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Stündlich aktualisiert

Panorama · Angriff im Cockpit

Flydubai-Pilot rettet nach Angriff 174 Menschen

Auf einem Flydubai-Flug nach Tel Aviv wird der Kapitän schwer verletzt. Reisende stoppen den mutmaßlichen Angreifer, eine mitreisende Crew landet die Boeing in Saudi-Arabien.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Passagierflugzeug auf einem Flughafen steht für den Vorfall an Bord der Flydubai-Maschine.
Symbolbild: Ein Passagierflugzeug auf einem Flughafen steht für den Vorfall an Bord der Flydubai-Maschine. KI-generiert

Der indische Flugkapitän Smit Machchhar hat nach einem Angriff im Cockpit einer Flydubai-Maschine schwer verletzt Hilfe in die Pilotenkanzel gelassen. Auf dem Flug FZ 1073 von Dubai nach Tel Aviv wurde nach bisherigen Angaben der Copilot als mutmaßlicher Angreifer von Reisenden gestoppt. Eine weitere Crew, die sich an Bord befand, brachte die Boeing mit 174 Menschen in Saudi-Arabien zur Landung.

Angriff während des Flugs

Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch auf der Verbindung von Dubai nach Tel Aviv. Die Maschine war über der Region unterwegs, als der Copilot den Kapitän attackiert haben soll. Machchhar schilderte am Freitag in einem Videotelefonat mit Indiens Premierminister Narendra Modi, er habe sich trotz seiner Verletzungen wieder aufrichten müssen, um die Menschen im Flugzeug zu schützen. Das Handelsblatt berichtete aus dem Gespräch, der Pilot habe gespürt, dass die Maschine an Höhe verlor.

Nach Angaben der Tagesschau zeigen Daten von Flightradar24, dass die Boeing innerhalb von ungefähr einer Minute von rund 10.000 Metern auf etwa 5.100 Meter sank. In dieser Phase gelang es Machchhar, den Zugang zum Cockpit zu öffnen. Reisende gelangten daraufhin hinein und brachten den Verdächtigen unter Kontrolle.

Flydubai teilte demnach mit, dass eine andere mitreisende Besatzung die Steuerung übernahm. Die Maschine setzte schließlich im saudischen Tabuk auf. Der Kapitän wird in einem Krankenhaus in Abu Dhabi behandelt. Modi würdigte Machchhar öffentlich als Helden.

Tatmittel und Motiv unklar

Zum verwendeten Gegenstand gibt es unterschiedliche Darstellungen. Das Handelsblatt berichtete von einem Taschenmesser. Der Deutschlandfunk verwies dagegen darauf, dass Ermittler öffentlich nicht mitgeteilt hätten, welcher Gegenstand benutzt wurde und ob er von außen an Bord kam oder sich bereits im Flugzeug befand.

Auch das Motiv ist weiter Gegenstand der Ermittlungen. Israelische Regierungsvertreter sprechen von einem versuchten islamistischen Anschlag. Nach Darstellung israelischer Behörden und Zeugen habe der Copilot versucht, die Maschine abstürzen zu lassen. Offiziell abgeschlossen sind die Ermittlungen dazu nicht.

Saudi-Arabien teilte mit, der aus dem Oman stammende Copilot sei am Donnerstag zusammen mit einem Sicherheitsteam aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in die Emirate gebracht worden. Dort sollen die weiteren Untersuchungen laufen.

Politische Reaktionen

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu warf dem Verdächtigen eine islamistische Haltung vor. Zugleich erklärte er, es sei noch zu früh, um über eine mögliche iranische Beteiligung zu urteilen. Israel habe vor dem Vorfall keine konkrete Warnung erhalten.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich deutlich weitergehend. Auf die Frage nach einer iranischen Rolle sagte er, nach dem, was er höre, gehe er davon aus. Zugleich drohte er Teheran für den Fall einer Beteiligung mit schweren Konsequenzen. Eine bestätigte Verbindung zum Iran wurde nicht genannt.

Folgen für den Flugverkehr

Flydubai setzte nach dem Vorfall Flüge von und nach Israel aus, solange die Untersuchungen andauern. Viele israelische Reisende warten deshalb in den Emiraten auf Rückkehrmöglichkeiten. Medienberichten zufolge sind mehr als 10.000 Israelis betroffen.

Israelische Airlines bereiten Rückholflüge vor. Eine Maschine der Fluggesellschaft Arkia startete am Freitag aus Dubai, weitere Flüge sollen folgen. Zuvor hatte es Berichte über fehlende Landeerlaubnisse für israelische Gesellschaften gegeben; diese seien inzwischen erteilt worden. Der Fall wirft damit neben den strafrechtlichen Ermittlungen auch Fragen zur Sicherheit im Cockpit und zu den Abläufen auf internationalen Strecken in die Region auf.