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Stündlich aktualisiert

Panorama · Raubkatze in Oberbayern

Suche nach möglichem Puma bei München geht weiter

Bei Oberding nahe dem Flughafen München suchen Polizei und Behörden weiter nach einer mutmaßlichen Raubkatze. Wärmebilder befeuern den Verdacht auf ein großes katzenartiges Tier.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Im Erdinger Moos suchen Einsatzkräfte nach Hinweisen auf eine mögliche Raubkatze.
Symbolbild: Im Erdinger Moos suchen Einsatzkräfte nach Hinweisen auf eine mögliche Raubkatze. KI-generiert

Bei Oberding im Landkreis Erding läuft die Suche nach einer mutmaßlichen Raubkatze weiter. Ein Jäger hatte am Dienstagabend nahe dem Münchner Flughafen ein großes katzenartiges Tier mit einer Wärmebildkamera erfasst. Ob es sich tatsächlich um einen Puma handelt, ist weiter ungeklärt. Polizei und Landratsamt mahnen die Bevölkerung zur Vorsicht: Kinder sollen draußen beaufsichtigt werden, Hunde an der Leine bleiben.

Suche im Erdinger Moos

Der erste bekannte Hinweis stammt aus der Nacht zu Mittwoch. Gegen 23.30 Uhr registrierte ein Jäger im nördlichen Zengermoos ein Tier, das aus dichter Vegetation kam. Wie die F.A.Z. berichtet, setzte es sich kurz hin, putzte die Vorderpfoten und verschwand nach weniger als einer Minute wieder im Bewuchs. Der Vorsitzende des Kreisjagdverbands Erding, Thomas Schreder, wertete die Aufnahmen aus. Er hält ein katzenartiges Tier für sicher, eine genaue Artbestimmung aber nicht.

Auffällig sind nach seiner Einschätzung vor allem die Größe und ein sehr langer Schwanz. Beides passt nicht ohne Weiteres zu einer Hauskatze oder Wildkatze. Auch ein Luchs gilt demnach nicht als naheliegende Erklärung. Das Landratsamt Erding lässt die Bilder weiter prüfen und spricht bislang nicht von einem gesicherten Puma-Fund.

Am Mittwoch suchten Einsatzkräfte das Gebiet im Zengermoos und Notzingermoos ab. Auch ein Hubschrauber und Drohnen waren beteiligt. Das Gelände ist dicht bewachsen und nur schwer überschaubar. In der Nacht zum Donnerstag kam erneut eine Drohne mit Wärmebildtechnik zum Einsatz. Ein weiterer Hinweis erwies sich als Fehlalarm: Ein Sicherheitsmitarbeiter hatte auf einem Kamerabild ein verdächtiges Tier bemerkt, doch die Überprüfung aus der Luft ergab keinen Hinweis auf eine Großkatze. Vermutlich war dort nur eine Hauskatze zu sehen.

Hunde suchen nach Spuren

Am Donnerstag verlagerte sich die Suche auf mögliche Spuren. Der taz zufolge waren zwei Hundeführer mit Schäferhunden im Raum Oberding unterwegs. Die Tiere sollten nicht die mutmaßliche Raubkatze verfolgen, sondern Kot, Beutereste oder andere Hinweise finden. Solche Funde könnten helfen, die Tierart zu bestimmen.

Nach Angaben der Polizei waren rund 15 Einsatzkräfte vor Ort, weitere sechs arbeiteten im Innendienst an der Suche. Die Hunde wurden angeleint eingesetzt und suchten gezielt im Umfeld des Sichtungsorts. Die Polizei betont, dass dabei Rücksicht auf das Naturschutzgebiet und die dort lebenden Tiere genommen werde.

Bislang wurde weder ein Puma gefunden noch ein eindeutig zuordenbarer Riss entdeckt. Auch Spuren, die zweifelsfrei zu einer Großkatze passen, sind nicht bekannt geworden. Dennoch bleiben die Warnhinweise bestehen, solange die Art des Tieres nicht geklärt ist.

Hinweise für Anwohner

Das Landratsamt ruft Menschen in der Region auf, aufmerksam zu sein und mögliche Sichtungen sofort der Polizei in Erding zu melden. Eigene Suchaktionen sollen unterbleiben. Wer mit Hund unterwegs ist, soll das Tier nicht frei laufen lassen. Auch nächtliche Spaziergänge in dem betroffenen Gebiet werden derzeit nicht empfohlen.

Schreder rät zur Ruhe, warnt aber zugleich vor Verharmlosung. Sollte es sich um einen Puma handeln, wäre das Tier nicht harmlos. Besonders freilaufende Hunde könnten eine Begegnung provozieren. Für Weidetiere könnte ebenfalls ein Risiko bestehen, vor allem für kleinere Nutztiere wie Schafe oder Ziegen. Ausgewachsene Rinder wären nach Einschätzung aus der Jägerschaft eher kein typisches Ziel. Pferde könnten jedoch stark reagieren, wenn eine Raubkatze in ihrer Nähe auftaucht.

Woher ein Puma kommen könnte

Pumas leben natürlicherweise in Nord-, Mittel- und Südamerika. In Europa kommen sie nicht wild vor. Die Süddeutsche Zeitung verweist darauf, dass in Bayern für die Haltung gefährlicher Wildtiere eine Genehmigung der Gemeinde nötig ist. Ein gemeldeter privater Halter, der ein Tier vermisst, ist bislang nicht bekannt. Auch ein nahe gelegener Zirkus hat nach eigenen Angaben keine Raubkatzen.

Damit bleibt offen, ob im Erdinger Moos überhaupt ein Puma unterwegs ist. Möglich ist weiterhin, dass die Wärmebilder ein anderes großes Tier zeigen. Für die Behörden zählt vorerst der Vorsorgegedanke: Solange die Identität des Tieres ungeklärt ist, wird weitergesucht und die Bevölkerung bleibt gewarnt.