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Stündlich aktualisiert

Panorama · Unwetter im Mittelmeer

Tote durch Starkregen und Gewitter in der Ägäis

Heftige Unwetter treffen Südeuropa. Auf Rhodos stirbt eine deutsche Urlauberin durch einen Blitz, auf Kreta kommt ein Hirte in Wassermassen ums Leben.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Dunkle Wolken und Starkregen über einer Mittelmeerküste stehen für die Unwetterlage in Südeuropa.
Symbolbild: Dunkle Wolken und Starkregen über einer Mittelmeerküste stehen für die Unwetterlage in Südeuropa. KI-generiert

Heftige Unwetter haben Teile Südeuropas erfasst und besonders die griechischen Inseln schwer getroffen. Auf Rhodos kam eine 58 Jahre alte deutsche Touristin durch einen Blitzschlag ums Leben, ihr Mann wurde leicht verletzt. Auf Kreta starb ein Hirte, nachdem ihn Wassermassen im bergigen Inland mitgerissen hatten. Starkregen, Gewitter und schwere Böen sorgen zudem für Überschwemmungen, Schäden an Straßen und Einschränkungen im Fährverkehr. Auch in weiteren Mittelmeerregionen ist die Lage angespannt: ZDF berichtete von Überflutungen in Urlaubszielen in der Türkei, Griechenland und Spanien.

Blitzschlag nach dem Baden

Das tödliche Unglück auf Rhodos ereignete sich im südlichen Teil der Insel nahe Lindos. Die deutsche Urlauberin war mit ihrem Ehemann am Meer. Nach dem Baden gingen beide am Strand entlang, als ein Blitz einschlug und die Frau traf. Der Rettungsdienst konnte sie nicht mehr retten. Ihr Mann überlebte mit leichten Verletzungen.

Der Tagesspiegel berichtete unter Berufung auf griechische Medien und Polizei über den Fall. Demnach handelte es sich um ein deutsches Ehepaar, das sich im Urlaub auf Rhodos befand. Das griechische Portal Rodiaki.gr meldete, die Frau sei nach dem Einschlag bewusstlos gewesen und habe beim Eintreffen der Rettungskräfte keinen Puls mehr gehabt.

Die Gewitterfront betrifft nicht nur Rhodos. Zahlreiche Inseln der Ägäis sowie Kreta stehen unter dem Einfluss eines Herbststurms. Der griechische Wetterdienst rechnet damit, dass Regen und Gewitter bis Sonntag anhalten. Ein Meteorologe sagte im griechischen Rundfunk: „Die Gefahr ist nicht vorbei.“

Kreta meldet massive Regenmengen

Auf Kreta richtete der Starkregen schwere Schäden an. In der Region um Rethymno wurden innerhalb eines Tages rund 500 Liter Regen pro Quadratmeter registriert. Solche Mengen überlasten Böden, Abflüsse und Flussläufe in kurzer Zeit. Fahrzeuge wurden an Küstenabschnitten ins Meer gespült, Straßen und Brücken beschädigt oder zerstört.

Im Inselinneren kam ein Hirte ums Leben. Die örtliche Feuerwehr erklärte, der Mann sei im gebirgigen Gelände von Wassermassen erfasst worden und ertrunken. n-tv berichtete, es habe sich um einen 79-Jährigen gehandelt. Der Zivilschutz warnte vor weiter steigender Gefahr durch Überschwemmungen und Erdrutsche, weil der Boden vielerorts bereits stark durchnässt ist.

Die Lage bleibt besonders auf Kreta angespannt. Für die südliche Insel werden weitere kräftige Niederschläge erwartet. Nach Angaben des griechischen Fernsehsenders ERT könnte dort bis Sonntag eine Regenmenge zusammenkommen, die in Athen üblicherweise erst über einen Zeitraum von zwei Jahren fällt.

Fähren bleiben in Häfen

Neben dem Starkregen erschweren starke Winde den Verkehr auf See. In der Ägäis wurden Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde gemessen. Viele Fähren liefen am Freitag nicht aus und blieben in den Häfen. Das betrifft Verbindungen zwischen Inseln und dem Festland ebenso wie Fahrten innerhalb der Inselgruppen.

Für Rhodos und weitere Dodekanes-Inseln warnte der griechische Zivilschutz vor zusätzlichen Unwettern am Samstag. Auch auf Kreta gilt erhöhte Alarmbereitschaft. Behörden und Wetterdienste rechnen mit weiteren Starkregenphasen, Gewittern und gefährlichen Windböen.

Herbststürme treffen Urlaubsregionen

Der Mittelmeerraum erlebt im Herbst immer wieder Wetterlagen, bei denen warme Meeresluft und kältere Luftmassen aufeinandertreffen. Daraus können binnen kurzer Zeit intensive Gewitter, Sturzfluten und Sturmfelder entstehen. Besonders Inseln, Küstenorte und bergige Regionen sind dann gefährdet, weil Wasser schnell abfließt und Straßen oder Täler überfluten kann.

Die aktuellen Unwetter treffen mehrere beliebte Reiseziele zugleich. In Griechenland sind vor allem die Ägäisinseln und Kreta betroffen, während auch aus der Türkei und Spanien Überschwemmungen gemeldet werden. Für Reisende bedeutet die Lage Einschränkungen im Verkehr, kurzfristige Änderungen bei Fährverbindungen und erhöhte Gefahr an Stränden, Küstenstraßen und in überfluteten Gebieten.