Zum Inhalt springen
Stündlich aktualisiert

Panorama · Jugendgewalt

Potsdamer Vorfälle rücken Jugendgewalt in den Fokus

In Potsdam und an der Berliner Stadtgrenze beschäftigen Angriffe junger Menschen Polizei, Schule und Stadtpolitik. Nach einem Überfall auf drei Schüler reagiert ihre Schule.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein leerer Parkweg nahe einer Schule steht für die Debatte über Jugendgewalt und Sicherheit im öffentlichen Raum.
Symbolbild: Ein leerer Parkweg nahe einer Schule steht für die Debatte über Jugendgewalt und Sicherheit im öffentlichen Raum. KI-generiert

Mehrere Vorfälle mit jungen Tatverdächtigen sorgen in Potsdam und an der Grenze zu Berlin für Aufmerksamkeit. Nach einem schweren Angriff auf drei Schüler in Kohlhasenbrück hat die Katholische Marienschule in Babelsberg Unterstützung organisiert. Zugleich ermittelt die Polizei nach einer Bedrohung im Potsdamer Bugapark, bei der ein Schlagstock und ein verbotenes Nunchaku sichergestellt wurden.

Schule unterstützt betroffene Jugendliche

Die drei angegriffenen jungen Potsdamer besuchen die Katholische Marienschule, ein privates Gymnasium in Babelsberg. Wie der Tagesspiegel berichtete, reagierte die Schule mit Hilfsangeboten für Betroffene und das Umfeld der Jugendlichen. Stefan Förner, Sprecher des zuständigen Erzbistums Berlin, sagte dem Portal, die Marienschule habe „unmittelbar“ gehandelt.

Der Angriff ereignete sich in Kohlhasenbrück, einem Bereich im Berliner Ortsteil Wannsee nahe der Potsdamer Stadtgrenze. Die Tat hat an der Schule Bestürzung ausgelöst. Für die Schulgemeinschaft ist der Fall auch deshalb besonders nah, weil alle drei Opfer dort unterrichtet werden. Die Schule steht damit nicht nur vor der Aufgabe, einzelne Jugendliche zu begleiten, sondern auch Mitschülerinnen, Mitschüler und Lehrkräfte im Umgang mit dem Geschehen zu unterstützen.

Bedrohung im Bugapark

Ein weiterer Fall beschäftigt die Polizei in Potsdam. Eine 39 Jahre alte Frau war am Donnerstag gegen 11.30 Uhr mit ihrem Hund im Bugapark im Bornstedter Feld unterwegs. Nach Angaben der Polizeidirektion West kam es zu einem Wortwechsel mit zwei jungen Personen. Eine 19-Jährige soll anschließend einen Schlagstock hervorgeholt und die Frau damit bedroht haben.

Die Hundebesitzerin ging nach Hause. Etwa eine Stunde später sah sie die beiden Verdächtigen erneut im Park und rief die Polizei. Einsatzkräfte trafen die 19-Jährige und ihren männlichen Begleiter an. Bei der Kontrolle fanden sie nach Polizeiangaben den Schlagstock sowie ein Nunchaku, dessen Besitz in Deutschland verboten ist.

Die Polizei nahm Anzeigen wegen Bedrohung und eines möglichen Verstoßes gegen das Waffengesetz auf. Außerdem wurden mit den Tatverdächtigen Gefährderansprachen geführt. Die weiteren Ermittlungen liegen nun bei der Kriminalpolizei.

Druck auf die Stadtpolitik wächst

Die Vorfälle fallen in eine Phase, in der in Potsdam wiederholt über Angriffe durch Gruppen junger Menschen berichtet wird. Der Tagesspiegel verweist in diesem Zusammenhang auf Meldungen aus den vergangenen Wochen. Nach dem besonders schweren Angriff in Kohlhasenbrück werden aus der Stadtpolitik Forderungen nach einem entschiedenen Vorgehen laut.

Die beiden aktuellen Fälle unterscheiden sich deutlich: In Kohlhasenbrück geht es um einen Angriff auf drei Jugendliche, der eine Schule unmittelbar betrifft. Im Bugapark steht eine Bedrohung im öffentlichen Raum im Mittelpunkt, bei der die Polizei Waffen sicherstellte. Gemeinsam ist beiden Fällen, dass sie Unsicherheit im Alltag auslösen können, an Orten, die von Schülerinnen, Schülern, Familien und Spaziergängerinnen genutzt werden.

Einordnung

Die Debatte über Jugendgewalt wird häufig durch einzelne Taten geprägt, die öffentlich starke Reaktionen auslösen. In Potsdam kommen nun ein Angriff an der Grenze zu Berlin, eine Bedrohung in einem Park und Berichte über weitere Vorfälle zusammen. Für Polizei, Schulen und Kommunalpolitik stellt sich damit die Frage, wie schnell auf akute Fälle reagiert wird und welche Unterstützung Betroffene erhalten.

Im Fall der Marienschule steht zunächst die Begleitung der angegriffenen Schüler im Vordergrund. Im Fall Bugapark geht es um die strafrechtliche Aufarbeitung und um den Umgang mit jungen Tatverdächtigen, bei denen Waffen gefunden wurden. Beide Vorgänge zeigen, wie eng Ermittlungen, Prävention und Unterstützung im Alltag von Jugendlichen miteinander verbunden sind.