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Stündlich aktualisiert

Politik · Vorfall im Cockpit

Pilot und Passagiere stoppen Angriff auf Flydubai-Flug

Auf einem Flug von Dubai nach Tel Aviv soll der Copilot den Piloten attackiert haben. Passagiere überwältigten den Mann, zwei Piloten leiteten die Maschine nach Saudi-Arabien um.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Blick in eine Flugzeugkabine nahe der Cockpittür.
Symbolbild: Blick in eine Flugzeugkabine nahe der Cockpittür. KI-generiert

Auf Flydubai-Flug 1073 von Dubai nach Tel Aviv ist am Mittwoch offenbar ein mutmaßlicher Terrorangriff gescheitert. Nach Angaben der Ermittler soll der Copilot seinen Kollegen im Cockpit mit einer Notaxt attackiert haben. Der verletzte Pilot konnte demnach die Cockpittür öffnen. Drei israelische Passagiere überwältigten den Angreifer, zwei weitere Piloten an Bord stabilisierten die Maschine und wichen nach Saudi-Arabien aus.

Angriff während des Fluges

Der Vorfall ereignete sich auf einer Verbindung, auf der nach den Berichten überwiegend israelische Reisende saßen. Der mutmaßliche Angreifer ist omanischer Staatsbürger. Ermittler gehen laut n-tv davon aus, dass er das Flugzeug in Israel zum Absturz bringen wollte. Der Angriff spielte sich im Cockpit ab, einem Bereich, der während eines Fluges besonders geschützt ist.

Der angegriffene Pilot wurde schwer verletzt, blieb aber handlungsfähig genug, um den Zugang zum Cockpit zu ermöglichen. Dadurch konnten Passagiere eingreifen. Drei israelische Männer sollen den Copiloten zu Boden gebracht und festgehalten haben. Zwei Piloten, die sich für den Rückflug ebenfalls in der Maschine befanden, übernahmen anschließend wichtige Aufgaben im Cockpit und halfen, den Flug unter Kontrolle zu bringen.

Nach der Überwältigung wurde der Copilot fixiert. Passagiere verwendeten dafür zunächst Kabelbinder und anschließend Kabel von Kopfhörern, die im Flugzeug eingesammelt wurden. Der Mann lag den Darstellungen zufolge mit dem Gesicht nach unten und wurde bis zur Landung überwacht.

Streit mit Teilen der Crew

Nach der Sicherung des mutmaßlichen Angreifers soll es zu einer angespannten Auseinandersetzung zwischen Passagieren und Mitgliedern der Kabinenbesatzung gekommen sein. Zwei Reisende schilderten der „New York Post“, einige Crewmitglieder hätten verlangt, den Copiloten wieder loszubinden.

Der Bankmanager Tzvika Manes, der laut dem Bericht an der Überwältigung beteiligt war, sagte der Zeitung, die Aufforderung habe die Passagiere überrascht. Der Immobilienmakler Daniel Schlichter, der nahe am Cockpit saß, bestätigte diese Darstellung. Er wird mit den Worten zitiert: „Da wurden wir sofort misstrauisch.“

Die Kabinenbesatzung soll darauf verwiesen haben, dass die Verantwortung im Flugzeug bei ihr liege und der Bereich am Cockpit für Passagiere tabu sei. Die israelischen Reisenden fürchteten den Angaben zufolge jedoch, dass weitere Gefahr entstehen könnte. Eine Gruppe brachte Crewmitglieder daraufhin auf Plätze einige Reihen hinter dem Cockpit.

Schlichter sagte der „New York Post“, Passagiere hätten die Flugbegleiter lautstark angewiesen, sich hinzusetzen. Danach habe ein kräftiger Passagier den Zugang zum Cockpit bewacht. So sollte verhindert werden, dass jemand den Bereich betritt oder der gefesselte Copilot wieder in die Nähe der Steuerung gelangt.

Keine Hinweise gegen Besatzung

Für eine Beteiligung der übrigen Crew an den Plänen des Copiloten gibt es bislang keine Hinweise. Flydubai äußerte sich laut n-tv auf Anfrage der „New York Post“ nicht im Detail und verwies auf laufende Ermittlungen.

Die Maschine wurde nach Saudi-Arabien umgeleitet. Dort endete der Flug, nachdem die Situation an Bord unter Kontrolle gebracht worden war. Der Ablauf zeigt, wie schnell ein Angriff im Cockpit eine lebensgefährliche Lage für alle Menschen in einem Flugzeug auslösen kann. Zugleich wird deutlich, welche Bedeutung die Reaktion einzelner Besatzungsmitglieder und Passagiere in einer solchen Situation haben kann.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht nun der mutmaßliche Plan des Copiloten und der genaue Ablauf im Cockpit. Auch die Auseinandersetzung nach seiner Überwältigung dürfte aufgearbeitet werden. Entscheidend bleibt dabei, dass die Maschine nicht wie vermutet in Israel abstürzte, sondern nach dem Eingreifen von Pilot, Passagieren und weiteren Piloten sicher aus der akuten Gefahr gebracht wurde.