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Stündlich aktualisiert

Politik · Ukraine-Besuch

Merz sagt Kiew weitere Milliardenhilfe zu

Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Ukraine in Kiew weitere Milliardenhilfe und zusätzliche Waffen zugesagt. Der Besuch fällt in eine Phase neuer russischer Angriffe.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein leerer Besprechungsraum steht für diplomatische Gespräche und deutsche Unterstützung für die Ukraine.
Symbolbild: Ein leerer Besprechungsraum steht für diplomatische Gespräche und deutsche Unterstützung für die Ukraine. KI-generiert

Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Ukraine bei seinem Besuch in Kiew neue Unterstützung im Milliardenumfang und zusätzliche Waffen zugesagt. Er reiste am Sonntag gemeinsam mit Wirtschaftsministerin Reiche und einer Wirtschaftsdelegation in die ukrainische Hauptstadt. Kurz nach der Ankunft griff Russland Kiew erneut mit Drohnen an.

Zusagen bei Besuch in Kiew

Mit der Ankündigung setzt die Bundesregierung ihre militärische Unterstützung für die Ukraine fort. Die Zusage umfasst weitere finanzielle Mittel in Milliardenhöhe sowie zusätzliche Waffenlieferungen. Damit reagiert Berlin auf den anhaltenden Bedarf der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland.

Der Besuch ist auch politisch ein Signal. Merz trat in Kiew zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Wirtschaft auf. Die Begleitung durch Wirtschaftsministerin Reiche und eine Delegation aus der Wirtschaft verweist darauf, dass neben militärischer Hilfe auch wirtschaftliche Zusammenarbeit Teil der deutschen Unterstützung bleibt.

Der Deutschlandfunk berichtete, dass Russland unmittelbar nach Merz’ Ankunft wieder Drohnen gegen die Hauptstadt einsetzte. Der Angriff unterstrich die Sicherheitslage, in der der Kanzlerbesuch stattfand. Kiew ist seit Beginn der russischen Invasion immer wieder Ziel von Luftangriffen.

Weitere Regierungsreise nach Kiew

Auch Bundesfamilienministerin Prien reiste nach Kiew. Die CDU-Politikerin erklärte nach ihrer Ankunft am Bahnhof, die Bundesregierung wolle die gesamte Breite ihrer Unterstützung sichtbar machen. Sie verwies dabei auf russische Drohungen, Angriffe auf die Zivilbevölkerung sowie auf Diplomatinnen, Diplomaten und ausländische Gäste auszuweiten.

Prien betonte, Deutschland dürfe sich davon nicht einschüchtern lassen. Ihre Reise steht damit im Zusammenhang mit dem demonstrativen Auftreten der Bundesregierung in der Ukraine. Neben Merz’ politischem Besuch und den neuen Zusagen soll auch die Präsenz weiterer Regierungsmitglieder zeigen, dass Berlin seine Unterstützung nicht auf einzelne Ressorts beschränkt.

Russland meldete in der Nacht nach dem Kanzlerbesuch nach eigenen Angaben weitere Angriffe im Süden und Nordosten der Ukraine. Genannt wurden der Hafen von Wylkowe in der Region Odessa, Treibstofflager in Tschornomorsk sowie Frachtschiffe. Außerdem erklärte das russische Militär, ein Kraftwerk in der Region Charkiw getroffen zu haben.

Angriffe im Schwarzen Meer

Parallel verschärft sich die Lage im Schwarzen Meer. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte Russland für einen tödlichen Drohnenangriff auf ein ziviles Frachtschiff verantwortlich. Nach Angaben, über die n-tv berichtete, gehörte das Schiff der Türkei und hatte Mais geladen. Rumänische Behörden meldeten zuvor ein Feuer auf dem Frachter, zwei Tote und elf gerettete Besatzungsmitglieder.

Der Frachter befand sich demnach in der rumänischen Wirtschaftszone und sank rund 30 Seemeilen vor dem Fischereihafen Sfantu Gheorghe. Drei gerettete Besatzungsmitglieder wurden verletzt, acht weitere blieben nach Angaben der rumänischen Marinebehörde unversehrt. Rumänische Stellen nannten zunächst keine Ursache für den Brand.

Das Schwarze Meer ist seit Monaten Schauplatz von Drohnenvorfällen und Angriffen auf Schiffe. Die Ukraine attackiert dort russische Kriegs- und Transportschiffe, während Russland seinerseits vermehrt Frachter angreift. Anfang August waren drei Frachtschiffe Ziel russischer Drohnenangriffe. Nach ukrainischen Angaben wurden in wenigen Wochen mehr als 150 russische Öltanker und andere Schiffe im Schwarzen und Asowschen Meer beschädigt.

Einordnung

Merz’ Besuch fällt in eine Phase, in der Russland militärischen Druck auf ukrainische Städte, Energieanlagen, Häfen und Schifffahrt ausübt. Die neuen deutschen Zusagen sollen die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine stärken. Zugleich zeigt die Zusammensetzung der Reisegruppe, dass Berlin neben Waffenhilfe auch wirtschaftliche Stabilisierung und langfristige Unterstützung betont.

Für die Bundesregierung ist der Auftritt in Kiew ein sichtbares Bekenntnis zur Ukraine. Für Kiew bedeutet die Zusage weitere Mittel und Ausrüstung in einem Krieg, der nicht nur an der Front, sondern auch gegen Infrastruktur, Energieversorgung und Seehandel geführt wird.