Panorama · Luftverkehr in Nürnberg
Fehlalarm legt Flughafen Nürnberg zeitweise lahm
Am Flughafen Nürnberg hat ein mutmaßlicher Fehlalarm am Dienstag einen großen Polizeieinsatz und den Start von Eurofightern ausgelöst. Ein aus Korfu kommendes Linienflugzeug hatte vor der Landung den Notfallcode 7500 gesendet, der im Luftverkehr auf eine Entführung hinweist. Die Maschine landete sicher, Einsatzkräfte überprüften Flugzeug und Insassen. Eine Gefahr wurde nicht festgestellt. Als mögliche Ursache steht ein technisches Problem im Cockpit im Raum.
Notfallcode löst Einsatz aus
Der Alarm begann während des Flugs nach Nürnberg. Nach Angaben der Polizei wurde aus dem Cockpit ein Code übermittelt, der auf eine unrechtmäßige Übernahme des Flugzeugs hindeutet. Anschließend war die Besatzung per Funk nicht mehr erreichbar. Der Tagesspiegel berichtete unter Berufung auf dpa, ein Polizeisprecher habe einen möglichen Defekt des Funkgeräts genannt.
Aus Sicherheitsgründen wurden daraufhin Abfangjäger alarmiert. Eurofighter begleiteten die Maschine im deutschen Luftraum bis zur Landung. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung kamen sie vom taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg an der Donau. Dort stehen dauerhaft zwei Jets für solche Alarmfälle bereit.
Der Flughafen wurde während des Einsatzes abgesperrt. Polizeikräfte rückten mit einem Großaufgebot an, auch Spezialkräfte waren beteiligt. Der Flieger erreichte Nürnberg gegen Mittag und setzte sicher auf. Die Passagiere blieben zunächst an Bord, während die Einsatzkräfte die Lage prüften.
Polizei gibt Entwarnung
Nach den Kontrollen erklärte die Polizei, es bestehe keine Gefahr. Die taz meldete, den Passagieren und der Crew gehe es gut. Ein Polizeisprecher sagte demnach kurz nach der Entwarnung, im Flugzeug sei alles in Ordnung.
Die Ermittlungen zur genauen Ursache dauern an. Der Deutschlandfunk berichtete, offenbar habe ein defektes Funkgerät den Notfallcode ausgelöst. Fest steht bislang: Der Alarm führte zu einem erheblichen Sicherheitseinsatz, der sich nach der Landung jedoch nicht bestätigte.
Betroffen war nach Angaben des Deutschlandfunks eine Maschine der Fluggesellschaft Corendon. Die Route führte von der griechischen Insel Korfu nach Nürnberg. Weitere Details zum Ablauf an Bord wurden nicht bekannt.
Bereits zuvor Störung durch Drohnenverdacht
Schon am frühen Morgen hatte es am Nürnberger Flughafen einen weiteren Vorfall gegeben. Drei Piloten meldeten unabhängig voneinander ein Objekt, das möglicherweise eine Drohne gewesen sein könnte. Die Grenzpolizei am Flughafen leitete gemeinsam mit dem Airport und der Flugsicherung Suchmaßnahmen ein.
Dabei wurde auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt. Eine Drohne wurde jedoch nicht gefunden. Während der Suche kam es zeitweise zu Einschränkungen im Flugbetrieb. Nach Angaben eines Flughafensprechers verspäteten sich sechs Flüge, darunter zwei Ankünfte und vier Abflüge. Zwei ankommende Maschinen wichen vorsorglich nach Köln und Prag aus, konnten später aber weiter nach Nürnberg fliegen.
Ein Zusammenhang zwischen dem Drohnenverdacht am Morgen und dem späteren Alarm um den Linienflug wurde nicht bestätigt.
Warum Code 7500 ernst genommen wird
Der Transpondercode 7500 hat im internationalen Luftverkehr eine klare Bedeutung: Er weist auf eine mögliche Entführung oder eine andere unrechtmäßige Einflussnahme an Bord hin. Wenn zusätzlich der Funkkontakt abbricht, müssen Sicherheitsbehörden zunächst vom schwerwiegendsten Szenario ausgehen.
Deshalb werden in solchen Fällen Abfangjäger eingesetzt, um die Lage aus der Luft zu beurteilen und die Maschine zu begleiten. Am Boden sichern Polizei und Flughafenbetreiber den Zielflughafen. In Nürnberg führte dieses Verfahren zu einer vorübergehenden Sperrung und einem Großeinsatz, der nach den Überprüfungen beendet werden konnte.