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Stündlich aktualisiert

Politik · Vereitelter Flugzeugangriff

Flydubai-Copilot soll Anschlag auf Ben Gurion geplant haben

Emiratische Ermittler sehen im Flydubai-Vorfall einen geplanten Selbstmordanschlag auf den Flughafen Ben Gurion. Passagiere verhinderten den Absturz.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Passagierflugzeug auf einem Flughafengelände steht für den vereitelten Angriff auf dem Weg nach Tel Aviv.
Symbolbild: Ein Passagierflugzeug auf einem Flughafengelände steht für den vereitelten Angriff auf dem Weg nach Tel Aviv. KI-generiert

Der vereitelte Absturz einer Flydubai-Maschine auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv war nach Darstellung der Ermittler in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein geplanter Selbstmordanschlag. Der Copilot soll versucht haben, die Kontrolle über das Flugzeug zu erlangen und es in ein Passagierterminal des Flughafens Ben Gurion bei Tel Aviv zu lenken. An Bord befanden sich 174 Menschen, überwiegend israelische Passagiere. Reisende und Besatzungsmitglieder überwältigten den Mann, anschließend landete ein weiterer Pilot die Maschine im saudi-arabischen Tabuk.

Ermittler sprechen von gezieltem Plan

Der Generalstaatsanwalt der Vereinigten Arabischen Emirate, Hamad al-Shamsi, teilte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM mit, der aus dem Oman stammende Copilot habe den Angriff im Vorfeld vorbereitet. Wie zdfheute.de unter Berufung auf die emiratischen Ermittler berichtete, soll der 29-Jährige zwei frühere Flüge nach Tel Aviv genutzt haben, um Strecke und Flughafen kennenzulernen.

Nach dieser Darstellung wollte der Copilot nicht lediglich einen Absturz herbeiführen, sondern den Flughafen Ben Gurion direkt treffen. Er habe den Ermittlern zufolge angegeben, allein gehandelt zu haben. Diese Aussage soll weiter überprüft werden. Die Behörden sehen eine ideologische Motivation: Der Mann soll sich an den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA orientiert haben.

Der Flug war am 30. September auf der Verbindung von Dubai nach Tel Aviv unterwegs. Während des Fluges griff der Copilot den Kapitän an und verletzte ihn schwer. Der Jet verlor danach stark an Höhe. Dem Kapitän gelang es dennoch, die Cockpittür zu öffnen. Daraufhin drangen Passagiere und Besatzungsmitglieder in das Cockpit vor und setzten den Angreifer außer Gefecht.

Notlandung in Saudi-Arabien

Deutschlandfunk meldete, ein Reservepilot an Bord habe die Maschine in Tabuk gelandet. Andere Berichte sprechen von einer zweiten Cockpitbesatzung, die sich zufällig im Flugzeug befand. Der Flug endete damit nicht in Tel Aviv, sondern auf einem Flughafen im Nordwesten Saudi-Arabiens.

Die Maschine war nach dem Angriff zeitweise außer Kontrolle geraten. tagesschau.de berichtete, der Jet sei innerhalb von 30 Sekunden um knapp 4.300 Meter abgesackt. Beide Piloten kamen demnach nach der Landung in ein Krankenhaus. Die Passagiere verhinderten durch ihr Eingreifen gemeinsam mit der Crew einen möglichen Absturz.

Flydubai ist eine Fluggesellschaft aus Dubai. Der Verdächtige hatte den Angaben der Ermittler zufolge im Januar dieses Jahres dort angefangen. Zuvor soll er für mehrere Airlines in verschiedenen Ländern gearbeitet haben.

Sicherheitsfragen nach dem Vorfall

Generalstaatsanwalt al-Shamsi erklärte, der Copilot habe vor seiner Einstellung die üblichen Prüfungen bestanden. Demnach lagen eine Pilotenlizenz und ein Führungszeugnis vor. Auch die beruflichen und sicherheitsbezogenen Anforderungen seien erfüllt gewesen. Hinweise auf extremistische Absichten seien bei der Überprüfung nicht festgestellt worden.

Gleichzeitig gibt es Berichte über frühere Auffälligkeiten. Laut tagesschau.de verwies CNN darauf, dass der Mann im vergangenen Jahr seine Stelle bei Oman Air verloren habe. Grund seien Bedenken wegen extremistischer Ansichten gewesen. Anschließend habe er sich vergeblich bei Emirates beworben und sei später zu Flydubai gewechselt.

Die Ermittler datieren erste Hinweise auf eine Radikalisierung deutlich weiter zurück. Bereits 2017, während eines Studiums in Australien, soll der Mann extremistischen Ideen nähergekommen sein. Nach Darstellung der emiratischen Behörden verfestigte sich später der Gedanke, ein Flugzeug für einen Anschlag zu nutzen.

Folgen für die Luftsicherheit

Der Fall hat in Israel eine Debatte über Kontrollen ausländischer Piloten ausgelöst. Als Reaktion auf den Vorfall sollen die Überprüfungen verschärft werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Hinweise aus früheren Beschäftigungsverhältnissen und internationalen Sicherheitsprüfungen besser zusammengeführt werden können.

Der Angriff zeigt zugleich, wie knapp die Katastrophe verhindert wurde. Entscheidend waren das Handeln des verletzten Kapitäns, das Eingreifen von Menschen an Bord und die anschließende Landung durch weiteres Flugpersonal. Die Ermittlungen der Vereinigten Arabischen Emirate konzentrieren sich nun auf die Vorbereitung des mutmaßlichen Anschlags und mögliche Verbindungen, auch wenn der Verdächtige bislang behauptet, allein gehandelt zu haben.