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Kultur · Medien und Fernsehen

Früherer ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser ist tot

Klaus Bresser ist im Alter von 90 Jahren in Berlin gestorben. Der frühere ZDF-Chefredakteur prägte das „heute journal“ und politische Interviews im Fernsehen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein leeres Fernsehstudio erinnert an die Ära klassischer Nachrichtensendungen.
Symbolbild: Ein leeres Fernsehstudio erinnert an die Ära klassischer Nachrichtensendungen. KI-generiert

Klaus Bresser, früherer Chefredakteur des ZDF und lange eine markante Figur des politischen Fernsehjournalismus, ist tot. Er starb im Alter von 90 Jahren in Berlin; der Spiegel berichtete unter Berufung auf den Sender, Bresser sei bereits am Mittwoch gestorben. Das ZDF machte seinen Tod am Freitagabend öffentlich. Bresser war zwölf Jahre lang Chefredakteur des Mainzer Senders und gehörte zu den Köpfen hinter dem „heute journal“.

Prägende Jahre beim ZDF

Bresser verband im ZDF redaktionelle Verantwortung mit einer sichtbaren Rolle vor der Kamera. Zum Sender kam er im Dezember 1977. Zunächst arbeitete er als stellvertretender Leiter des „heute journals“ und moderierte die Sendung. An deren Ausrichtung war er wesentlich beteiligt; 1981 übernahm er die Leitung. Sechs Jahre lang präsentierte er das Nachrichtenmagazin auch selbst.

1983 wechselte Bresser an die Spitze der ZDF-Hauptredaktion Innenpolitik. Dort verantwortete er Formate wie „Die Reportage“, den „Länderspiegel“, „5 nach zehn“ sowie aktuelle Dokumentationen. Einem breiteren Publikum wurde er zudem durch Wahlabende, Sondersendungen und politische Gesprächsformate bekannt.

Eine besondere Rolle spielte die Interviewreihe „Was nun, …?“, die Bresser ab 1985 prägte. Das Format wurde zu einem festen Ort für politische Befragungen im ZDF. Bressers Stil setzte auf klare Fragen, eine strenge Struktur und den Fokus auf politische Verantwortung. Die FAZ hob in ihrer Würdigung hervor, dass das Format als eines der Aushängeschilder des Informationsprogramms galt.

Chefredakteur in historischer Zeit

Zwischen 1988 und 2000 führte Bresser die Chefredaktion des ZDF. In diese Jahre fielen wichtige Erweiterungen des Informationsangebots. Unter seiner Verantwortung gingen unter anderem „ZDF spezial“, das „ZDF-Morgenmagazin“ und „frontal“ an den Start; auch „Bonn direkt“ gehörte zu den Sendungen, die das politische Profil des Senders schärften.

Besondere Aufmerksamkeit erhielten die Programme zur deutschen Einheit. Dazu zählten die Sendungen vom 2. und 3. Oktober 1990 aus dem Berliner Reichstag. Für das ZDF waren diese Übertragungen ein journalistischer Höhepunkt in Bressers Amtszeit.

ZDF-Intendant Norbert Himmler würdigte den Verstorbenen als „entschiedenen Verfechter“ des öffentlich-rechtlichen Auftrags zur Information. Bresser habe das Profil des Senders nachhaltig beeinflusst und für unabhängigen Journalismus gestanden. Die heutige ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten nannte ihn eine Persönlichkeit des „präzisen journalistischen Handwerks“. Sendungen wie das „heute journal“ und „Was nun, …?“ wirkten bis heute nach, erklärte sie.

Vom Zeitungsjournalismus zum Fernsehen

Bresser wurde am 22. Juli 1936 in Berlin geboren. Schon als Schüler schrieb er für Lokalzeitungen in Aachen. Später studierte er in Köln Germanistik, Theaterwissenschaften und Soziologie. Parallel arbeitete er journalistisch, unter anderem frei für den „Kölner Stadt-Anzeiger“. Dort absolvierte er ab 1958 ein Volontariat und wurde 1961 Redakteur mit besonderen Aufgaben.

1965 wechselte Bresser zum Westdeutschen Rundfunk. Beim WDR leitete er unter anderem die Redaktion des Magazins „Monitor“ und wirkte in der aktuellen Berichterstattung. Auch an der Entwicklung des „Tagesthema“ war er beteiligt, einer Vorläufersendung der späteren „Tagesthemen“.

Für seine Arbeit erhielt Bresser mehrere Auszeichnungen. Dazu gehörten die Goldene Kamera im Jahr 1987, der Herbert-Quandt-Medien-Preis 1989 und der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz im Jahr 2000. Seine Laufbahn steht für eine Phase, in der politische Fernsehinformation in Deutschland stark an Bedeutung gewann. Bresser gehörte zu den Journalisten, die dieses Feld redaktionell und als Moderator mitformten.