Panorama · Oktoberfest in München
Wiesn endet mit Rekord und viel Aufräumarbeit
Das Oktoberfest ist nach einem Besucherrekord beendet, auf der Theresienwiese hat der Abbau begonnen. Trotz der hohen Gästezahl fiel bei der nächtlichen Reinigung etwas weniger Abfall an als im Vorjahr. Gleichzeitig beschäftigten Zwischenfälle, Rettungseinsätze und Debatten über kommerzielle Inhalte in sozialen Netzwerken die Bilanz der Wiesn.
Abbau läuft nach festem Plan
Der Rückbau des Festgeländes geht deutlich schneller als der Aufbau. Während Zelte, Fahrgeschäfte und Buden zuvor zwölf Wochen lang errichtet wurden, sind für den Abbau sieben Wochen vorgesehen. Bis zum 20. November soll die Theresienwiese wieder geräumt sein.
Für einzelne Bereiche gelten frühere Fristen. Die Oide Wiesn und die Zelte im Bereich des Tollwood-Winterfestivals müssen bis zum 30. Oktober verschwunden sein. Fahrgeschäfte, Imbisse, Bratereien und Cafézelte haben bis zum 16. Oktober Zeit. Kleinere Betriebe müssen das Gelände bereits bis Ende dieser Woche verlassen.
Die Stadt gibt die Fläche schrittweise wieder für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende frei. Welche Wege bereits nutzbar sind, veröffentlicht München fortlaufend auf ihrer Internetseite, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.
Weniger Abfall trotz Rekordandrang
Der Besucherrekord hat sich nicht in mehr Kehricht auf dem Festgelände niedergeschlagen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb München sammelte in den 16 Nächten auf der Wiesn 92 Tonnen Müll ein. Im Vorjahr waren es 93 Tonnen gewesen. Auch in den umliegenden Straßen ging die Menge leicht zurück: Dort kamen 54 Tonnen zusammen, ebenfalls eine Tonne weniger als 2025.
Insgesamt fielen während des Oktoberfests 1.015 Tonnen Abfall an. Darunter waren 804 Tonnen Restmüll, 84 Tonnen Papier und 127 Tonnen Glasbruch. Für die nächtliche Reinigung waren jeweils zwischen 2 und 8 Uhr bis zu 30 Beschäftigte im Einsatz. Weitere Mitarbeitende betreuten die Entsorgungsstellen und Müllbehälter auf dem Gelände.
Auch abseits der Reinigung zeigt die Wiesn-Bilanz, wie stark das Fest in den Stadtraum hineinwirkt. Nach dem letzten Besuch in den Zelten zogen manche Gäste weiter durch München. Eine besonders lange Fahrt mit einem Fahrdienst führte nach Angaben aus der Auswertung über 168 Kilometer bis an den Fuschlsee in Österreich.
Rettungsdienst und Polizei gefordert
Am letzten Wiesntag versorgten Sanitäterinnen und Sanitäter 641 Patientinnen und Patienten. 565 Menschen wurden behandelt, davon entfielen 342 Fälle auf leichtere Beschwerden. 131 Mal rückten Einsatzkräfte mit Tragen aus. Ein Patient kam nach einer CT-Untersuchung in ein Münchner Krankenhaus.
Auch die Polizei meldete mehrere Vorfälle. Zwei Männer wurden im Paulaner-Zelt von Taschendiebfahndern beobachtet. Sie sollen versucht haben, an Wertgegenstände von Gästen und Bedienungen zu gelangen. Die Beamten nahmen die beiden Männer nach dem Verlassen des Zelts vorläufig fest. Gegen sie wird wegen versuchten Handtaschendiebstahls in einem besonders schweren Fall ermittelt.
In einem weiteren Fall soll ein stark alkoholisierter Mann mit einem Maßkrug zugeschlagen haben. Ein Schweizer erlitt dabei eine Gehirnerschütterung und eine Platzwunde, die im Krankenhaus versorgt wurde. Zwei Frauen wurden durch Glassplitter an den Händen verletzt. Der Verdächtige wurde festgenommen; gegen ihn laufen Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung.
Ein Unfall an einer Schiffsschaukel hatte ebenfalls für Aufmerksamkeit gesorgt. Ein Mitarbeiter, der verletzt worden war, war später außer Lebensgefahr. Die Kriminalpolizei ermittelt zu dem Betriebsunfall. Das Fahrgeschäft nahm nach einer zeitweisen Schließung den Betrieb wieder auf.
Influencer und politische Nachwirkungen
Neben der klassischen Wiesn-Bilanz beschäftigte auch der Umgang mit kommerziellen Beiträgen in sozialen Medien die Stadt. Bis zum Tag nach dem Ende des Oktoberfests wurden nach Angaben des zuständigen Referats rund 450 Genehmigungen für Influencer sowie für Werbe- und Unternehmensinhalte erteilt. Weitere könnten hinzukommen, weil die Stadt weiterhin Beiträge überprüft. Nicht vorab genehmigte Inhalte können nachträglich lizenziert werden, dann jedoch zu höheren Kosten.
Für politische Folgen sorgten Videos, in denen ein österreichischer ÖVP-Funktionär auf dem Oktoberfest rassistische Aussagen gemacht haben soll. Nach Kritik aus der eigenen Partei trat der Mann zurück. Der ORF berichtete, die zuständige Bezirksparteiobfrau in Tirol habe sich von den Äußerungen distanziert.
Die Bilanz zeigt damit zwei Seiten des Oktoberfests: Die Wiesn bleibt ein Massenereignis mit internationaler Ausstrahlung und neuen Rekorden. Zugleich verlangt das Fest enorme Organisation nach dem letzten Ausschank, vom Rückbau über die Stadtreinigung bis zu Polizei- und Rettungseinsätzen.