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Stündlich aktualisiert

Lebensmittel · Bilanz der Wiesn

Oktoberfest endet mit 7,4 Millionen Gästen

Das 191. Oktoberfest in München schließt mit einem Besucherrekord. Auch Bierabsatz und Sanitätseinsätze steigen, mehrere Unfälle belasten die Bilanz.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein belebter Biergarten auf einem Volksfest steht für die Rekordbilanz des Oktoberfests.
Symbolbild: Ein belebter Biergarten auf einem Volksfest steht für die Rekordbilanz des Oktoberfests. KI-generiert

Das 191. Oktoberfest ist am Sonntag mit einem Rekord zu Ende gegangen: Rund 7,4 Millionen Menschen kamen auf die Theresienwiese, mehr als je zuvor. Zugleich wurden etwa 6,7 Millionen Maß Festbier ausgeschenkt, also rund 6,7 Millionen Liter. Die Bilanz fällt damit wirtschaftlich stark aus, wird aber von schweren Unfällen auf dem Festgelände überschattet.

Mehr Gäste an Werktagen

Der bisherige Höchstwert lag bei 7,2 Millionen Besucherinnen und Besuchern im Jahr 2023. Damals dauerte die Wiesn wegen der Feiertagslage allerdings 18 Tage, in diesem Jahr waren es 16 Tage. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr beträgt nach Angaben aus München etwa 900.000 Gäste.

Auffällig war der stärkere Besuch unter der Woche. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die Zahlen von Montag bis Donnerstag in der ersten Woche um 18,5 Prozent und in der zweiten Woche um 28,9 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen. Als Gründe gelten Besucherlenkung und das anhaltend warme, sonnige Wetter. Viele Biergärten blieben bis weit in den Abend hinein gut gefüllt, während die großen Zelte nur selten komplett geschlossen waren.

Am Samstag war der Andrang besonders groß. Der Deutschlandfunk meldete eine zeitweise Schließung des Festgeländes zur Vermeidung von Überfüllung. Die Süddeutsche Zeitung stellt es anders dar: Eine komplette Sperrung habe es demnach nicht gegeben, vorübergehend seien aber Haupteingänge geschlossen worden.

Bier, Hendl und alkoholfreie Getränke

Für die Lebensmittel- und Gastronomiebilanz ist der Bierabsatz zentral. Der Verein der Münchner Brauereien beziffert das ausgeschenkte Festbier auf 6,7 Millionen Maß. Im Vorjahr waren es laut FAZ 6,5 Millionen Maß. Besonders stark legte die alkoholfreie Variante zu: Die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier stieg um 10,7 Prozent. Insgesamt wurden alkoholfreie Getränke um 10 Prozent stärker nachgefragt.

Neben klassischem Festbier spielten auch andere Getränke eine Rolle. Weißbier wurde stärker nachgefragt, zudem blieb das saure Radler im Gespräch, also Bier mit Sprudelwasser. Beim Essen erholte sich der Absatz des Wiesn-Klassikers Hendl nach schwächeren Jahren. Auch vegetarische Speisen waren gefragt.

Trotz der hohen Gästezahl gab es Hinweise auf zurückhaltenderes Ausgabeverhalten. Standbetreiber bemerkten demnach, dass viele Besucherinnen und Besucher eher über das Gelände schlenderten, statt viel zu konsumieren. Für Schausteller und Gastronomie war das gute Wetter dennoch ein wichtiger Vorteil.

Mehr Einsätze für Polizei und Sanitätsdienst

Die Polizei zählte rund 1.850 Einsätze und damit mehr als im Vorjahr. Bei den Körperverletzungen wurden 237 Fälle registriert; in 25 Fällen wurde ein Maßkrug eingesetzt. Die Zahl der Sexualdelikte lag bei 80, darunter fünf Fälle, die die Polizei als mutmaßliche Vergewaltigungen einordnete. Außerdem wurden acht Fälle von Upskirting erfasst.

Bei Rauschgiftdelikten gab es einen deutlichen Anstieg. Die Polizei registrierte 207 Verstöße, meist ging es um Kokain. Die Zahl der Diebstähle lag bei 159, darunter viele Taschendiebstähle. Stark zugenommen haben Verstöße gegen die Flugbeschränkung über der Wiesn und im Umfeld: Statt elf Fällen im Vorjahr wurden 146 registriert, überwiegend mit Drohnen.

Auch der Sanitätsdienst hatte deutlich mehr zu tun. Die Aicher Ambulanz behandelte bis zum Endspurt 8.409 Patientinnen und Patienten. Der stärkste Einsatztag war der letzte Wiesn-Samstag mit 935 Behandlungen. In vielen Fällen spielte Alkohol eine Rolle, aber nicht immer allein: Häufig kamen Kreislaufprobleme oder kleinere Schnittverletzungen hinzu. Nur 94 Personen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden.

Unfälle belasten die Bilanz

Die positive Besucher- und Umsatzbilanz wird durch mehrere schwere Unfälle relativiert. Bereits zu Beginn des Oktoberfests kam ein 52 Jahre alter Mitarbeiter an einem Free-Fall-Tower ums Leben, nachdem er unter einer Gondel eingeklemmt worden war. Am letzten Sonntag wurde ein 47-jähriger Mitarbeiter an einer Schiffsschaukel auf der Oidn Wiesn schwer verletzt und musste reanimiert werden.

Die FAZ berichtet zudem über den Tod einer 90 Jahre alten Besucherin nach einem Unfall auf der Oidn Wiesn. Sie war gestürzt, nachdem sich das Geschirr eines Kutschpferds in ihrem Rollstuhl verfangen hatte, und starb einige Tage später an den Folgen.

Die Stadt verweist in ihrer Bilanz auf das neue Sicherheitskonzept mit neuer Zentrale, verbesserter Videoüberwachung, Künstlicher Intelligenz und genauerer Beobachtung von Besucherströmen. Dadurch konnten Engstellen früher erkannt und Eingänge zeitweise gesperrt werden. Für die Wiesn bleibt damit ein doppeltes Bild: historisch viele Gäste und starker Absatz, aber auch schwere Zwischenfälle auf dem Festgelände.