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Kultur · Hollywood-Fusion

Skydance soll Paramount und Warner vereinen

Paramounts geplanter Warner-Kauf nimmt Gestalt an: Der neue Konzern soll Skydance heißen. Der Deal hat ein Volumen von mehr als 110 Milliarden Dollar.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Studiogelände steht für die geplante Neuordnung in Hollywood.
Symbolbild: Ein Studiogelände steht für die geplante Neuordnung in Hollywood. KI-generiert

Paramount will den geplanten Zusammenschluss mit Warner Bros. Discovery unter dem Namen Skydance führen. Das kündigte Paramount-Chef David Ellison am Freitag auf der Plattform X an. Der Name stammt von jener Produktionsfirma, mit der Ellison in Hollywood groß wurde und die im vergangenen Jahr zunächst Paramount übernahm. Die Transaktion mit Warner hat nach Angaben von Spiegel und dpa ein Volumen von mehr als 110 Milliarden Dollar und soll voraussichtlich in der kommenden Woche abgeschlossen werden.

Neuer Name für den Dachkonzern

Mit der Entscheidung für Skydance soll der neue Konzern nicht einfach eine der beiden bekannten Studiomarken über die andere stellen. Ellison schrieb auf X, Paramount und Warner verfügten jeweils über eigene Identitäten und starke Marken. Man habe vermeiden wollen, dass ein Name den anderen verdränge. Stattdessen solle der Zusammenschluss eine eigenständige Klammer erhalten.

Die Marken Paramount und Warner Bros. sollen dabei weiter sichtbar bleiben. Ellison stellte den neuen Dachnamen als organisatorische Lösung dar, nicht als Abschied von den traditionsreichen Studioauftritten. Für die Filmbranche ist diese Unterscheidung wichtig, weil beide Namen seit Jahrzehnten mit Kinos, Fernsehinhalten und bekannten Produktionen verbunden sind.

Skydance selbst war bislang vor allem als Produktionsfirma bekannt. Ellison gründete das Unternehmen vor etwa 20 Jahren. Über diese Firma baute er seine Stellung in Hollywood aus, bevor sie im vergangenen Jahr Paramount übernahm. Nun soll ausgerechnet dieser Name die geplante Verbindung zweier deutlich älterer Unterhaltungsmarken tragen.

Übernahme vor dem Abschluss

Der Warner-Kauf durch Paramount ist noch nicht endgültig vollzogen. Nach den Berichten soll der Abschluss aber bereits in der kommenden Woche erfolgen. Das Geschäft umfasst Warner Bros. Discovery insgesamt, nicht nur einzelne Studioteile. Dazu gehören auch Fernsehsender wie CNN.

Vor dem jetzigen Stand hatte es juristische Hürden gegeben. Kalifornien und elf weitere US-Bundesstaaten gingen gegen den Zusammenschluss vor. Sie sahen Risiken für das Publikum, darunter mögliche Preissteigerungen, weniger Qualität und ein kleineres Angebot. Ein Vergleich mit Paramount räumte diese Hürde jedoch aus dem Weg, wie Spiegel berichtete.

Die Finanzierung von Ellisons Expansionskurs stützt sich teilweise auf Mittel aus seiner Familie. Sein Vater Larry Ellison wurde als Gründer des Softwarekonzerns Oracle zum Tech-Milliardär. Damit steht der geplante Zusammenschluss auch für eine Entwicklung, bei der sehr vermögende Unternehmerfamilien zunehmend Einfluss auf große Medienhäuser gewinnen.

Paramount setzte sich gegen Netflix durch

Warner war bereits zuvor Ziel eines anderen großen Interessenten. Netflix hatte sich im vergangenen Jahr mit Warner auf den Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt. Paramount legte später ein höheres Angebot vor, das nicht nur einzelne Sparten, sondern den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery einschloss.

Damit geht es bei dem Deal um mehr als den Besitz einzelner Filmstudios. Er betrifft Streaming, klassische Fernsehsender, Produktionsstrukturen und große Markenbibliotheken. Die Verbindung von Paramount und Warner könnte die Kräfteverhältnisse in Hollywood und im internationalen Mediengeschäft verschieben.

Für Paramount bedeutet der Schritt eine erhebliche Ausweitung. Für Warner Bros. Discovery geht es um die Einbindung in einen neuen Konzernrahmen, der nach außen nicht Paramount-Warner heißen soll, sondern Skydance. Dass Ellison den Namen so früh öffentlich macht, zeigt, wie stark die künftige Identität des Unternehmens bereits vorbereitet wird.

Ein Deal mit Signalwirkung

Hollywood steht seit Jahren unter Druck. Streamingdienste, sinkende Erlöse im klassischen Fernsehen und hohe Produktionskosten zwingen Studios zu neuen Größenordnungen. Zusammenschlüsse versprechen Reichweite, Kataloge und bessere Verhandlungspositionen, bergen aber zugleich Risiken für Wettbewerb und Vielfalt.

Der geplante Paramount-Warner-Verbund wäre einer der auffälligsten Schritte in dieser Neuordnung. Zwei traditionsreiche Studios würden unter einem neuen Dach geführt, während ihre bekannten Marken weiterbestehen sollen. Der Name Skydance markiert dabei Ellisons Anspruch, den neuen Konzern nicht als bloße Addition alter Hollywood-Größen erscheinen zu lassen, sondern als neu formierten Medienriesen.