Politik · Nahost-Konflikt
EU verurteilt Angriff auf Flughafen in Riad
Nach einem Angriff auf den Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad hat die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas scharfe Kritik geäußert. Wie ZDFheute in einem Liveblog berichtete, bezeichnete Kallas die Attacke auf X als „fürchterlichen Terrorakt“. Sie verwies zugleich auf die Gefährdung der Zivilbevölkerung und ziviler Einrichtungen. In der angespannten Lage am Golf rückt damit auch die Sicherheit wichtiger Verkehrswege wieder stärker in den Mittelpunkt.
Kallas fordert Schutz ziviler Ziele
Kallas machte in ihrer Reaktion deutlich, dass Angriffe auf Menschen außerhalb militärischer Ziele und auf zivile Anlagen nicht zu rechtfertigen seien. Der Flughafen von Riad ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt in Saudi-Arabien. Der Angriff trifft damit einen Ort, der für Passagiere, Beschäftigte und den internationalen Luftverkehr von Bedeutung ist.
Die EU-Außenbeauftragte verband ihre Verurteilung mit einem sicherheitspolitischen Appell. Aus ihrer Sicht muss die Zusammenarbeit zwischen europäischen und regionalen Kräften in der Region enger werden. Dabei nannte sie insbesondere die EU-Marinemission im Roten Meer und eine von Saudi-Arabien geführte maritime Mission.
Blick auf das Rote Meer
Die Äußerungen verweisen auf eine zweite Konfliktlinie in der Region: die Sicherheit der Schifffahrt im Roten Meer. Dort waren bereits vor dem jüngsten Angriff auf Riad Handelsschiffe zum Ziel geworden. Die Europäische Union reagierte darauf mit der Mission Aspides, die seit Februar 2024 besteht.
ZDFheute verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Huthis schon damals Schiffe im Roten Meer angegriffen hatten. Die Route ist für den internationalen Handel wichtig, weil sie Europa, Asien und den Nahen Osten verbindet. Wenn dort Schiffe bedroht werden, kann das Folgen für Lieferketten, Versicherungen und die Kosten des Warentransports haben.
Kallas bezeichnete eine engere Abstimmung zwischen der EU-Mission und der von Riad geführten Initiative als entscheidend. Damit setzt Brüssel auf koordinierte Präsenz auf See, ohne die Verantwortung allein europäischen Kräften zuzuschreiben. Für Saudi-Arabien ist die maritime Sicherheit auch deshalb zentral, weil das Land am Roten Meer und am Persischen Golf über strategisch wichtige Zugänge verfügt.
Regionale Spannung bleibt hoch
Der Angriff auf den Flughafen fällt in eine Phase, in der mehrere Konflikte im Nahen Osten ineinandergreifen. Militärische Auseinandersetzungen, Bedrohungen von Schifffahrtswegen und Angriffe auf zivile Infrastruktur erhöhen den Druck auf Regierungen in der Region und auf internationale Partner.
Für die Europäische Union steht dabei neben der politischen Verurteilung auch die praktische Sicherung von Verkehrswegen im Vordergrund. Die Mission Aspides ist ein Instrument, mit dem die EU zur Stabilisierung im Roten Meer beitragen will. Kallas’ Reaktion zeigt, dass Brüssel die Vorgänge in Saudi-Arabien nicht getrennt von der Lage auf See betrachtet.
Hintergrund: EU-Mission Aspides
Aspides wurde im Februar 2024 beschlossen. Die Mission soll zur Sicherheit im Roten Meer beitragen, nachdem dort Schiffe angegriffen worden waren. Sie ist Teil einer europäischen Antwort auf Risiken für Handel und zivile Schifffahrt.
Die neue Kritik aus Brüssel unterstreicht, wie empfindlich zivile Infrastruktur in der Region bleibt. Flughäfen, Häfen und Seewege sind nicht nur nationale Einrichtungen, sondern Knotenpunkte für internationale Mobilität und Handel. Angriffe auf solche Ziele können deshalb weit über den unmittelbaren Ort hinaus politische und wirtschaftliche Wirkung entfalten.