Zum Inhalt springen
Stündlich aktualisiert

Panorama · Cyberangriff in Halle

Hacker erbeuten Bewerbungsdaten von Universität Halle

An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg haben Angreifer Daten aus rund 51.000 Bewerbungen abgegriffen. Die Hochschule warnt Betroffene vor verdächtigen Kontakten.

Presseonline-Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Cyberangriff kann große Mengen persönlicher Daten betreffen.
Symbolbild: Ein Cyberangriff kann große Mengen persönlicher Daten betreffen. KI-generiert

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. Betroffen sind nach Angaben der Hochschule Daten aus rund 51.000 Bewerbungen für das Sommersemester 2026 sowie das Wintersemester 2026/2027. Die Universität geht davon aus, dass die Angreifer Informationen abgerufen haben. Bewerberinnen und Bewerber werden informiert und zu erhöhter Aufmerksamkeit bei E-Mails und Anrufen aufgefordert.

Umfang des Datenabflusses

Zu den betroffenen Angaben gehören Namen, Anschriften, private E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Geburtsdaten. Nach Angaben konnten die Täter zudem auf Unterlagen zugreifen, die im Rahmen der Bewerbung hochgeladen worden waren. Außerdem gehören Angaben zu Studiengang, Zulassungsstatus und Bewerbungsverfahren zu den betroffenen Datensätzen.

Damit kann der Vorfall für Bewerberinnen und Bewerber auch über die Hochschule hinaus relevant werden. Solche Informationen können von Kriminellen genutzt werden, um Betroffene gezielt anzusprechen. Die Universität rät deshalb zu besonderer Wachsamkeit, wenn Kontaktaufnahmen per E-Mail oder Telefon verdächtig wirken und sich dabei auf die Hochschule beziehen.

Krisenstab eingerichtet

Die Universität wurde am Mittwoch auf den Vorfall aufmerksam. Danach richtete sie einen Krisenstab ein. Betroffene Personen werden nach Angaben der Hochschule derzeit und fortlaufend benachrichtigt. Die zuständigen Behörden sind eingeschaltet, außerdem hat die Universität Strafanzeige erstattet.

Die Hochschule prüft auch, ob entwendete Daten bereits im Internet auftauchen und in welchem Umfang dies der Fall sein könnte. Zu den technischen Umständen des Angriffs machte die Universität zunächst keine Angaben. Auch mögliche Motive der Täter wurden nicht genannt.

Für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet der Angriff vor allem, dass sie Nachrichten mit Bezug zur Universität genau prüfen sollten. Besonders heikel sind Kontaktversuche, in denen persönliche Daten abgefragt, Anhänge geöffnet oder Links angeklickt werden sollen. Die Hochschule verweist auf die Gefahr, dass der Name der Universität in betrügerischen Nachrichten verwendet werden könnte.

Weitere Hochschulen betroffen

Der Fall in Halle-Wittenberg reiht sich in eine Serie von Cybervorfällen im Hochschulbereich ein. Bereits Mitte September wurde ein Angriff auf eine Universität in München entdeckt. Medienberichten zufolge könnten dort bis zu 600.000 Datensätze aus einem Zeitraum von 50 Jahren betroffen sein. Darunter könnten auch Bankdaten von Studierenden fallen.

Ob zwischen dem Angriff in Halle-Wittenberg und dem Vorfall in München ein Zusammenhang besteht, ist nicht bekannt. Beide Fälle zeigen jedoch, dass Hochschulen mit ihren großen Datenbeständen ein attraktives Ziel für Cyberkriminelle sein können. Bewerbungsportale, Studierendenverwaltung und digitale Archive enthalten oft zahlreiche persönliche Angaben, die sich für Betrug oder Erpressung missbrauchen lassen.

Sensible Daten im Hochschulalltag

Universitäten verarbeiten regelmäßig Informationen von Bewerberinnen, Bewerbern, Studierenden und Beschäftigten. Dazu zählen Kontaktdaten, Unterlagen zur Zulassung, Angaben zu Studiengängen und je nach Verfahren weitere Nachweise. Ein Angriff auf solche Systeme kann daher viele Menschen gleichzeitig betreffen.

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat nach Bekanntwerden des Vorfalls interne Maßnahmen eingeleitet, Behörden informiert und Betroffene benachrichtigt. Für die betroffenen Bewerberinnen und Bewerber bleibt entscheidend, verdächtige Kontaktaufnahmen sorgfältig zu prüfen und ungewöhnliche Anfragen nicht ungeprüft zu beantworten.