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Stündlich aktualisiert

Panorama · Oktoberfest in München

Wiesn steuert auf sehr hohe Besucherzahl zu

Das Oktoberfest ist deutlich stärker besucht als 2025. Bis Mittwoch wurden 5,2 Millionen Gäste gezählt, am Sonntag endet die 191. Wiesn.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Dichtes Gedränge auf einem großen Volksfestgelände mit Zelten und Fahrgeschäften.
Symbolbild: Dichtes Gedränge auf einem großen Volksfestgelände mit Zelten und Fahrgeschäften. KI-generiert

Das Münchner Oktoberfest erlebt kurz vor dem Schlusswochenende einen starken Besucherandrang. Bis einschließlich Mittwoch kamen nach einer Auswertung anonymisierter Mobilfunkdaten 5,2 Millionen Menschen auf die Theresienwiese. Das sind etwa 700.000 mehr als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Damit rückt die Marke von sieben Millionen Gästen in Reichweite, der Rekord von 2023 bleibt aber schwer zu erreichen.

Hochrechnung zeigt starken Jahrgang

Die Zahlen stammen aus einer Analyse von Telefónica Deutschland und Invenium Data Insights für die Deutsche Presse-Agentur, über die unter anderem der Tagesspiegel berichtete. Sie zeigen, wie dicht das Festgelände in diesem Jahr besucht ist. Ein wichtiger Faktor ist das überwiegend freundliche Wetter der ersten Festtage. Die Wiesn läuft noch bis Sonntagnacht.

Sollte der Andrang am letzten Wochenende hoch bleiben, könnte die Gesamtzahl nahe an sieben Millionen heranreichen. Der bisherige Spitzenwert liegt bei 7,2 Millionen Besucherinnen und Besuchern im Jahr 2023. Damals dauerte das Volksfest allerdings zwei Tage länger als die diesjährige Ausgabe. Für einen neuen Höchststand wären daher in den verbleibenden Festtagen außergewöhnlich viele Gäste nötig.

Die Süddeutsche Zeitung verwies zudem auf die Wetterlage zum Endspurt. Nach vielen sonnigen Tagen war der Himmel am Freitag grau, für Samstag werden aber wieder mildere Temperaturen erwartet. Am Sonntag könnte es bei wechselnder Bewölkung ebenfalls über 20 Grad warm werden. Regen spielt für das Festgelände demnach nur eine untergeordnete Rolle, am Alpenrand sind jedoch Schauer möglich.

Mehr Gäste aus dem Ausland

Auffällig ist der gestiegene Anteil internationaler Besucherinnen und Besucher. Laut Telefónica liegt er inzwischen bei rund 31 Prozent. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren. Die größte Gruppe aus dem Ausland stellen Gäste aus den USA, auch wenn sie etwas seltener vertreten sind als zuvor. Danach folgen Italienerinnen und Italiener. Am mittleren Wiesn-Wochenende wurden rund 58.000 Gäste aus Italien gezählt.

Auch die Altersstruktur hat sich verschoben. Der Durchschnitt liegt der Analyse zufolge bei 46 Jahren. Besonders stark vertreten sind die 50- bis 59-Jährigen, die etwa 23 Prozent des Publikums ausmachen. Die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen kommt auf 21,5 Prozent. Gegenüber der Wiesn vor zwei Jahren ist ihr Anteil damit um 5,1 Prozentpunkte gesunken.

Die Verweildauer zeigt ebenfalls, wie intensiv das Volksfest genutzt wird. Im Mittel bleiben die Besucherinnen und Besucher gut fünfeinhalb Stunden auf der Theresienwiese. Matthias Sauder von Telefónica Deutschland sagte dem Tagesspiegel zufolge, die Daten sprächen für eine „besucherstarke Wiesn 2026“. Er verwies dabei auf mehr internationale Gäste, längere Aufenthalte und eine stärkere digitale Nutzung.

Großereignis mit hoher Belastung

Der Besucherandrang prägt nicht nur die Zelte, Biergärten und Fahrgeschäfte. Er erhöht auch die Anforderungen an Sicherheitskräfte, Sanitätsdienst und Rettungsdienste. Zur Halbzeitbilanz wurden bereits 936 Polizeieinsätze gezählt. Dabei wurden 471 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten registriert. Außerdem lagen 32 Anzeigen wegen Sexualdelikten und 135 Körperverletzungen vor.

Der Oktoberfest-Sanitätsdienst versorgte zur Halbzeit rund 4.240 Patientinnen und Patienten. Das waren sieben Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Etwa ein Drittel der Einsätze betraf alkoholbedingte Beschwerden, ein weiteres Drittel chirurgische Fälle wie Schnittverletzungen, Prellungen oder Knochenbrüche. Die Münchner Feuerwehr meldete zusätzlich 886 Einsätze des öffentlichen Rettungsdienstes.

Die Wiesn findet in diesem Jahr zum 191. Mal statt. Sie gilt als größtes Volksfest der Welt und ist international ein Vorbild für zahlreiche Bier- und Oktoberfeste. Für München ist sie zugleich Tradition, Wirtschaftsfaktor und organisatorische Großaufgabe. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass das Fest nach Jahren weitgehend stabiler Besucherwerte wieder stärker wächst. Ob daraus ein Rekordjahr wird, entscheidet sich erst mit dem Schlusswochenende.