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Lebensmittel · Lebensmittelindustrie Ost

Eberswalder verlegt Großteil der Produktion nach Zerbst

Die Wurstmarke Eberswalder hat nach der Schließung in Britz einen neuen Schwerpunkt: Zerbst in Sachsen-Anhalt wird Hauptstandort der Produktion.

Presseonline-Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

Symbolbild: Eine moderne Lebensmittelproduktion steht für den neuen Schwerpunkt der Wurstherstellung in Zerbst.
Symbolbild: Eine moderne Lebensmittelproduktion steht für den neuen Schwerpunkt der Wurstherstellung in Zerbst. KI-generiert

Nach dem Aus für das Werk in Britz bei Eberswalde verlagert die Wurstmarke Eberswalder ihren Produktionsschwerpunkt nach Sachsen-Anhalt. Neuer Hauptstandort ist Zerbst im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Die dortige Anhalter Fleischwaren GmbH produziert bereits Eberswalder-Artikel; künftig soll dort der größte Teil des Sortiments entstehen. Der MDR berichtete, dass die Marke am Samstag offiziell in Zerbst begrüßt wurde.

Neuer Schwerpunkt in Zerbst

Das Werk in Zerbst zählt nach Unternehmensangaben knapp 700 Beschäftigte. Von dort gehen Wurst- und Fleischwaren an den Lebensmitteleinzelhandel und an Discounter. Neben Markenartikeln werden auch Eigenmarken hergestellt. Mit der zusätzlichen Produktion für Eberswalder gewinnt der Standort weiter an Gewicht.

In Zerbst gibt es seit mehr als einem Jahrhundert eine industrielle Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren. Das Unternehmen verweist dabei auf traditionelle Rezepturen und handwerklich geprägte Verfahren. Für die Marke ist der Schritt zugleich eine Neuordnung nach dem Ende des bisherigen brandenburgischen Standorts.

Die dpa meldete im Tagesspiegel die Unternehmensformulierung: „Eine ostdeutsche Marke bleibt unverändert in Ostdeutschland.“ Damit stellt das Unternehmen die regionale Kontinuität heraus, auch wenn der zentrale Produktionsort künftig nicht mehr in Brandenburg liegt.

Produktion bleibt auf mehrere Werke verteilt

Zerbst wird nicht der einzige Produktionsort für Eberswalder. Einzelne Artikel entstehen weiterhin in Chemnitz und Suhl. Hinzu kommen bestimmte Verpackungsvarianten in Glas und Dose, die in Norddeutschland gefertigt werden. Nach Angaben des Unternehmens stammen insgesamt 95 Prozent der Eberswalder-Produkte aus Werken in Ostdeutschland.

In Zerbst soll künftig ein Großteil der rund 300 Artikel des Sortiments hergestellt werden. Damit wird der Standort zum Kern der Marke, während die übrigen Werke ergänzende Aufgaben übernehmen. Für den Lebensmittelstandort Sachsen-Anhalt bedeutet die Entscheidung eine zusätzliche Auslastung in einem bereits großen Betrieb.

Geschäftsführer Sebastian Kühn verwies laut dpa auf die lange Bekanntheit der Marke in Ostdeutschland. Er erklärte, viele Verbraucherinnen und Verbraucher verbänden die Wurst seit Jahrzehnten mit Vertrautheit, Heimat und bodenständiger Qualität. Nach Unternehmensangaben kommt in Ostdeutschland jedes dritte Marken-Würstchen von Eberswalder.

Britzer Werk Anfang 2026 geschlossen

Der bisherige Hauptstandort lag in Britz nördlich von Berlin. Dort wurde fast 50 Jahre lang produziert. Anfang 2026 endete die Herstellung in dem Werk, in dem zuletzt 500 Menschen beschäftigt waren. Als Begründung nannte das Unternehmen wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Die Schließung hatte Kritik ausgelöst. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten warf dem Unternehmen nach dpa-Angaben eine harte Rendite- und Marktbereinigungspolitik vor. Der Vorgang steht damit auch für den Druck in einer Branche, die in Deutschland stark von wenigen großen Unternehmen geprägt ist.

Eberswalder gehört zur Zur-Mühlen-Gruppe, die Teil des nordrhein-westfälischen Tönnies-Konzerns ist. Die Marke existiert seit fast 50 Jahren und gilt nach Unternehmensangaben als meistverkaufte Wurstmarke in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin. Mit Zerbst erhält sie nun einen neuen industriellen Schwerpunkt innerhalb Ostdeutschlands.