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Lebensmittel · Lebensmittelindustrie

Lebkuchenproduktion sinkt auf niedrigsten Wert seit Jahren

In Deutschland sind 2025 deutlich weniger Lebkuchen produziert worden. Die Menge sank auf rund 72.800 Tonnen, den niedrigsten Wert seit sieben Jahren.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Lebkuchen stehen für ein saisonales Geschäft, dessen Produktion bereits lange vor der Adventszeit beginnt.
Symbolbild: Lebkuchen stehen für ein saisonales Geschäft, dessen Produktion bereits lange vor der Adventszeit beginnt. KI-generiert

Die deutschen Hersteller kamen 2025 bei Lebkuchen auf rund 72.800 Tonnen. Gegenüber 2024 ergibt sich ein Minus von zehn Prozent; niedriger war die Menge seit sieben Jahren nicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts bleibt das Weihnachtsgebäck dennoch ein wichtiger Teil des Süßwarenmarkts: Knapp 20.000 Tonnen wurden exportiert, gut 10.000 Tonnen kamen aus dem Ausland nach Deutschland.

Rückgang nach starkem Vorjahr

Im Jahr 2024 hatten die Betriebe noch gut 81.000 Tonnen Lebkuchen hergestellt. Das entsprach damals nahezu einem Kilogramm pro Kopf in Deutschland. 2025 fiel die Produktion nun deutlich darunter. Erfasst werden in der Statistik Betriebe von Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten.

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte die Zahlen am Dienstag in Wiesbaden. Eine amtliche Erklärung für den Rückgang gab es nicht. Die Entwicklung fällt aber in eine Phase, in der die Süßwarenbranche seit längerer Zeit über höhere Kosten und eine verhaltene Nachfrage klagt.

Branche verweist auf hohe Kosten

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie sieht die Unternehmen weiter unter wirtschaftlichem Druck. n-tv berichtete unter Berufung auf den Verband, neben einer schwachen Kauflaune könnten auch gestiegene Preise eine Rolle gespielt haben. Belastend seien unter anderem teurere Rohstoffe wie Kakao, dazu höhere Ausgaben für Personal, Energie und Logistik.

Trotz der geringeren Herstellungsmenge bleibt Lebkuchen im deutschen Markt das wichtigste Gebäck der Herbstsaison. Der Marktanteil liegt laut Branchenangaben bei gut einem Drittel. Damit ist die Kategorie für die Hersteller weiter bedeutsam, auch wenn die Gesamtmenge zuletzt spürbar zurückging.

Ausfuhren vor allem nach Europa

Deutsche Lebkuchen finden weiterhin viele Abnehmer im Ausland. Von den knapp 20.000 Tonnen Exportware ging rund die Hälfte nach Österreich, Polen und Frankreich. Die wichtigsten einzelnen Mengen entfielen auf Österreich mit 4.200 Tonnen, Polen mit 3.700 Tonnen und Frankreich mit 2.100 Tonnen.

Außerhalb Europas waren die USA der größte Zielmarkt. Dorthin wurden 1.100 Tonnen geliefert. Nach Australien gingen 400 Tonnen, nach Brasilien 300 Tonnen. Die taz berichtete zudem über die Importstruktur: Mehr als die Hälfte der nach Deutschland eingeführten Lebkuchen stammte aus Polen. Italien und die Ukraine kamen jeweils auf gut ein Zehntel der Einfuhren.

Die Importmenge lag 2025 insgesamt bei gut 10.000 Tonnen. Damit exportierte Deutschland fast doppelt so viel Lebkuchen, wie es einführte. Für den Handel ist das Produkt dennoch nicht nur ein Inlandsgeschäft, sondern Teil eines europäischen Warenstroms mit zusätzlichen Absatzmärkten außerhalb Europas.

Sommer ist Produktionshöhepunkt

Obwohl Lebkuchen vor allem mit der Adventszeit verbunden werden, läuft ein großer Teil der Herstellung deutlich früher im Jahr. 2025 erreichte die Produktion zwischen Juli und September ihren Höhepunkt. In diesem dritten Quartal wurden 26.300 Tonnen hergestellt, das waren 36 Prozent der Jahresmenge.

Im vierten Quartal, wenn die Ware in den Geschäften besonders sichtbar ist, kamen noch 16.600 Tonnen hinzu. Das entsprach knapp 23 Prozent der Jahresproduktion. Der Produktionsrhythmus zeigt, wie früh die Hersteller planen müssen, damit die Packungen rechtzeitig im Handel liegen.

Die aktuelle Hauptsaison im Verkauf hat im Oktober bereits begonnen. Ein erheblicher Teil der Ware ist zu diesem Zeitpunkt üblicherweise schon produziert. Die jüngsten Zahlen beschreiben daher nicht nur das Weihnachtsgeschäft, sondern auch die vorgelagerte Planung der Lebensmittelindustrie über mehrere Monate hinweg.