Panorama · Raubkatzenverdacht in Bayern
Möglicher Puma nahe München hält Behörden in Atem
Im Landkreis Erding läuft die Suche nach einem möglicherweise entlaufenen Puma. Eine Privatperson meldete in der Nacht auf Mittwoch eine verdächtige Sichtung im Notzinger Moos in der Gemeinde Oberding, unweit des Münchner Flughafens. Das Landratsamt rät zur Vorsicht, betont aber zugleich, dass kein Anlass für Panik bestehe. Polizei und Fachbehörden prüfen den Hinweis, bislang ist das Tier nicht bestätigt.
Veterinäramt prüft Hinweis
Nach der Meldung wurde das Veterinäramt eingeschaltet. Eine Sprecherin des Landratsamts sagte dem SPIEGEL, nach einer ersten fachlichen Bewertung komme ein Puma als mögliche Erklärung infrage. Zuvor hatte Bild über den Verdacht berichtet.
Die Kreisbehörde empfiehlt Menschen in der Umgebung der gemeldeten Stelle, besonders aufmerksam zu sein. Hunde sollen dort angeleint bleiben. Kinder sollten sich in diesem Bereich derzeit nicht ohne Aufsicht aufhalten. Die Warnung bezieht sich auf das Umfeld der möglichen Sichtung im Notzinger Moos.
Konkrete Hinweise auf eine akute Gefahr gibt es bislang nicht. Die Behörden behandeln den Fall dennoch ernst, weil es sich bei einem Puma um ein großes Raubtier handeln würde. Woher ein solches Tier stammen könnte, ist unklar. Nach Angaben der Polizei gibt es in der Region aktuell keinen Zirkus, der als naheliegende Herkunft infrage käme.
Suche mit Drohnen und Hubschrauber
Die Polizei unterstützt die Suche mit mehreren Mitteln. Vorgesehen sind der Einsatz eines Hubschraubers sowie Drohnen. Außerdem sind Streifenwagen im Gebiet unterwegs. Eine Polizeisprecherin sagte, die Maßnahmen liefen, das gesuchte Tier sei aber bisher nicht entdeckt worden.
Auch die Jägerschaft im Landkreis ruft zu besonnenem Verhalten auf. Thomas Schreder, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, bat darum, nicht eigenständig nach dem Tier zu suchen. Die Bevölkerung solle die Arbeit der Einsatzkräfte nicht behindern. Für nächtliche Spaziergänge im betroffenen Gebiet riet er vorerst zu Zurückhaltung.
Besonders wichtig sei es, Hunde nicht frei laufen zu lassen. Ein frei laufendes Haustier könne eine Begegnung mit einem Raubtier wahrscheinlicher machen und damit eine gefährliche Situation auslösen. Die Behörden setzen deshalb auf Abstand, Ruhe und geordnete Suchmaßnahmen.
Pumas leben nicht in Deutschland
Pumas kommen in freier Wildbahn in Deutschland nicht vor. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt auf dem amerikanischen Kontinent. Die Tiere sind anpassungsfähig und leben dort in sehr unterschiedlichen Landschaften, von bewaldeten Regionen bis zu Gebirgen.
Ausgewachsene Pumas können je nach Geschlecht ein Gewicht von 48 bis 72 Kilogramm erreichen. Ihre Körperlänge kann bis zu 1,95 Meter betragen. Die Fellfarbe variiert stark und reicht von gelblich-braunen Tönen bis zu rötlichen oder silbergrauen Varianten. Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen können Sichtungen deshalb schwer einzuordnen sein.
Gegenüber Menschen verhalten sich Pumas in der Regel scheu. Angriffe auf Erwachsene sind selten. Ein höheres Risiko kann für Kinder und Haustiere bestehen, wenn es tatsächlich zu einer direkten Begegnung kommt. Deshalb konzentrieren sich die Hinweise der Behörden vor allem auf Aufsicht, angeleinte Hunde und das Meiden unnötiger Annäherung.
Unbestätigter Fall mit großer Aufmerksamkeit
Der Fall sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil ein frei laufender Puma in Bayern ungewöhnlich wäre. Bestätigt ist die Sichtung bislang nicht. Die Suche zielt darauf, den Hinweis zu überprüfen und eine mögliche Gefährdung früh zu erkennen.
Für die Umgebung des Münchner Flughafens bedeutet das vorerst erhöhte Wachsamkeit. Entscheidend bleibt, ob Einsatzkräfte weitere Spuren finden oder das Tier tatsächlich beobachten können. Bis dahin behandeln die Behörden die Meldung als ernstzunehmenden Verdacht und raten im betroffenen Bereich zu vorsichtigem Verhalten.