Lebensmittel · Milchmarkt
Milchpreis steigt wieder über 40 Cent
Der Milchmarkt zeigt wieder nach oben: Der Kieler Rohstoffwert Milch ist im September auf 42,6 Cent je Kilogramm gestiegen. Das entspricht einem Plus von 3,9 Cent oder zehn Prozent gegenüber dem Vormonat, wie agrarheute berichtet. Damit liegt der wichtige Orientierungswert erstmals 2026 wieder oberhalb von 40 Cent. Auch die Auszahlung an die Betriebe hat sich erholt.
Rohstoffwert zieht kräftig an
Der Anstieg beim Rohstoffwert geht vor allem auf bessere Erlösmöglichkeiten bei Butter und Magermilchpulver zurück. Den stärkeren Beitrag lieferte dabei die Eiweißseite. Für Molkereien verbessert sich damit die rechnerische Verwertung der angelieferten Milch, was sich nach und nach auch bei den Erzeugerpreisen bemerkbar macht.
Nach vorläufigen Zahlen der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft lag das durchschnittliche Milchgeld in Deutschland im August bei 40,1 Cent je Kilogramm. Damit wurde auch hier die Schwelle von 40 Cent wieder erreicht. Für September zeichnet sich eine weitere leichte Verbesserung ab. Erste Meldungen aus dem Milchpreisvergleich von agrarheute zeigen, dass einzelne Molkereien ihre Auszahlungen erneut erhöht haben.
Auch der Spotmarkt signalisiert eine feste Nachfrage. Freie Milch wurde in Kalenderwoche 39 im Norden mit 45,5 Cent je Kilogramm bewertet, im Süden mit 46,0 Cent. Diese Preise lagen damit weiter über dem durchschnittlichen Milchgeld. Das spricht dafür, dass kurzfristig verfügbare Mengen am Markt begehrt bleiben.
Butter und Pulver stützen den Markt
Die deutsche Milchanlieferung ging im September weiter zurück, lag aber noch immer über dem Durchschnitt des Vorjahres. Für die Preise ist derzeit entscheidend, dass Molkereien ihre Produkte wieder besser verwerten können. Besonders sichtbar wird das bei Butter und Milchpulver.
An der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten setzten die Pulverpreise im September ihren Anstieg fort, allerdings weniger stark als zeitweise im August. Päckchenbutter wurde zum Monatsende ebenfalls höher bewertet. Die Notierung lag bei 4,35 bis 5,00 Euro je Kilogramm. Am unteren Ende der Spanne bedeutete das ein Plus von 5 Cent, am oberen Ende 15 Cent. Blockbutter blieb dagegen unverändert bei 4,15 bis 4,25 Euro je Kilogramm.
Bei Käse verlief die Entwicklung uneinheitlich. Allgäuer Emmentaler aus Rohmilch wurde im unteren Bereich günstiger und lag bei 7,30 bis 7,90 Euro je Kilogramm. Standard-Emmentaler und Viereckhartkäse verteuerten sich dagegen auf 4,50 bis 6,40 Euro je Kilogramm. Magermilchpulver in Lebensmittelqualität legte auf 3,25 bis 3,33 Euro je Kilogramm zu.
EU-Preise steigen leicht
Auch auf europäischer Ebene hat sich die Verwertung zuletzt verbessert. Nach Angaben der EU-Kommission kostete Butter in Kalenderwoche 39 rund 425 Euro je 100 Kilogramm. Das waren 2,4 Prozent mehr als im Durchschnitt der vier Wochen zuvor. Magermilchpulver verteuerte sich um 1,6 Prozent.
Der durchschnittliche Milchauszahlungspreis in der EU lag im Juli bei 42,0 Cent je Kilogramm. Für August erwarteten die Mitgliedstaaten einen leichten Anstieg auf 42,2 Cent. Gleichzeitig wurde in der EU im Juni mehr Milch angeliefert als ein Jahr zuvor; das Plus betrug 2,0 Prozent.
Dämpfer am Weltmarkt
Während der europäische Markt zuletzt fester wirkte, kam vom internationalen Handel ein schwächeres Signal. Bei der GDT-Auktion am 15. September fiel der Handelsindex erstmals seit Anfang Juli wieder. Das Minus betrug 1,1 Prozent.
Besonders deutlich gaben die Preise für Butter nach, sie sanken um 5,7 Prozent. Anhydrous Milk Fat verlor 3,0 Prozent, Vollmilchpulver 0,8 Prozent. Magermilchpulver konnte sich dagegen knapp behaupten und stieg um 0,1 Prozent. Für Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland überwiegt kurzfristig dennoch die Entlastung durch höhere Rohstoffwerte und anziehende Auszahlungspreise.