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Stündlich aktualisiert

Panorama · Oktoberfest-Nachspiel

Wiesn-Videodreh beschäftigt Münchner Behörden

Nach dem Oktoberfest prüfen Polizei und Stadt München einen Auftritt von Dicht & Ergreifend. Zwei Rapper sollen für ein Musikvideo auf der Theresienwiese gebettelt haben.

Presseonline-Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

Symbolbild: Nach dem Oktoberfest prüfen Münchner Behörden auch einzelne Vorfälle auf dem Festgelände.
Symbolbild: Nach dem Oktoberfest prüfen Münchner Behörden auch einzelne Vorfälle auf dem Festgelände. KI-generiert

Das Münchner Oktoberfest hat für zwei Mitglieder der Rap-Gruppe Dicht & Ergreifend ein mögliches Nachspiel. Polizei und Stadt befassen sich mit einem Videodreh, bei dem Fabian Frischmann alias Lef Dutti und Michael Huber alias Urkwell während der Wiesn als Punker verkleidet Besucherinnen und Besucher um Geld gebeten haben sollen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, war die Aktion Teil eines geplanten Musikvideos. Auf dem Festgelände ist Betteln untersagt, für kommerzielle Filmaufnahmen kann zudem eine Genehmigung nötig sein.

Verkleideter Dreh auf der Theresienwiese

Die Musiker arbeiteten dem Bericht zufolge an Bildern für den Titel „Identität“. Das Stück soll auf einer neuen CD erscheinen, die in der kommenden Woche herauskommt. Für die Szene traten Frischmann und Huber demnach in Punker-Kostümen auf: mit gestylten Haaren, Lederjacken, Ketten und auffälliger Schminke.

Bei der Aktion sollten sie in eine andere Rolle schlüpfen und im Umfeld der Wiesn um Geld bitten. Frischmann schilderte in der BR-Sendung „Zündfunk“, sie hätten nicht damit gerechnet, tatsächlich etwas zu bekommen. Nach seiner Darstellung gab ihnen jedoch ein Mann 20 Euro. Die Szene war damit offenbar erfolgreicher als erwartet, endete aber nicht wie geplant mit einem Bier, sondern mit dem Einschreiten der Polizei.

Polizei greift Musiker auf

Die Beamten brachten die beiden Rapper zur Wiesnwache. Die Polizei bestätigte der Süddeutschen Zeitung den Vorgang nur knapp. Frischmann sagte im BR-Interview, die Polizisten seien freundlich gewesen. Als sie erkannt hätten, wen sie vor sich hatten, sei die Stimmung nach seiner Darstellung eher entspannt gewesen.

Trotzdem ist die Sache für die Beteiligten nicht abgeschlossen. Die Polizei stimmt sich mit der Stadt darüber ab, welche Folgen die Aktion haben kann. Zuständig sind dabei unterschiedliche Stellen. Beim möglichen Verstoß gegen das Bettelverbot liegt die Zuständigkeit beim Kreisverwaltungsreferat. Dort könnte ein Bußgeld geprüft werden.

Genehmigungsfrage im Blick

Ein weiterer Punkt betrifft den Dreh selbst. Für Filmaufnahmen, die kommerziell verwendet werden, ist auf der Theresienwiese eine Erlaubnis erforderlich. Diese kann gebührenpflichtig sein. Um diese Frage kümmert sich das städtische Wirtschaftsreferat.

Die Band stellte die Aktion nach Darstellung des Berichts als soziales Experiment dar. Es sei darum gegangen, mit einer anderen Identität in der Menge der Wiesn-Besucherinnen und -Besucher aufzutreten. Ob diese Einordnung die Behörden beeinflusst, ist offen. Eine Stellungnahme des Managements lag der Süddeutschen Zeitung bis Donnerstagnachmittag nicht vor.

Einordnung nach dem Fest

Der Fall zeigt, dass das Oktoberfest für Behörden nicht mit dem letzten Festtag erledigt ist. Neben dem eigentlichen Betrieb auf der Theresienwiese werden auch einzelne Vorkommnisse nachbereitet, wenn sie Regeln des Festgeländes betreffen. Dazu zählen Verbote auf dem Gelände ebenso wie Vorgaben für gewerbliche Nutzungen.

Für Künstlerinnen und Künstler ist die Wiesn ein besonders sichtbarer Ort. Gerade deshalb gelten dort aber klare Grenzen. Wer dort dreht, wirbt oder Aktionen für spätere Veröffentlichungen umsetzt, muss die Regeln der Stadt beachten. Im Fall von Dicht & Ergreifend geht es nun darum, ob aus einer als Videodreh angelegten Aktion ein ordnungsrechtlicher Vorgang wird.