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Stündlich aktualisiert

Panorama · Sicherheitsdebatte im Cockpit

Flydubai-Copilot soll schon früher aufgefallen sein

Nach dem Angriff im Cockpit eines Flydubai-Flugs nach Tel Aviv rücken frühere Warnhinweise in den Fokus. Der Verdächtige soll in Oman als Sicherheitsrisiko gegolten haben.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein leerer Flughafenbereich steht für die Sicherheitsdebatte nach dem Vorfall auf einem Flydubai-Flug.
Symbolbild: Ein leerer Flughafenbereich steht für die Sicherheitsdebatte nach dem Vorfall auf einem Flydubai-Flug. KI-generiert

Ein Copilot, der auf einem Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv den Piloten verletzt haben soll, stand offenbar schon vor seiner Anstellung bei der Airline unter Sicherheitsverdacht. Wie der Spiegel unter Berufung auf ABC News berichtet, war der Mann bei Oman Air suspendiert worden, nachdem er dort als Risiko bewertet worden sein soll. Der Vorwurf verschärft die Debatte darüber, wie gründlich Piloten vor einem Wechsel zwischen Fluggesellschaften überprüft werden.

Frühere Warnhinweise in Oman

Der Verdächtige stammt aus Oman und war den Berichten zufolge 2024 bei Oman Air als angehender Copilot beschäftigt. In dieser Zeit soll bei ihm extremistisches Material entdeckt worden sein. Danach habe er nicht mehr als Pilotenschüler weiterarbeiten dürfen, sei aber in einer Verwaltungsaufgabe bei der Gesellschaft geblieben.

ABC News stützt sich dabei auf ranghohe Personen aus Geheimdienst- und Strafverfolgungskreisen. CNN soll ähnliche Hinweise erhalten haben. Die Welt berichtet zudem unter Verweis auf das Wall Street Journal, der Mann sei in Oman bereits früher mit einem Flugverbot belegt worden. Hintergrund seien Sorgen über mögliche radikale ideologische Ansichten gewesen.

Ermittler prüfen demnach, wie der Mann später dennoch als Copilot bei Flydubai eingesetzt werden konnte. Der Fall wirft damit nicht nur Fragen nach dem konkreten Angriff auf, sondern auch nach Sicherheitsabgleichen zwischen früheren Arbeitgebern, Behörden und einer neuen Fluggesellschaft.

Angriff auf Flug nach Tel Aviv

Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch auf einem Flug der emiratischen Airline Flydubai von Dubai nach Tel Aviv. An Bord befanden sich 182 Menschen. Während des Flugs soll der Copilot den Piloten angegriffen und schwer verletzt haben.

Der Pilot konnte nach eigenen Angaben trotz seiner Verletzungen die Tür zum Cockpit öffnen. Mehrere Fluggäste gelangten daraufhin in den Cockpitbereich und überwältigten den mutmaßlichen Angreifer. Dadurch konnte die unmittelbare Gefahr an Bord beendet werden.

Der Verdächtige wurde festgenommen und inzwischen in die Vereinigten Arabischen Emirate gebracht. Nach Angaben von ABC News soll er mit den Behörden zusammenarbeiten. Der Sender berichtet unter Berufung auf Personen mit Kenntnis der Ermittlungen außerdem, der Mann habe angedeutet, das Flugzeug in Israel zum Absturz bringen zu wollen.

Ermittlungen zu Motiv und Umfeld

Die Behörden in den Emiraten führen Ermittlungen. Motiv und genaue Absichten des Verdächtigen sind weiter Gegenstand der Untersuchungen. Die israelische Regierung bewertet den Angriff bereits als dschihadistisch motivierte Terrortat. Auch ein hochrangiger Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate sprach im Zusammenhang mit dem Geschehen von Terrorismus.

Zusätzliche Aufmerksamkeit richtet sich auf ein LinkedIn-Profil, das nach CNN-Informationen unter dem Namen des Verdächtigen existiert haben soll und später gelöscht wurde. Dort sollen nach dem Angriff zwei Beiträge erschienen sein. Wer sie veröffentlichte und ob sie vorher geplant waren, ist unklar. In einem der Beiträge soll ein Video enthalten gewesen sein, das am Ende ein Bild des früheren Al-Kaida-Anführers Ayman al-Zawahiri zeigte.

Debatte über Sicherheitsprüfungen

Der Fall trifft die Luftfahrt in einer besonders sensiblen Frage: Wer Zugang zum Cockpit erhält, muss dauerhaft als zuverlässig gelten. Frühere Hinweise auf Radikalisierung, ein Flugverbot oder eine Suspendierung können deshalb für spätere Beschäftigungen entscheidend sein.

Im Mittelpunkt steht nun, ob die früheren Erkenntnisse aus Oman bei Flydubai bekannt waren oder hätten bekannt sein müssen. Zugleich geht es um die Abläufe, mit denen Fluggesellschaften und Behörden Informationen über mögliche Risiken austauschen. Der Angriff zeigt, wie folgenreich Lücken in solchen Prüfungen sein können, wenn sich Verdachtsmomente gegen eine Person im Cockpit richten.