin sagte Reuters, die Ministerin und ihr Team würden „sicher und wohlbehalten zurückkehren“. Die beteiligten Stellen prüfen demnach andere Möglichkeiten für die Rückreise.

Miliz warnt Fluggesellschaften

Die Huthi-Miliz, die große Teile des Jemen kontrolliert und mit Iran verbündet ist, richtete ihre Warnungen direkt an den Luftverkehr. Über die Plattform X forderte ihr Militärsprecher Jahja Saree Reisende, Beschäftigte und Fluggesellschaften auf, saudische Flughäfen nicht zu nutzen. Laut tagesschau wurde im Huthi-Sender Al-Masirah zudem eine Erklärung verlesen, in der Saudi-Arabien für den Fall weiterer Einmischung im Jemen mit „Schlimmeres“ gedroht wird.

Saudi-Arabien macht die Huthi für die Angriffe verantwortlich. Die Miliz hatte die Verantwortung für den schweren Beschuss vom Samstag zunächst nicht offiziell übernommen, Anhänger feierten jedoch die Schließung des Flughafens in Riad. Nach Darstellung der taz war am Samstag wenige Stunden später auch der Flughafen von Dammam beschossen worden. Bereits in den Tagen zuvor hatte es Angriffe auf Flughäfen in Riad und Abha gegeben, bei denen weitere Menschen getötet und verletzt wurden.

Gegenschlag in Sanaa gemeldet

Die Huthi meldeten am Sonntag einen saudischen Luftangriff auf den Flughafen der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Die von ihnen kontrollierte Nachrichtenagentur Saba erklärte, saudische Kampfjets hätten den Airport angegriffen. Angaben zu Schäden oder möglichen Opfern machte sie nicht. Eine Stellungnahme aus Saudi-Arabien lag dazu zunächst nicht vor.

Die Eskalation verschärft den Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen, der seit Jahren eng mit dem Bürgerkrieg im Jemen verbunden ist. Riad führt eine Militärkoalition an, die die international anerkannte jemenitische Regierung unterstützt. Diese sitzt in Aden, während die Huthi Sanaa und weitere Landesteile kontrollieren.

Die saudische Koalition bezeichnete den Angriff auf Riad als Kriegsverbrechen. Der ägyptische Sicherheitsexperte Ahmed Sayyed Ahmed sagte der tagesschau, er rechne nun mit einer deutlichen Antwort Saudi-Arabiens und anderer Staaten. Zugleich warnt er vor Folgen für die internationale Schifffahrt, falls sich die USA direkt mit Luftangriffen beteiligen sollten.

Strategische Routen im Blick

Saudi-Arabien sucht wegen der anhaltenden Angriffe zusätzliche Unterstützung. Die USA, bislang engster Sicherheitspartner Riads, zeigen sich zurückhaltend. US-Präsident Donald Trump sagte, mögliche weitere Schritte würden geprüft. Eine größere militärische Beteiligung gilt Beobachtern zufolge aber als riskant, weil die Huthi Handelsschiffe an der Meerenge Bab al-Mandab bedrohen könnten.

Diese Route ist für den internationalen Energie- und Warenverkehr besonders wichtig. Zusammen mit der Straße von Hormus betrifft sie einen erheblichen Teil des weltweiten Handels mit Öl, Gas und anderen Gütern. Die jüngsten Angriffe auf Riad fallen zudem in eine Phase schwerer Kämpfe im Jemen. Nach UN-Angaben wurden seit Anfang August mindestens 32 Zivilisten getötet, mehr als 200.000 Menschen mussten fliehen.