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Stündlich aktualisiert

Panorama · Einsatz in der Bronx

ICE-Beamter schießt auf Auto mit Kind in New York

In der Bronx ist ein Mann bei einem ICE-Einsatz im Auto angeschossen worden. Ein fünfjähriges Kind saß ebenfalls im Wagen und blieb nach Angaben des Bürgermeisterbüros unverletzt.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Einsatzfahrzeuge auf einer Straße in New York.
Symbolbild: Einsatzfahrzeuge auf einer Straße in New York. KI-generiert

Bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE ist am Donnerstag in New York ein Mann in seinem Auto angeschossen worden. In dem Wagen befand sich nach Angaben des Büros von Bürgermeister Zohran Mamdani auch ein fünf Jahre altes Kind. Es blieb demnach unverletzt, wie die Tagesschau berichtete. Der Vorfall ereignete sich im Stadtteil Bronx und löste scharfe Kritik der Stadtspitze aus. Das US-Heimatschutzministerium erklärte, der verletzte Mann lebe und werde in einem Krankenhaus behandelt.

Ministerium spricht von geplanter Festnahme

Nach Darstellung des Heimatschutzministeriums handelte es sich um einen „gezielten Vollstreckungseinsatz“. Ziel sei die Festnahme eines Mannes aus der Dominikanischen Republik gewesen, den die Behörde als vorbestraft bezeichnete. Er soll unter anderem wegen schweren Diebstahls verurteilt und bereits mehrfach festgenommen worden sein.

Das Ministerium bestätigte, dass ein ICE-Beamter während des Einsatzes seine Dienstwaffe abfeuerte. Der Mann im Auto wurde verletzt. Angaben dazu, weshalb der Beamte schoss, machte das Ministerium nicht. ICE-Kräfte hätten unmittelbar nach den Schüssen medizinische Hilfe geleistet.

Die New Yorker Polizei teilte mit, dass am Donnerstagnachmittag gegen 16 Uhr Ortszeit in der Bronx Schüsse fielen. Eigene Einsatzkräfte hätten aber nicht geschossen. Bundesbehörden untersuchen den Vorfall. Nach Angaben, über die n-tv berichtete, waren Beamte der Einwanderungsbehörde vor Ort beteiligt.

Kind im Fahrzeug bleibt unverletzt

Die Anwesenheit des Kindes im Auto verschärft die politische Reaktion auf den Einsatz. Das Büro des Bürgermeisters teilte mit, dass das Kind nicht verletzt worden sei. Weitere Angaben zu seiner Betreuung oder zum Verhältnis zu dem angeschossenen Mann wurden nicht gemacht.

Ein Restaurantbesitzer aus der Nähe schilderte n-tv, er habe Schüsse gehört und anschließend mehrere Einsatzkräfte in ICE-Kleidung gesehen. Demnach standen mehrere Fahrzeuge am Ort des Geschehens. Außerdem berichteten Augenzeugen von einer Frau, die den Beamten von einem Balkon aus zurief, sie nähmen Familien die Kinder weg.

Die Schilderungen unterstreichen die angespannte Lage rund um Einsätze der Einwanderungsbehörde in New York. ICE steht in vielen US-Städten seit Jahren im Mittelpunkt politischer Auseinandersetzungen. Unter Präsident Donald Trump hat die Behörde wieder eine zentralere Rolle in der Migrationspolitik erhalten.

Mamdani wendet sich an Trump

New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani verurteilte den Vorfall deutlich. Er bezeichnete das Vorgehen als „ungeheuerlich“ und sprach laut n-tv auch von einem „unglaublichen“ Vorgang. Mamdani kündigte an, Präsident Donald Trump direkt darauf anzusprechen.

Der Bürgermeister will demnach ein Ende der ICE-Einsätze in New York verlangen. In einer Erklärung ließ er mitteilen, er werde nicht zusehen, wie ICE-Beamte Nachbarschaften einschüchterten. Zudem forderte er die Abschaffung der Behörde.

Mamdani positioniert sich damit erneut gegen die Einwanderungspolitik der Bundesregierung. New York zählt zu den Städten, in denen Abschiebungen und Festnahmen durch Bundesbehörden regelmäßig Proteste auslösen. Der aktuelle Fall erhält zusätzliche Brisanz, weil bei dem Einsatz ein Kind im Auto saß.

Wiederholte Gewalt bei ICE-Einsätzen

Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus haben ICE-Beschäftigte nach Angaben des Deutschlandfunks auf mindestens 21 Menschen geschossen. Sieben Personen kamen dabei ums Leben. Der Fall in der Bronx reiht sich in eine Serie schwerer Vorfälle ein, die die Debatte über Befugnisse, Kontrolle und Verantwortung der Behörde weiter anheizen.

Kritikerinnen und Kritiker werfen der US-Regierung vor, durch eine härtere Abschiebepolitik mehr gefährliche Konfrontationen zu provozieren. Zudem steht der Vorwurf im Raum, beteiligte Beamtinnen und Beamte würden nur unzureichend zur Verantwortung gezogen. Die Bundesregierung verweist dagegen auf die Durchsetzung des Einwanderungsrechts und auf Einsätze gegen Personen mit Vorstrafen.

In New York dürfte der Fall die ohnehin angespannte Beziehung zwischen Stadtverwaltung und Bundesbehörden weiter belasten. Während die Ermittlungen laufen, steht vor allem die Frage im Raum, warum bei einem Festnahmeversuch auf ein Auto geschossen wurde, in dem sich ein kleines Kind befand.