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Stündlich aktualisiert

Panorama · Einsatz in Berngau

Behördenmitarbeiter bei Waffenkontrolle erschossen

In Berngau in der Oberpfalz ist eine behördliche Waffenkontrolle eskaliert. Ein Mitarbeiter des Landratsamts wurde erschossen, eine weitere Person schwer verletzt.

Presseonline-Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein abgesperrter Ortsbereich während eines Polizeieinsatzes in einer bayerischen Gemeinde.
Symbolbild: Ein abgesperrter Ortsbereich während eines Polizeieinsatzes in einer bayerischen Gemeinde. KI-generiert

In Berngau im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz ist am Donnerstag eine behördliche Waffenkontrolle tödlich eskaliert. Ein Mitarbeiter des Landratsamts Neumarkt wurde erschossen, eine weitere Person schwer verletzt. Der mutmaßliche Schütze zog sich nach Polizeiangaben in ein Wohnhaus in der Ortsmitte zurück. Spezialkräfte sicherten den Bereich, die Polizei sperrte Teile des Orts ab und forderte die Bevölkerung auf, drinnen zu bleiben.

Kontrolle bei Waffenbesitzer endet mit Schüssen

Die beiden Beschäftigten des Landratsamts hatten den Mann am frühen Nachmittag aufgesucht. Nach den bisherigen Erkenntnissen sollte eine Routinekontrolle stattfinden. Dabei wird unter anderem geprüft, ob Waffen ordnungsgemäß aufbewahrt werden. n-tv berichtete unter Berufung auf die Polizei, der kontrollierte Waffenbesitzer habe auf die beiden Behördenmitarbeitenden geschossen.

Gegen 14 Uhr gingen mehrere Notrufe ein. Menschen aus dem Ort hatten Schussgeräusche gehört. Kurz darauf rückten Polizei und Rettungskräfte an. Zunächst war von zwei schwer verletzten Personen die Rede, später bestätigte die Polizei den Tod eines Landratsamtsmitarbeiters. Der mutmaßliche Täter zählt nach Angaben der Ermittler nicht zu den schwer verletzten Personen.

Der tödlich verletzte Mann wurde vor dem Gebäude geborgen. Eine zweite Person erlitt schwere Verletzungen. Weitere Angaben zu ihrem Zustand machten die Einsatzkräfte nicht.

Spezialkräfte sichern Wohnhaus

Nach den Schüssen zog sich der Verdächtige in ein Wohnhaus zurück. Die Polizei ging davon aus, dass er sich dort weiterhin aufhält. Das Gebäude wurde von Einsatzkräften gesichert, Spezialkräfte wurden hinzugezogen. tagesschau.de berichtete von rund 150 Polizistinnen und Polizisten vor Ort, darunter auch besonders ausgebildete Einheiten.

Ein Polizeihubschrauber unterstützte den Einsatz aus der Luft. Zudem war ein gepanzertes Fahrzeug vor Ort. Die Einsatzleitung stellte sich auf eine längere Lage ein. Ein Polizeisprecher erklärte laut n-tv, taktische Gründe könnten dafür sorgen, dass ein solcher Zugriff Zeit brauche.

Für Menschen außerhalb des abgesperrten Bereichs bestand nach Polizeiangaben keine Gefahr. Zugleich betonten die Einsatzkräfte, dass niemand flüchtig sei. Die Lage konzentrierte sich damit auf das Wohnhaus und dessen unmittelbare Umgebung.

Ortskern abgesperrt

Die Polizei sperrte den Ortskern von Berngau weiträumig ab. Bewohnerinnen und Bewohner sollten ihre Häuser nicht verlassen und den abgesperrten Bereich meiden. Wer sich nicht im betroffenen Gebiet aufhielt, sollte dort nicht hingehen. Die Einsatzkräfte wollten freie Straßen und möglichst wenig Bewegung im Einsatzraum.

Berngau liegt südwestlich von Neumarkt in der Oberpfalz. Die Gemeinde hat etwa 2.600 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Vorfall ereignete sich in der Ortsmitte und führte zu einem Großeinsatz, der am Donnerstagnachmittag über mehrere Stunden andauerte.

Routinekontrollen mit hohem Risiko

Behördliche Waffenkontrollen gehören zu den Aufgaben der zuständigen Behörden. Dabei wird überprüft, ob Waffenbesitzer die gesetzlichen Vorgaben einhalten, insbesondere bei der sicheren Lagerung. Nach den Angaben der Polizei handelte es sich in Berngau um eine solche reguläre Überprüfung.

Der Fall zeigt, dass auch scheinbar administrative Kontrollen für Beschäftigte von Behörden gefährlich werden können. In Berngau endete der Einsatz mit einem getöteten Behördenmitarbeiter, einer schwer verletzten Person und einem stundenlangen Polizeieinsatz in einem kleinen Ort in der Oberpfalz.