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Stündlich aktualisiert

Panorama · Gedenkort im Tiergarten

Regenbogenbank in Berlin erneut beschädigt

Die Gedenkbank für die Opfer des CSD-Terroranschlags im Berliner Tiergarten ist wieder beschmiert worden. Der Staatsschutz ermittelt.

Presseonline-Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

Symbolbild: Eine leere Regenbogenbank in einem Stadtpark steht für einen beschädigten Gedenkort.
Symbolbild: Eine leere Regenbogenbank in einem Stadtpark steht für einen beschädigten Gedenkort. KI-generiert

Die Regenbogenbank im Berliner Tiergarten ist erneut beschädigt worden. Am frühen Freitagmorgen entdeckten Polizeikräfte schwarze Farbe auf der Bank, die an die Opfer des islamistischen Terroranschlags am Rande des Christopher Street Day erinnert. Die Farbe wurde entfernt. Der Polizeiliche Staatsschutz führt die Ermittlungen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung.

Farbe am Morgen entdeckt

Nach Angaben eines Polizeisprechers, über die der Tagesspiegel berichtete, stellten Einsatzkräfte gegen 4.20 Uhr die schwarze Farbe auf der Bank fest. Zuvor war in der Nähe ein starker Geruch nach Farbe aufgefallen. Als die Polizistinnen und Polizisten dem nachgingen, fanden sie die beschmierte Sitzbank.

Die Bank war ursprünglich in Regenbogenfarben gestaltet. Die schwarze Farbe wurde nach Polizeiangaben wieder beseitigt. Zuständig ist nun der Staatsschutz, weil der Verdacht einer politisch motivierten Tat im Raum steht. Ermittelt wird wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung.

Der Gedenkort befindet sich im Tiergarten nahe der Stelle, an der sich der Anschlag Ende Juli ereignet hatte. Die Bank ist öffentlich zugänglich und steht an einem Ort, der regelmäßig von Polizeikräften kontrolliert wird. Angaben zu weiteren Schutzmaßnahmen machte die Polizei nicht.

Wiederholte Schäden an der Bank

Der Tagesspiegel berichtete, es handle sich bereits um die vierte Beschädigung innerhalb weniger Wochen. Erst vor einigen Tagen waren Holzlatten aus der Sitzfläche gerissen worden. Auch zuvor war die Bank nach ihrer Aufstellung wiederholt Ziel von Beschädigungen.

Aufgestellt wurde die Sitzbank am 6. August. Sie soll an die Menschen erinnern, die bei dem Anschlag am 25. Juli getötet oder verletzt wurden. Die wiederholten Vorfälle betreffen damit nicht nur ein Stadtmöbel, sondern ein sichtbares Zeichen des Gedenkens im öffentlichen Raum.

Die Ermittlungen richten sich gegen bislang unbekannte Personen. Hinweise auf Tatverdächtige wurden nicht genannt. Für die Polizei steht vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob die Beschädigung in einem politischen Zusammenhang steht.

Anschlag am Christopher Street Day

Am 25. Juli hatte ein 21 Jahre alter Islamist ein Auto in eine Gruppe von Menschen gesteuert. Anschließend attackierte er weitere Personen mit einer Machete und flüchtete. Eine Frau kam ums Leben, 31 Menschen wurden teils schwer verletzt.

Einen Tag nach dem Angriff erschossen Polizisten den Täter. Der Anschlag ereignete sich im Umfeld des Christopher Street Day. Die Regenbogenbank wurde später in der Nähe des Tatorts aufgestellt, um an die Opfer und die Folgen des Angriffs zu erinnern.

Öffentliches Gedenken betroffen

Die neuerliche Beschädigung fällt in eine Reihe von Angriffen auf denselben Gedenkort. Dadurch rückt die Frage in den Vordergrund, wie Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum geschützt werden können. Zugleich bleibt die Bank Teil eines Ortes, an dem Angehörige, Betroffene sowie Berlinerinnen und Berliner an den Terroranschlag erinnern können.

Der Fall liegt nun beim Staatsschutz. Die wiederholte Beschädigung der Bank hat über den Sachschaden hinaus Bedeutung, weil sie einen Gedenkort betrifft, der erst wenige Wochen nach einem tödlichen Anschlag eingerichtet wurde.